Tausende Tschechen demonstrieren fĂŒr PrĂ€sident Pavel
Veröffentlicht: 15.02.2026 um 21:34 Uhr, dpa.deTausende Menschen sind in mehr als 400 StĂ€dten und Gemeinden Tschechiens auf die StraĂe gegangen, um sich demonstrativ hinter den liberalen PrĂ€sidenten Petr Pavel zu stellen. Wie die Nachrichtenagentur CTK berichtete, folgten die Kundgebungsteilnehmer damit einem Aufruf der Initiative «Millionen Augenblicke fĂŒr Demokratie», das Staatsoberhaupt in einem Streit mit der rechtspopulistischen Regierung zu unterstĂŒtzen.
Am 1. Februar hatten sich in der Hauptstadt Prag nach Angaben der Organisatoren bereits bis zu 90.000 Teilnehmer zu einer Kundgebung mit demselben Ziel versammelt. Diesmal sollten die anderen StĂ€dte und auch kleineren Gemeinden des Landes folgen. FĂŒr 21. MĂ€rz will die selbe Protestinitiative eine Massenkundgebung am Letna-HĂŒgel in Prag mit dem Slogan «Wir lassen uns nicht unsere Zukunft stehlen!» organisieren.
«Ich stehe zum PrÀsidenten»
In Tschechiens zweitgröĂter Stadt BrĂŒnn (auf Tschechisch Brno) kamen nach CTK-Informationen 8.000 bis 10.000 Menschen zusammen, in manchen kleineren Orten waren es nur wenige Hundert. In den Medien veröffentlichte Fotos und Videos der Kundgebungen in StĂ€dten wie Ostrau (Ostrava) oder Pardubitz (Pardubice) zeigten Menschen, die Bilder von PrĂ€sident Pavel trugen. Es gab aber auch Transparente mit durchgestrichenen Fotos von Regierungsmitgliedern oder mit Slogans wie «Ich stehe zum PrĂ€sidenten» oder «Ich schĂ€me mich fĂŒr die gegenwĂ€rtige Regierung».
Streit um Ministerposten
PrĂ€sident Pavel hatte Ende Januar erklĂ€rt, AuĂenminister Petr Macinka, der zugleich Parteichef der mitregierenden Autofahrerpartei Motoristen ist, versuche ihn zu erpressen. Die Motoristen verlangen einen Ministerposten fĂŒr ihren Ehrenvorsitzenden Filip Turek. Der soll sich aber in der Vergangenheit rassistisch und sexistisch geĂ€uĂert haben, weshalb ihn Pavel ablehnt.
Die Koalition aus der Partei ANO von Regierungschef Andrej Babis, den Motoristen und der ultrarechten Partei Freiheit und direkte Demokratie verfĂŒgt ĂŒber eine Mehrheit von 108 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus.
