Ukraine und USA verhandeln ĂŒber Sicherheitsabkommen
Veröffentlicht am: 17.01.2026 um 05:06 Uhr | dpa.deDie Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine fĂŒr ein Ende des russischen Angriffskriegs sollen heute in Miami im US-Bundesstaat Florida fortgesetzt werden. Dabei soll es ukrainischen Angaben zufolge vor allem um Sicherheitsgarantien und die langfristige ökonomische Entwicklung des osteuropĂ€ischen Landes gehen. Derweil warnte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj vor dem Hintergrund einer KĂ€ltewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung vor neuen massiven russischen Luftangriffen.Â
Washington versucht seit Wochen ein Friedensabkommen zwischen den Kriegsgegnern zu vermitteln. Bei grundsĂ€tzlichen Fragen wie einem möglichen Nato-Beitritt der Ukraine und russischen GebietsansprĂŒchen sind die Positionen Moskaus und Kiews jedoch weit voneinander entfernt. Russland beharrt bislang auf seinen Maximalforderungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen.Â
Zuletzt hatte US-PrĂ€sident Trump Selenskyj erneut vorgeworfen, er halte die FriedensgesprĂ€che auf. Selenskyj fordert immer wieder, den Druck auf Russland zu erhöhen, um Moskau zu ZugestĂ€ndnissen zu bewegen. Zuletzt hatte er mitgeteilt, ein bilaterales Dokument mit den USA ĂŒber Sicherheitsgarantien fĂŒr sein Land sei «im Grunde bereit» zur Fertigstellung auf der höchsten Ebene mit Trump.Â
Abkommen mit Volumen von 690 Milliarden Euro
Die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, schrieb auf Facebook, bei dem Treffen heute mit US-Vertretern solle an Abkommen ĂŒber Sicherheitsgarantien und zum «wirtschaftlichen AufblĂŒhen der Ukraine» mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden. Bei einem gĂŒnstigen Verlauf könne es bereits kommende Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz zu einer Unterzeichnung kommen.Â
Zur ukrainischen Delegation gehören ihren Worten nach der SekretĂ€r des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, der Leiter des PrĂ€sidentenbĂŒros, Kyrylo Budanow, und der Chef der Parlamentsfraktion der PrĂ€sidentenpartei Diener des Volkes, David Arachamija. Angaben zu den US-UnterhĂ€ndlern machte sie nicht. Medienberichten zufolge sollen der US-Sondergesandte Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner dabei sein.Â
Eine russische Teilnahme an den Verhandlungen ist offenbar nicht geplant. Erwartet wird jedoch bald eine Reise von US-UnterhĂ€ndlern nach Moskau. Am Donnerstag hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow deutlich gemacht, Russland hoffe auf einen baldigen Besuch der US-UnterhĂ€ndler Witkoff und Kushner fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber ein Ende des Ukraine-Kriegs. Der Dialog mit den Amerikanern laufe. Witkoff und Kushner waren bereits Anfang Dezember fĂŒr ein GesprĂ€ch mit Kremlchef Wladimir Putin nach Moskau gereist.Â
Die amerikanische Seite spricht einerseits mit der Ukraine und europĂ€ischen VerbĂŒndeten, andererseits mit Moskau. Direkte Friedensverhandlungen zwischen den beiden Kriegsparteien gibt es derzeit nicht.
Selenskyj warnt vor neuen russischen Luftangriffen
Selenskyj warnte in seiner abendlichen Videobotschaft vor neuen massiven russischen Luftangriffen. Zugleich kritisierte er die westlichen VerbĂŒndeten. «Wir reden ehrlich mit den Partnern ĂŒber die notwendigen Raketen fĂŒr die Flugabwehr und Flugabwehrsysteme. Die Lieferungen reichen nicht aus», betonte Selenskyj. Kiew drĂ€nge die Partnerstaaten zu einer Beschleunigung des Lieferprozesses.
In der Ukraine herrscht seit Tagen starker Frost und in den NÀchten sinken die Temperaturen teils auf minus 20 Grad. Zugleich hat das russische MilitÀr durch systematische Raketen- und Drohnenangriffe auf Energieanlagen AusfÀlle bei der Versorgung mit Strom und FernwÀrme in weiten Landesteilen verursacht. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Kiew, in der es seit Tagen zu Notabschaltungen des Stroms kommt.
