Friedrich Merz, Südkorea

Südkorea: Merz wünscht Koreanern die Wiedervereinigung

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Beim Treffen mit Präsident Lee Jae Myung erinnert der Kanzler an Deutschlands Teilungsgeschichte. Der Besuch verbindet die politische Botschaft mit Gesprächen über Wirtschaft und Sicherheit in Ostasien.

Merz verbindet Seoul-Besuch mit Grenztermin

  • Merz traf zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs in Südkorea Präsident Lee Jae Myung.
  • In das Gästebuch schrieb der Kanzler seinen Wunsch nach „Einheit in Freiheit“ für die Menschen in Korea.
  • Am Freitag will Merz die entmilitarisierte Zone an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea besuchen.
Der erste Termin des Kanzlers in Seoul ist beim Präsidenten. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Merz setzt in Seoul Zeichen für koreanische Einheit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Menschen in Nord- und Südkorea zum Auftakt seines Besuchs die Wiedervereinigung gewünscht. Beim Treffen mit Präsident Lee Jae Myung schrieb er in das Gästebuch, er wünsche den Menschen in Korea, was Deutschland erleben dürfe: „Einheit in Freiheit.“

Besuch an der Grenze geplant

Merz ist an der letzten Station seiner zweitägigen Asienreise angekommen. Am Freitag will der Kanzler die entmilitarisierte Zone an der Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten besuchen.

Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 geteilt. Nordkorea wird von Kim Jong Un regiert, während Südkorea eine Demokratie mit engen Beziehungen zu westlichen Staaten wie Deutschland ist.

Wirtschaftsgipfel mit mehr als 1.000 Teilnehmern

Neben den politischen Gesprächen steht die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Seoul auf dem Programm. Zu dem Treffen werden mehr als 1.000 hochrangige Teilnehmer aus Deutschland und dem indopazifischen Raum erwartet.

Begleitet wird Merz von einer Delegation aus Industrie, Technologie, Energie und Verteidigung. Im Mittelpunkt stehen auch Südkoreas Bedeutung als Technologiestandort und die wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz fällt in eine Phase, in der Deutschland seine Beziehungen zu Südkorea politisch und wirtschaftlich vertieft. Seoul gehört wegen seiner starken Industrie, insbesondere bei Halbleitern, Batterien und Technologie, zu den wichtigen Partnern Deutschlands im Indopazifik.

Der Verweis auf die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung besitzt auf der koreanischen Halbinsel eine besondere politische Bedeutung. Während Deutschland seine Einheit 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges erreichte, besteht die Teilung Koreas seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 fort. Die entmilitarisierte Zone markiert bis heute die hochgerüstete Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

Wirtschaft und Sicherheit im Mittelpunkt

Der zweitägige Aufenthalt verbindet symbolische Diplomatie mit konkreten Interessen. Neben dem Treffen mit Präsident Lee Jae Myung steht die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft auf dem Programm, zu der mehr als 1.000 hochrangige Teilnehmer aus Deutschland und dem indopazifischen Raum erwartet werden. Die deutsche Delegation umfasst Vertreter aus Industrie, Technologie, Energie und Verteidigung.

Für Deutschland ist Südkorea zugleich ein Partner bei der Verringerung wirtschaftlicher Abhängigkeiten von China und bei Zukunftstechnologien. Die Bedeutung koreanischer Chipproduzenten dürfte angesichts des wachsenden Bedarfs für künstliche Intelligenz weiter zunehmen. Der Besuch an der Grenze zu Nordkorea rückt zusätzlich die sicherheitspolitische Lage in Ostasien in den Blick.

Disclaimer...
de | ausland | 70427185 |