Kampagne fordert Lebenszeichen von Aung San Suu Kyi
21.04.2026 - 10:27:31 | dpa.de
Mit wachsender Sorge um ihr Schicksal haben Aktivisten in Myanmar eine internationale Kampagne gestartet, um ein Lebenszeichen von FriedensnobelpreistrĂ€gerin Aung San Suu Kyi zu erzwingen. Die Initiative unter dem Namen «Proof of Life» fordert von der MilitĂ€rjunta einen Beleg dafĂŒr, dass die entmachtete frĂŒhere Regierungschefin (80) noch am Leben ist. Im Internet unterstĂŒtzten viele User die Forderung.
Die Kampagne wurde von der Menschenrechtsgruppe «All in One Piece»-Bewegung ins Leben gerufen. UnterstĂŒtzt wird sie auch von Suu Kyis Sohn Kim Aris, der die MilitĂ€rfĂŒhrung im frĂŒheren Birma seit Monaten öffentlich auffordert, Informationen ĂŒber den Zustand seiner Mutter preiszugeben. Sie ist seit Jahren weitgehend von der AuĂenwelt abgeschnitten.
Gesundheitszustand ist unklar
Die einst als Freiheitsikone gefeierte Suu Kyi war im Zuge des MilitĂ€rputschs vom Februar 2021 festgenommen worden. Sie wurde spĂ€ter wegen angeblicher Vergehen zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt. Wie ihre Haftbedingungen sind und wie es ihr geht, ist aber unklar. «Die Ăffentlichkeit glaubt oft, sie stehe noch immer unter Hausarrest, dabei hat sie die ganze Zeit im GefĂ€ngnis verbracht», sagte ihr Sohn vor wenigen Tagen dem Nachrichtenportal «Democratic Voice of Burma» (DVB).
Bereits im September hatte sich Kim Aris in einem Video an die Ăffentlichkeit gewandt und von «sich verschlimmernden Herzkomplikationen» seiner Mutter berichtet. Niemand wisse, ob sich jemand um sie kĂŒmmere, erklĂ€rte er damals. Das Vorgehen des MilitĂ€rs sei «grausam, lebensbedrohlich und inakzeptabel».
Suu Kyi hatte bereits frĂŒher insgesamt rund 15 Jahre unter Hausarrest gestanden. WĂ€hrend dieser Zeit in ihrer Villa in Yangon (frĂŒher: Rangun) war sie weitgehend von der AuĂenwelt isoliert, wurde jedoch international als Symbol des gewaltfreien Widerstands gegen die MilitĂ€rdiktatur bekannt.
Massenamnestie - aber nicht fĂŒr Suu Kyi
KĂŒrzlich hatten die Behörden anlĂ€sslich des Neujahrsfestes in dem sĂŒdostasiatischen Land Tausende Gefangene freigelassen, darunter ĂŒberraschend den frĂŒheren PrĂ€sidenten Win Myint. ZunĂ€chst gab es Spekulationen, dass auch Suu Kyi freikommen könnte - jedoch gehörte sie nicht zu den Begnadigten. Stattdessen wurde nur ihre Haftstrafe um wenige Jahre reduziert.Â
Die Kampagne setzt vor allem auf sozialen Druck: UnterstĂŒtzer sollen ihre Forderungen in sozialen Netzwerken verbreiten und Regierungen weltweit dazu aufrufen, die Junta zu mehr Transparenz zu drĂ€ngen. Auch Prominente und Politiker beteiligten sich. Der bekannte Schauspieler Khar Ra veröffentlichte ein Video, in dem er fragt: «Wo ist Aung San Suu Kyi? Lebt sie noch?»
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