Donald Trump, Ukraine-Krieg

Trump setzt Russland-Sanktionen bis 2027 aus

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 11:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-PrĂ€sident Donald Trump setzt geplante neue Sanktionen gegen Russland aus und vereinbart Diesel-Lieferungen mit Wladimir Putin. FĂŒr die Ukraine verschĂ€rft sich damit die AbhĂ€ngigkeit von europĂ€ischen Partnern und den verbleibenden US-Leistungen.

US-Hilfen und Russlands Kriegskasse

  • Trump setzte geplante neue Sanktionen gegen Russland kurz vor ihrem Inkrafttreten aus.
  • Das US-Finanzministerium erlaubt Dieselimporte aus Russland bis zum 7. April 2027.
  • Die Ukraine ist bei AufklĂ€rung, Starlink, Patriot-Raketen und US-WaffenkĂ€ufen abhĂ€ngig.
  • Hat Trump sich dauerhaft fĂŒr Moskau und gegen Kiew entschieden? - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Noch zeigt die Ukraine großen Willen zum Widerstand. - Bild: Mykola Tys/AP/dpa
  • TĂ€glich kommt es Zerstörungen durch russische Luftangriffe in der Ukraine. - Bild: Kateryna Klochko/AP/dpa
  • Putin sieht sich als Kriegsherr weiter auf der Siegerstraße. - Bild: Uncredited/Russian Presidential Press Service via AP/dpa
Hat Trump sich dauerhaft fĂŒr Moskau und gegen Kiew entschieden? - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Noch zeigt die Ukraine großen Willen zum Widerstand. - Bild: Mykola Tys/AP/dpa TĂ€glich kommt es Zerstörungen durch russische Luftangriffe in der Ukraine.  - Bild: Kateryna Klochko/AP/dpa Putin sieht sich als Kriegsherr weiter auf der Siegerstraße. - Bild: Uncredited/Russian Presidential Press Service via AP/dpa

Trump setzt Ukraine mit Russlandkurs unter Druck

US-PrĂ€sident Donald Trump hat mit Kremlchef Wladimir Putin Vereinbarungen getroffen und setzt geplante neue Sanktionen gegen Russland kurz vor ihrem Inkrafttreten aus. Zugleich erlaubt Washington vorĂŒbergehend russische Dieselimporte, wĂ€hrend die Ukraine vor einem schweren Kriegswinter und einer möglichen EinschrĂ€nkung wichtiger US-UnterstĂŒtzung steht.

Trump begrĂŒndet die Sanktionspause mit dem nationalen Interesse der USA und stellt den Diesel-Deal als Maßnahme gegen hohe Spritpreise dar. Die Schritte fallen wenige Wochen vor den wichtigen Kongresswahlen in den USA und nach den Folgen des Iran-Kriegs.

Diesel-Deal und ausgesetzte Sanktionen

Nach einem Telefonat mit Putin verkĂŒndete Trump, Russland werde hunderttausende Tonnen Diesel fĂŒr die USA und den Weltmarkt bereitstellen. Im Gegenzug hoben die USA Sanktionen gegen russischen Diesel vorĂŒbergehend auf.

Eine Woche spĂ€ter setzte Trump geplante neue Sanktionen gegen Russland kurz vor ihrem Inkrafttreten aus. Sie sollten russische Öl- und Gasexporte stĂ€rker eindĂ€mmen, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine finanziert.

Wahlkampf bestimmt den Kurs

Trump macht Selenskyj wiederholt fĂŒr eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich und fordert ihn auf, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Republikaner haben den Iran-Krieg zuletzt ungewöhnlich deutlich fĂŒr gestiegene Preise verantwortlich gemacht.

Die vorĂŒbergehende Erlaubnis fĂŒr Verkauf, Lieferung, Entladen und Import russischen Diesels gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums bis zum 7. April 2027. Damit reicht sie gut fĂŒnf Monate ĂŒber die Zwischenwahlen Anfang November hinaus.

Starlink sorgt fĂŒr zusĂ€tzliche Unsicherheit

Das ukrainische MilitĂ€r klagt seit mehreren Tagen ĂŒber eine Drosselung des militĂ€risch wichtigen Satelliteninternets Starlink. Die Sonderfunktion Starshield gehört zum Firmenreich von Elon Musk, wird dessen Angaben zufolge aber vom Pentagon kontrolliert. Trump bestreitet eine Verantwortung fĂŒr die EinschrĂ€nkung.

FĂŒr die ukrainische Armee ist Starlink zentral: Die StreitkrĂ€fte kommunizieren darĂŒber, steuern Drohnen und koordinieren EinsĂ€tze. Auch bei AufklĂ€rungsdaten, Patriot-Flugabwehr und WaffenkĂ€ufen ĂŒber das PURL-Programm bleibt die Ukraine auf amerikanische FĂ€higkeiten oder Lieferungen angewiesen.

Selenskyj kritisiert Kurswechsel

In der Ukraine ist das Entsetzen ĂŒber Trumps Kurs groß. Russischer Drohnen- und Raketenbeschuss hat seit August zivile Opfer gefordert und das ukrainische Energiesystem geschwĂ€cht.

Menschenrechtsaktivistin Olexandra Matwijtschuk warf Trump vor, Putin zum Sieg zu verhelfen. Selenskyj bezeichnete die Aussetzung der Sanktionen als falsch und sagte: „Es hilft eindeutig nur den Russen.“ Zugleich erklĂ€rte er, weiterhin zu GesprĂ€chen mit den USA bereit zu sein.

Putin erhÀlt wirtschaftlichen Spielraum

FĂŒr Putin wird das KriegfĂŒhren nach EinschĂ€tzung der dpa leichter, weil der US-Druck sinkt und Einnahmen aus DieselverkĂ€ufen in die russische Kriegskasse fließen können. Kreml-Beauftragter Kirill Dmitrijew stellte eine fĂŒr beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit in Aussicht.

An Russlands grundsĂ€tzlichem Ziel, die Ukraine zu unterwerfen, Ă€ndert sich dadurch nichts. Der frĂŒhere Ölmagnat und Regierungsgegner Michail Chodorkowski sagte, Putin gehe davon aus, dass Russland den lĂ€ngeren Atem habe.

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Trumps Kurs verbindet mehrere Entscheidungen, die fĂŒr die Ukraine strategisch zusammenwirken: Washington setzt geplante Sanktionen gegen Russland aus, erlaubt vorĂŒbergehend Dieselimporte und ĂŒbt zugleich Druck auf Kiew aus. Die Maßnahmen stehen nach der dpa-Meldung im Zusammenhang mit den Folgen des Iran-Kriegs, steigenden Treibstoffpreisen und dem US-Wahlkampf vor den Kongresswahlen.

FĂŒr Moskau sinkt damit kurzfristig der wirtschaftliche und politische Druck. Das ausgesetzte Sanktionspaket sollte russische Einnahmen aus Energieexporten begrenzen und weitere Akteure treffen. Der Diesel-Deal schafft zudem eine direkte Verbindung zwischen amerikanischen Verbraucherinteressen und einer russischen Energiequelle. Eine nennenswerte Entlastung der US-Treibstoffpreise ist dabei keineswegs automatisch zu erwarten.

AbhĂ€ngigkeit von US-UnterstĂŒtzung

MilitĂ€risch bleibt die Ukraine besonders bei AufklĂ€rungsdaten, Satellitenkommunikation und Patriot-Flugabwehr auf amerikanische FĂ€higkeiten angewiesen. EuropĂ€ische Staaten können einzelne LĂŒcken schließen, die US-KapazitĂ€ten aber nur teilweise ersetzen. Eine Drosselung von Starlink hĂ€tte deshalb nicht nur technische, sondern unmittelbare operative Folgen fĂŒr Drohnen, Kommunikation und die Koordination an der Front.

Der Zeitraum bis zu den US-Zwischenwahlen Anfang November erhöht den innenpolitischen Druck auf Trump. Die ausgesetzte Diesel-Erlaubnis lÀuft nach der dpa-Meldung bis zum 7. April 2027. Dadurch bleibt eine spÀtere Korrektur des Kurses möglich, wÀhrend die Ukraine den kommenden Winter mit geschwÀchter Energieinfrastruktur und begrenzten militÀrischen Reserven bewÀltigen muss.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „USA: Donald Trump stoppt Sanktionspaket gegen Russland“ (17.10.2026)

Der Artikel bestÀtigt die Aussetzung des Sanktionspakets und ordnet sie in Trumps zunehmende Kritik an Selenskyj sowie den Diesel-Deal mit Putin ein. Einen Schwerpunkt legt er auf die geplanten Liefermengen und die Reaktion des ukrainischen PrÀsidenten.

ZDFheute: „Trump setzt geplante Sanktionen gegen Russland aus“ (17.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt den Beschluss und stellt die Kritik Kiews der positiven Reaktion aus Moskau gegenĂŒber. ZusĂ€tzlich beleuchtet er die gesetzliche Frist, die wirtschaftlichen Ziele des Sanktionspakets und die Bedeutung des bevorstehenden Winters.

Beide BeitrĂ€ge beschreiben die Aussetzung der Sanktionen als Entlastung fĂŒr Moskau und als Belastung fĂŒr Kiew. Unterschiede liegen vor allem im Schwerpunkt: Euronews konzentriert sich stĂ€rker auf Dieselhandel und Diplomatie, ZDFheute auf Gesetzesgrundlage, Kriegsfolgen und militĂ€rische AbhĂ€ngigkeiten.

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