Wolodymyr Selenskyj, Luftabwehr

Selenskyj: Ukraine wehrt ballistische Raketen bei russischen Angriffen ab

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Ukraine hat nach Angaben von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bei russischen Angriffen auch ballistische Raketen abgewehrt. Zugleich meldet Kiew SchĂ€den an ziviler Infrastruktur in mehreren Regionen und fordert weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Flugabwehr.

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj wirft Moskau nach weiteren Angriffen Terrorismus vor. (Archivbild) - Bild: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj wirft Moskau nach weiteren Angriffen Terrorismus vor. (Archivbild) - Bild: Mindaugas Kulbis/AP/dpa

Die Ukraine hat nach Worten von PrÀsident Wolodymyr Selenskyj bei russischen Angriffen auch ballistische Raketen abgewehrt.

Dank an internationale Partner

Selenskyj schrieb in sozialen Medien, die Ukraine habe dabei von einem Flugabwehrsystem des Typs NASAMS profitiert, und dankte den amerikanischen und norwegischen Partnern fĂŒr deren UnterstĂŒtzung. Auch Deutschland und Frankreich hĂ€tten zur ukrainischen Flugabwehr beigetragen.

Es sei wichtig, dass solche UnterstĂŒtzungspakete weiter geliefert wĂŒrden, schrieb der ukrainische PrĂ€sident. Zugleich warf er Russland eine Eskalation vor.

Ballistische Raketen besonders schwer abzuwehren

Russland setzt nach ukrainischer Darstellung verstĂ€rkt ballistische Raketen ein, weil Kiew Abfangraketen fehlen. Diese Flugkörper sind wegen ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwer zu bekĂ€mpfen. ZusĂ€tzlich belasten Drohnen mit DĂŒsenantrieb die ukrainische Luftverteidigung.

Selenskyj weist immer wieder auf den Mangel an Flugabwehrmitteln hin. Die Systeme sollen StĂ€dte, Energieanlagen und andere wichtige Infrastruktur vor den russischen Luftangriffen schĂŒtzen.

Angriffe auf Kiew und Odessa

Nach Angaben Selenskyjs griff Russland unter anderem Daten- und GeschĂ€ftszentren sowie WohnhĂ€user in Kiew an. In der Region Odessa seien eine Bildungseinrichtung und ein Studentenwohnheim getroffen worden. Außerdem seien zwei auslĂ€ndische Schiffe beschĂ€digt worden.

Neun Regionen seien in der Nacht Ziel russischer Angriffe gewesen, schrieb Selenskyj. Gemeldet wĂŒrden SchĂ€den an Energieobjekten, zivilen Unternehmen und WohnhĂ€usern.

Russland nennt militÀrische Ziele

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, Kiew und sein Umland sowie die Region Odessa seien angegriffen worden. In Kiew und der Region seien zwei Waffenlager und zwei Datenzentren getroffen worden. FĂŒr die Region Odessa nannte Moskau unter anderem zwei Schiffe, ein Umspannwerk und Hafenobjekte als Ziele.

Russland fĂŒhrt seit mehr als viereinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Luftabwehr als zentrale Front

Die russischen Angriffe verbinden Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Raketen. FĂŒr die Ukraine erhöht diese Mischung den Druck auf die Luftverteidigung, weil unterschiedliche Flugprofile, Geschwindigkeiten und Reichweiten gleichzeitig bewĂ€ltigt werden mĂŒssen. Ballistische Raketen gelten dabei als besonders anspruchsvoll, da sie große Teile ihrer Flugbahn mit hoher Geschwindigkeit zurĂŒcklegen.

Die von Selenskyj genannten Systeme NASAMS sind fĂŒr die Ukraine deshalb ein wichtiger Bestandteil eines mehrschichtigen Schutzes. Ihre Wirksamkeit hĂ€ngt jedoch nicht allein von den AbschussgerĂ€ten ab, sondern auch von verfĂŒgbaren Abfangraketen, RadaraufklĂ€rung, geschĂŒtzten Stellungen und der Koordination mit anderen Systemen. Jeder erfolgreiche Abfangvorgang schĂŒtzt potenziell Menschen, Energieanlagen und kritische Infrastruktur.

MilitÀrische und politische Folgen

Die Angriffe treffen nach ukrainischen Angaben neben WohnhĂ€usern auch Energieobjekte, Unternehmen, Datenzentren und Hafenanlagen. Damit zielt die russische Luftkampagne nicht nur auf unmittelbare militĂ€rische Effekte, sondern belastet zugleich die Versorgung, die Wirtschaft und die WiderstandsfĂ€higkeit des Landes. FĂŒr die Bevölkerung bleibt der Luftalarm auch dann relevant, wenn einzelne Flugkörper abgefangen werden.

Die UnterstĂŒtzung aus den USA, Norwegen, Deutschland und Frankreich verweist auf die internationale Arbeitsteilung bei der ukrainischen Luftverteidigung. Kiew benötigt dabei nicht nur weitere Systeme, sondern dauerhaft Munition und Ersatzteile. FĂŒr europĂ€ische UnterstĂŒtzer wird die Frage damit zu einer langfristigen sicherheits- und finanzpolitischen Aufgabe.

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