Ukraine, Russland

Selenskyj: Anlage in Tschernobyl-Zone absichtlich getroffen

07.06.2026 - 12:55:21 | dpa.de

Russland hat erneut eine nukleare Anlage innerhalb der Sperrzone um Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen. PrÀsident Selenskyj appelliert vor einem Treffen in London an die Weltgemeinschaft.

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland einen absichtlichen Angriff auf nukleare Infrastruktur in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl vor. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland einen absichtlichen Angriff auf nukleare Infrastruktur in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl vor. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, das Lager fĂŒr abgebrannte Kernelemente in der Sperrzone um stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl gezielt angegriffen zu haben. Es handle sich um einen «außerordentlich hinterhĂ€ltigen russischen Angriff», teilte er bei Telegram mit. Die zustĂ€ndigen Ministerien und Dienste informierten nun die Partner Kiews darĂŒber, teilte er bei Telegram mit. 

Wie der ukrainische Staatskonzern Energoatom mitgeteilt hatte, war bei einem russischen Drohnenangriff ein GebĂ€ude des zentralen Lagers fĂŒr abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das GebĂ€ude fĂŒr die Annahme von BehĂ€ltern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. 

Der Vorfall dĂŒrfte auch eine Rolle spielen bei einem neuen Ukraine-Treffen in London. In der britischen Hauptstadt kommen heute Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer mit Selenskyj zusammen. 

Selenskyj wirft Russland UnverschÀmtheit vor

«Russland hat absichtlich genau diese Anlage der nuklearen Infrastruktur getroffen», sagte Selenskyj. Es gebe zwar keine Überschreitung der Grenzwerte fĂŒr die Strahlung, aber «eine Überschreitung der ohnehin schon himmelhohen russischen UnverschĂ€mtheit». Ein Brand in einem GebĂ€ude der Anlage sei gelöscht worden.

Selenskyj forderte einmal die Weltgemeinschaft zum Durchgreifen gegen Russland auf. «In dieser Nacht gab es russische Angriffe auch auf andere zivile Objekte in 13 unserer Regionen», sagte er. Im Laufe der Woche habe Russland 88 Raketen und Marschflugkörper, ĂŒber 3.250 Kampfdrohnen und etwa 1.800 Gleitbomben gegen die Ukraine eingesetzt. Die Behörden in der umkĂ€mpften Region Saporischschja meldeten am Vormittag, dass eine russische Gleitbombe drei Menschen in einem Dorf getötet habe.

Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der grĂ¶ĂŸte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwĂ€cht bis nach Nord- und Westeuropa aus. In der Sperrzone gab es bereits mehrfach russische Angriffe.

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