Selenskyj, Verlusten

Selenskyj spricht von hohen nordkoreanischen Verlusten

05.01.2025 - 04:15:36 | dpa.de

Die Ukraine steht militÀrisch unter Druck. PrÀsident Selenskyj versucht, mit Berichten zu hohen Verlusten der Angreifer - darunter auch Nordkoreaner - Optimismus zu wecken.

In seiner abendlichen Videobotschaft berichtete Selenskyj ĂŒber mutmaßlich hohe Verluste der Angreifer in Kursk. (Archivbild) - Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat von schweren Verlusten russischer Einheiten beim Versuch der RĂŒckeroberung des Gebiets Kursk berichtet. «Bei KĂ€mpfen heute und gestern allein im Umkreis der Ortschaft Machnowka im Gebiet Kursk hat die russische Armee ein Infanteriebataillon nordkoreanischer Soldaten und russischer FallschirmjĂ€ger verloren», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. UnabhĂ€ngig sind die Angaben nicht ĂŒberprĂŒfbar.

Ein Bataillon der russischen StreitkrÀfte hat offiziellen Angaben nach eine TruppenstÀrke von bis zu 500 Mann.

In den vergangenen Wochen sind immer wieder Videos aufgetaucht, die Sturmversuche russischer Einheiten - teilweise verstĂ€rkt durch nordkoreanische Soldaten - im Gebiet Kursk zeigen sollen. Zu sehen sind dabei vielfach vernichtete russische gepanzerte Fahrzeuge und getötete Soldaten. MilitĂ€rexperten erklĂ€ren die ĂŒberhastet wirkenden Angriffsversuche mit dem Ziel Moskaus, noch vor der AmtseinfĂŒhrung des designierten US-PrĂ€sidenten Donald Trump möglichst viel Boden gutzumachen, um in den erwarteten Verhandlungen eine gute Ausgangsposition zu haben. 

Die Ukraine hatte einen Teil der russischen Region Kursk im vergangenen Sommer besetzt. 

ZweijÀhriges MÀdchen bei russischem Angriff verletzt

Neben Erfolgen berichtete Selenskyj aber auch ĂŒber einen weiteren schweren Luftangriff auf die ukrainische Grenzregion Sumy. Dort hĂ€tten russische Bomben ein Mehrfamilienhaus zerstört. Unter den sieben Verletzten sei auch ein zweijĂ€hriges MĂ€dchen, sagte Selenskyj. Die AufrĂ€umarbeiten in Tschernihiw nach einem Raketenschlag am Vortag, bei dem 40 WohnhĂ€user zerstört oder beschĂ€digt wurden, seien beendet, sagte er zudem. 

Angesichts der anhaltenden Angriffe auf zivile Ziele bat er die Partner der Ukraine erneut um eine VerstĂ€rkung der Flugabwehr. DarĂŒber werde auf dem nĂ€chsten Treffen mit westlichen VerbĂŒndeten, das in der kommenden Woche auf dem US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz stattfinden soll, gesprochen, kĂŒndigte er an.

Ukraine weiter in der Defensive

Die Lage auf dem Schlachtfeld bleibt dabei fĂŒr die Ukraine schwierig. Russische Truppen greifen trotz der Verluste weiter an. Der Generalstab in Kiew sprach in seinem abendlichen Lagebericht von knapp 150 Gefechten im Tagesverlauf, davon allein 40 im Raum Pokrowsk. Dort ist der Schwerpunkt der KĂ€mpfe, nachdem die Ukrainer vor Kurzem Berichten des MilitĂ€rblogs «DeepState» zufolge die Kontrolle ĂŒber Kurachowe aufgeben mussten.

Die KĂ€mpfe um Pokrowsk selbst, das ebenfalls als strategisch wichtiger Knotenpunkt gilt, könnten ukrainischen Medienberichten zufolge bereits in der kommenden Woche beginnen, nachdem die russischen Einheiten bis kurz vor die Stadtgrenze vorgerĂŒckt sind.

Blinken: Haben Ukraine vor Kriegsbeginn mit Waffen beliefert

Dass die Ukrainer sich knapp drei Jahre nach Kriegsbeginn immer noch auf dem Schlachtfeld behaupten, ist nach Angaben aus Washington auch der Voraussicht der US-Regierung zu verdanken. Angesichts eines befĂŒrchteten russischen Überfalls auf die Ukraine hatten die USA das Land bereits kurz vor Kriegsbeginn im Februar 2022 mit Waffen beliefert. «Weil wir es haben kommen sehen, waren wir in der Lage, nicht nur sicherzustellen, dass nicht nur wir und VerbĂŒndete und Partner vorbereitet waren, sondern dass die Ukraine vorbereitet war», sagte der scheidende US-Außenminister Antony Blinken der «New York Times». 

«Wir haben dafĂŒr gesorgt, dass wir weit bevor es zur russischen Aggression kam, ab September und dann wieder im Dezember, gerĂ€uschlos eine Menge Waffen in die Ukraine bekommen haben, um sicherzustellen, dass sie ĂŒber das verfĂŒgten, was sie brauchten, um sich selbst zu verteidigen.» 

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa nutzte die Aussagen Blinkens zur Rechtfertigung des russischen Angriffskriegs. Der Krieg, den sie «militĂ€rische Spezialoperation» nannte, diene dazu, die jahrelang von den USA und Großbritannien aufgerĂŒstete Ukraine zu demilitarisieren, behauptete sie. 

Moskau droht Kiew nach angeblich abgewehrtem Raketenangriff

Das russische MilitĂ€r hat nach eigenen Angaben einen ukrainischen Angriff mit weitreichenden US-Raketen auf die Grenzregion Belgorod abgewehrt und droht mit einem Gegenschlag. Alle Raketen vom Typ ATACMS seien von der Luftabwehr abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium auf seinem Telegramkanal mit. Auf diesen Angriff werde Moskau entsprechend reagieren. Die Angaben des Ministeriums ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. 

Die ATACMS-Raketen gelten als Waffen mit hoher Reichweite. In der Vergangenheit hatte Russland damit gedroht, auf solche Angriffe auf sein Territorium mit dem Beschuss von Zielen in der Ukraine mit Hyperschallraketen zu antworten.

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