Donald Trump, Xi Jinping

Trump empfängt Xi im Weißen Haus zu Handel und KI

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Beim zweitägigen Staatsbesuch sprechen die Präsidenten über ausgewogenere Handelsbeziehungen, Marktzugang und die Kontrolle leistungsfähiger KI. Xi wirbt zugleich für offene Märkte und regelmäßigen militärischen Dialog zwischen China und den USA.

Trump empfängt Xi im Weißen Haus: Handel und KI im Fokus
Donald Trump (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Staatschef Xi Jinping zu dessen zweitägigem Staatsbesuch im Weißen Haus empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Handel, Sicherheit, Technologie und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Trump hebt Handelsfortschritte hervor

Trump sagte, bei der Zusammenarbeit mit Xi seien bei den Problemen beider Länder enorme Fortschritte erzielt worden. Er verwies auf eine während seines letzten Besuchs im Mai gegründete Handelskammer und auf Bemühungen um ausgewogenere Handelsbeziehungen.

Dazu zählt nach seinen Angaben ein neuer Marktzugang für US-amerikanische Landwirte. Während des Staatsbesuchs sollten zudem dringende Fragen zu Sicherheit, Technologie und Superintelligenz erörtert werden.

Xi wirbt für Kooperation und offene Märkte

Xi erklärte, die Interessen Chinas und der USA seien eng miteinander verflochten. China halte seine Tür für US-Unternehmen offen; zugleich erwarte Peking, dass chinesische Firmen in den Vereinigten Staaten fair behandelt würden.

Beide Länder seien führend bei Künstlicher Intelligenz und trügen Verantwortung, die Technologie zum Wohl der Menschheit zu entwickeln und unter menschlicher Kontrolle zu halten. Xi forderte außerdem regelmäßigen Dialog zwischen den Streitkräften, um Krisenkommunikation und Krisenprävention zu verbessern.

Der Empfang im Weißen Haus ist der sichtbare Auftakt eines Staatsbesuchs, bei dem wirtschaftliche Interessen und strategische Risiken eng miteinander verbunden sind. Washington und Peking versuchen, eine Eskalation im Handelskonflikt zu verhindern, ohne zentrale Streitfragen wie Technologieexporte, Lieferketten und Sicherheitsinteressen aufzugeben.

Besonders sensibel ist der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Beide Seiten wollen ihre technologische Wettbewerbsfähigkeit sichern, zugleich aber verhindern, dass KI-Anwendungen im militärischen Bereich Krisen verschärfen. Xis Forderung nach regelmäßigem Dialog zwischen den Streitkräften zielt deshalb auf Kommunikationskanäle, die Fehlkalkulationen begrenzen könnten.

Handel bleibt der praktische Prüfstein

Für Unternehmen und Verbraucher sind mögliche Vereinbarungen über Zölle, Marktzugang und Rohstoffe unmittelbarer als politische Grundsatzerklärungen. Eine Verlängerung bestehender Handelsarrangements könnte Planungssicherheit schaffen, würde den strukturellen Wettbewerb zwischen den beiden größten Volkswirtschaften aber nicht beenden.

Die Gespräche haben zudem Bedeutung für internationale Lieferketten. Seltene Erden, Halbleiter, Agrarprodukte und digitale Technologien sind längst Teil sicherheits- und industriepolitischer Strategien. Fortschritte bei landwirtschaftlichen Exporten oder beim Marktzugang könnten kurzfristig Entlastung bringen; verbindliche Regeln für KI und eine dauerhafte Stabilisierung der Beziehungen wären deutlich anspruchsvoller.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Staatsbesuch in den USA: Xi bringt schwierige Themen mit“ (24.09.2026)

Der Beitrag bestätigt den Empfang und ordnet Handel sowie Künstliche Intelligenz in eine deutlich breitere Agenda ein. Im Mittelpunkt stehen die Schwierigkeit schneller Vereinbarungen, die befristete Verlängerung der Zollpause und das Ziel, neue Spannungen zu vermeiden.

taz: „Xi Jinping besucht Trump: Sein neues Selbstbewusstsein“ (23.09.2026)

Die taz legt den Schwerpunkt auf Chinas Verhandlungslage, strategische Lieferketten und den Wettbewerb um technologische Standards. Anders als die unmittelbare Meldung über den Empfang betont der Artikel die strukturellen Konflikte hinter den Gesprächen und die begrenzten Aussichten auf eine umfassende Einigung.

Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Einschätzung, dass Handel und KI zentrale Gesprächsfelder sind, während Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Abhängigkeiten den Spielraum für dauerhafte Lösungen begrenzen.

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