«Sprache Hitlers»: Biden wirft Trump Nazi-Vokabular vor
Veröffentlicht: 22.05.2024 um 01:54 Uhr, dpa.de
US-PrĂ€sident Joe Biden hat seinem AmtsvorgĂ€nger und Wahlkampf-Rivalen Donald Trump nach der Verbreitung eines fragwĂŒrdigen Videoclips erneut Nazi-Rhetorik vorgeworfen. Trump nutze «die Sprache Hitlers», nicht die Amerikas, sagte Biden in einem Wahlkampfvideo. In dem kurzen Clip hĂ€lt der Demokrat ein Telefon in der Hand und sagt mit Bezug auf das Video: «Das ist auf seinem offiziellen Account? Wow.»
Auch bei einer Wahlkampfveranstaltung in Boston griff Biden den Republikaner an, der im November erneut ins WeiĂe Haus einziehen will. Die Bedrohung, die von einer zweiten Amtszeit Trumps ausgehe, sei gröĂer als wĂ€hrend seiner ersten PrĂ€sidentschaft, sagte der 81-JĂ€hrige laut mitreisender Presse. Er nannte Trump demnach «gestört» und warf ihm Rachsucht nach der verlorenen PrĂ€sidentenwahl 2020 vor.Â
Trump hatte auf der von ihm mit begrĂŒndeten Plattform Truth Social ein - spĂ€ter wieder gelöschtes - Video geteilt, in dem fiktive Zeitungsartikel gezeigt wurden zu dem möglichen Szenario, dass der republikanische PrĂ€sidentschaftsbewerber bei der Wahl im November erneut gewinnen könnte. In einer der Schlagzeilen war unter anderem von der Schaffung eines «geeinten Reiches» die Rede.
Sprecherin:Â Video nicht Teil der Wahlkampagne
Trumps Umfeld bestÀtigte spÀter, dass der Clip von dessen Account entfernt worden sei. Eine Sprecherin seines Wahlkampfteams erklÀrte auf Anfrage, es habe sich nicht um ein Video der Wahlkampagne gehandelt. Es stamme von irgendeinem Account und sei von einem Mitarbeiter, «der das Wort offensichtlich nicht gesehen hat», auf Trumps Account verbreitet worden.
Der Begriff wird oft mit dem «Dritten Reich» der Nazis in Deutschland in Verbindung gebracht. US-Medien zufolge bezieht sich das Wort Reich in dem Video aber vermutlich eher auf die GrĂŒndung des Deutschen Reiches im Jahr 1871. Demnach soll der Text aus einem Wikipedia-Eintrag zum Ersten Weltkrieg stammen. Das Video sei mit einer vorgefertigten Zeitungsartikel-Maske erstellt worden. Sie ist auch in anderen Clips im Netz verwendet worden. Auch andere Zeitungs-Schlagzeilen in dem auf Trumps Plattform verbreiteten Video nehmen Bezug auf den Ersten Weltkrieg.Â
Trump bedient sich regelmĂ€Ăig radikaler Rhetorik
Trump will bei der PrĂ€sidentenwahl im November erneut gegen Biden antreten. Im Wahlkampf bedient er sich regelmĂ€Ăig radikaler Rhetorik, benutzt hasserfĂŒllte und entmenschlichende Sprache, tut sich mit rassistischen Aussagen hervor und hetzt gegen Minderheiten. Politische Gegner hat er in der Vergangenheit als «Ungeziefer» verunglimpft.
In anderen Wahlkampfauftritten sagte Trump beispielsweise, dass einige Migranten gar keine «Menschen» seien - oder dass Migranten das «Blut unseres Landes vergiften». Bidens Regierung verglich der 77-JÀhrige mit der Gestapo. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war in den Jahren 1933 bis 1945 die politische Polizei des Nazi-Regimes.
