Myanmar, Regierung

Seltene Bilder von Aung San Suu Kyi: Treffen mit Rotem Kreuz

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 08:22 Uhr | dpa.de

Lange war ĂŒber den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand von Aung San Suu Kyi so gut wie nichts bekannt. Nun hat die MilitĂ€rregierung Fotos eines Treffens mit dem Roten Kreuz veröffentlicht.

  • Wo das Treffen Suu Kyis mit Arnaud de Baecque stattfand, blieb unklar. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
    Wo das Treffen Suu Kyis mit Arnaud de Baecque stattfand, blieb unklar. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
  • Es war das erste Treffen mit einem auslĂ€ndischen Vertreter seit dem Putsch vor fĂŒnfeinhalb Jahren. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
    Es war das erste Treffen mit einem auslĂ€ndischen Vertreter seit dem Putsch vor fĂŒnfeinhalb Jahren. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
  • Die MilitĂ€rregierung veröffentlichte auch Fotos, die Suu Kyi an ihrem Geburtstag im Juni zeigen sollen. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
    Die MilitÀrregierung veröffentlichte auch Fotos, die Suu Kyi an ihrem Geburtstag im Juni zeigen sollen. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa
Wo das Treffen Suu Kyis mit Arnaud de Baecque stattfand, blieb unklar. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa Es war das erste Treffen mit einem auslĂ€ndischen Vertreter seit dem Putsch vor fĂŒnfeinhalb Jahren. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa Die MilitĂ€rregierung veröffentlichte auch Fotos, die Suu Kyi an ihrem Geburtstag im Juni zeigen sollen. - Bild: Uncredited/Myanmar President Office via AP/dpa

Erstmals seit dem MilitĂ€rputsch in Myanmar vor fĂŒnfeinhalb Jahren ist ein Treffen der frĂŒheren Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit einem auslĂ€ndischen Vertreter öffentlich bekanntgeworden. Die MilitĂ€rregierung veröffentlichte Aufnahmen, die die FriedensnobelpreistrĂ€gerin (81) bei einem Treffen mit dem Myanmar-ReprĂ€sentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Arnaud de Baecque, zeigen. Zu ihrem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand gab es zuvor jahrelang kaum verlĂ€ssliche Informationen.

Das Staatsfernsehen berichtete, das Treffen habe am Morgen (Ortszeit) stattgefunden. Wo Suu Kyi und De Baecque zusammenkamen, wurde nicht bekannt. Die Aufnahmen zeigen beide in einem holzvertĂ€felten Raum. Die MilitĂ€rregierung veröffentlichte auch Bilder vom 81. Geburtstag der frĂŒheren Freiheitsikone im Juni, auf denen sie offenbar im Hausarrest einen Geburtstagskuchen anschneidet.

Sohn spricht von Zeichen der Hoffnung

Das Rote Kreuz bestĂ€tigte das Treffen in einer Mitteilung. «Der Besuch erfolgte gemĂ€ĂŸ den Standards und Verfahren des IKRK fĂŒr Besuche bei Inhaftierten», hieß es darin. «Dazu gehörte auch die Gelegenheit, mit Aung San Suu Kyi unter vier Augen zu sprechen.» Weitere Details wurden nicht bekannt.

Suu Kyis Sohn Kim Aris sprach in sozialen Medien von einem Zeichen der Hoffnung. «Dies ist ein wichtiger erster Schritt, aber er darf nicht der letzte sein», schrieb der 49-JĂ€hrige auf Facebook. Er hoffe, der IKRK-Besuch fĂŒhre zu einem besseren humanitĂ€ren Zugang, direktem Kontakt mit seiner Mutter, glaubwĂŒrdigen Informationen ĂŒber ihr Wohlergehen und letztendlich zu ihrer Freilassung.

Vom GefÀngnis in den Hausarrest

Suu Kyi steht seit dem MilitĂ€rputsch vom Februar 2021 unter Arrest. Damals hatte das MilitĂ€r die demokratisch gewĂ€hlte Regierung gestĂŒrzt und die Politikerin festgenommen. Seitdem war sie weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt. SpĂ€ter wurde sie wegen angeblicher Vergehen zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt. Immer wieder gab es Sorge um ihren Gesundheitszustand, unter anderem war von Herzproblemen die Rede. Nach Angaben der Behörden wurde sie Ende April aus einem GefĂ€ngnis in Hausarrest verlegt.

Suu Kyi war jahrzehntelang die bekannteste Oppositionspolitikerin Myanmars und erhielt 1991 den Friedensnobelpreis fĂŒr ihren gewaltlosen Einsatz fĂŒr Demokratie. Bereits von 1989 bis 2010 verbrachte sie insgesamt 15 Jahre isoliert unter Hausarrest. 

Seit dem Putsch von 2021 befindet sich das frĂŒhere Birma in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewĂ€hlten Regierung hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither prĂ€gen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.

Kritik an umstrittener Wahl

Nach einer international sehr umstrittenen Wahl wurde Armeechef Min Aung Hlaing im April vom Parlament zum PrÀsidenten erklÀrt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der MilitÀrmacht. Die Veröffentlichung der Fotos kam nur wenige Tage vor einem geplanten offiziellen Besuch Min Aung Hlaings im Nachbarland Thailand.

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