Iran antwortet auf US-Vorschlag - Trump: völlig inakzeptabel
11.05.2026 - 01:04:01 | dpa.deBei den Verhandlungen fĂŒr eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs ist weiter kein Durchbruch in Sicht. US-PrĂ€sident Donald Trump hĂ€lt die jĂŒngste Antwort des Irans auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges fĂŒr «völlig inakzeptabel». Er sprach auch weitere Drohungen gegen die Islamische Republik aus. In Teheran zeigte man sich davon erneut unbeeindruckt.
«Ich habe gerade die Antwort der sogenannten "Vertreter" des Irans gelesen. Das gefĂ€llt mir nicht - VĂLLIG INAKZEPTABEL», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Details zu dem Vorschlag oder nĂ€chsten Schritten gab es nicht. Bereits Stunden zuvor hatte Trump in einem anderen Beitrag Teheran gedroht. «Die werden nicht mehr lange lachen!», hieĂ es.
Im Iran zitierte die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Tasnim eine informierte Quelle, derzufolge Trumps Reaktion keinerlei Bedeutung habe. Niemand im Iran verfasse VorschlÀge, um Trump zu gefallen, hieà es. Das Verhandlungsteam solle nur VorschlÀge ausarbeiten, die im Interesse des iranischen Volkes seien.
Irans Antwort ging an den Vermittler Pakistan
Am Sonntag hatte der Iran eine Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges an den Vermittler Pakistan weitergegeben. Der Staatssender Irib berichtete, der vom Iran vorgeschlagene Text konzentriere sich auf die Beendigung der Kampfhandlungen an allen Fronten, insbesondere im Libanon, sowie auf die GewĂ€hrleistung der Sicherheit der Schifffahrt.Â
Irans Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prĂŒfe einen Vorschlag aus den USA. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende AbsichtserklĂ€rung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen fĂŒr zunĂ€chst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden.Â
Diskutiert werden Medienberichten zufolge auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der StraĂe von Hormus. Zudem soll eine Grundlage fĂŒr Verhandlungen ĂŒber Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden.
Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb am Sonntag mit Blick auf Trumps Unzufriedenheit mit der jĂŒngsten Antwort auf X, der Iran habe weder jetzt noch in absehbarer Zeit die Absicht, zu kapitulieren oder Washingtons Forderungen zu akzeptieren. Selbst bei Wiederaufnahme der militĂ€rischen Konfrontation sei nicht zu erwarten, dass Teheran seinen Kurs Ă€ndere. Die einzig realistischen Wege zu einer Einigung seien entweder ein Kompromiss bei zentralen iranischen Forderungen - oder ein Regimewechsel im Iran. FĂŒr Letzteres mĂŒsste Washington enorme militĂ€rische, politische und wirtschaftliche Ressourcen bereitstellen.
Trump und Netanjahu fordern Herausgabe von angereichertem Uran
Unterdessen zeigte sich Trump zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten «irgendwann» das angereicherte Uran des Irans sichern wĂŒrden. «Nun, wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen», sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Sendung «Full Measure». Das Material stehe «unter Beobachtung» der USA, behauptete Trump weiter. «Wenn sich jemand dem Ort nĂ€hert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen.»
Auch der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu verwies darauf: Es gĂ€be immer noch angereichertes Uran, das aus dem Iran entfernt werden mĂŒsse, sagte er in der CBS-Sendung «60 Minutes» laut vorab veröffentlichter Vorschau. So lange dies nicht passiert sei, sei der Krieg nicht beendet. Auf die Frage, wie das hoch angereicherte Uran aus dem Iran entfernt werden solle, sagte Netanjahu: «Man geht hin und holt es heraus.» Wie dies genau ablaufen und bis wann das Material aus dem Iran geschafft werden solle, wollte Netanjahu nicht sagen.
US-Senator: US-MunitionsvorrÀte stark aufgebraucht
Unterdessen warnte ein US-Senator davor, dass die Munitions- und RaketenvorrĂ€te des US-MilitĂ€rs stark aufgezehrt seien. Es sei «schockierend, wie stark wir diese BestĂ€nde aufgebraucht haben», sagte Mark Kelly in der CBS-Sendung «Face The Nation». Es werde Jahre dauern, um diese BestĂ€nde wieder aufzubauen. Als Mitglied des StreitkrĂ€fte-Ausschusses hatte das Pentagon den Senator aus Arizona ĂŒber bestimmte Munitionsarten informiert â nach Kellys Aussage gehörten dazu etwa Angaben zu Raketen der Typen Tomahawk, ATACMS, SM-3 oder fĂŒr Patriots.Â
Kelly warnte, dass die USA im Falle eines lĂ€ngeren Angriffs nicht in der Lage sein könnten, ihr Land zu verteidigen. Die Vereinigten Staaten wĂŒrden sich dann in einer schlechteren Lage befinden, «als wir es sonst wĂ€ren, wenn dieser Krieg im Iran nicht stattgefunden hĂ€tte». Er kritisierte, dass Trump die USA in einen Krieg «ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan» hineingezogen habe.
Derzeit versucht das Pentagon, eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben genehmigt zu bekommen. Der Haushaltsentwurf der Trump-Regierung sieht fĂŒr das Haushaltsjahr 2027 knapp 1,5 Billionen US-Dollar fĂŒr Verteidigungsausgaben vor. Kelly bezeichnete dies als unverschĂ€mt. Das Budget des Pentagons habe bei seinem Start im Senat vor fĂŒnfeinhalb Jahren bei 700 Milliarden Dollar gelegen, sagte er weiter bei «Face The Nation».
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