Donald Trump, Energie-Waffenruhe

Trump sieht Putin stÀrker an Deal interessiert als Selenskyj

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 00:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der US-PrÀsident sieht Wladimir Putin stÀrker an einer Einigung interessiert als Wolodymyr Selenskyj. Kiew verlangt von Washington konkrete Schritte, nachdem Russland laut Selenskyj die Energie-Waffenruhe verletzt hat.

  • Er glaube, Putin wolle einen Deal mehr als Selenskyj - sagt Trump.  - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Er glaube, Putin wolle einen Deal mehr als Selenskyj - sagt Trump. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj wartet auf «konkrete Schritte» der Amerikaner. - Bild: Attila Husejnow/AP/dpa
    Der ukrainische PrÀsident Selenskyj wartet auf «konkrete Schritte» der Amerikaner. - Bild: Attila Husejnow/AP/dpa
Er glaube, Putin wolle einen Deal mehr als Selenskyj - sagt Trump.  - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Der ukrainische PrÀsident Selenskyj wartet auf «konkrete Schritte» der Amerikaner. - Bild: Attila Husejnow/AP/dpa

Trumps Aussagen zur Energie-Waffenruhe

  • Trump sagte, es habe VerstĂ¶ĂŸe gegen die Energie-Waffenruhe auf beiden Seiten gegeben.
  • Der US-PrĂ€sident erklĂ€rte, Putin wolle eine Einigung stĂ€rker als Selenskyj.
  • Selenskyj forderte in einer Rede beim Warschauer Sicherheitsforum konkrete Schritte der USA.

US-PrÀsident Donald Trump will Russland trotz Kritik an seinem Vorgehen im Ukraine-Krieg nicht stÀrker unter Druck setzen und sieht vor allem die Ukraine in der Pflicht.

Trump sieht Putin als treibende Kraft

Auf die Frage nach VerstĂ¶ĂŸen gegen die von ihm verkĂŒndete Energie-Waffenruhe sagte Trump, er mĂŒsse sich den Vorgang zunĂ€chst ansehen, weil es VerstĂ¶ĂŸe auf beiden Seiten gegeben habe.

Auf Nachfrage, wie er Putin zur Einhaltung der Waffenruhe bewegen wolle, verwies Trump darauf, dass auch Selenskyj zu einer Einigung bereit sein mĂŒsse. Er sagte, Putin sei stĂ€rker an einem Deal interessiert als der ukrainische PrĂ€sident.

Selenskyj verlangt konkrete Schritte

Selenskyj forderte die USA zuvor auf, Russland zur Einhaltung der auf den Energiesektor begrenzten Waffenruhe anzuhalten. In einer per Videoschalte ĂŒbertragenen Rede beim Warschauer Sicherheitsforum sagte er, die Ukraine warte auf konkrete Schritte der Amerikaner.

Selenskyj erklĂ€rte, er sei von Trumps AnkĂŒndigung am Sonntag ĂŒberrascht worden. Kurz danach habe Russland ein Kraftwerk in Charkiw angegriffen und das ukrainische Energiesystem weiter beschĂ€digt.

Ukraine verzichtet auf Angriffe

Die Ukraine sei mit einem Stopp der Angriffe auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland die Vereinbarung ebenfalls respektiere, sagte Selenskyj. Deshalb habe sein Land in der folgenden Nacht auf Angriffe gegen russische Ölraffinerien verzichtet.

Kritik am Diesel-Abkommen

Trump hatte Selenskyj in den vergangenen Tagen mehrfach kritisiert. Nach einem Telefonat mit Putin verlangte er dessen Ablösung und verkĂŒndete eine Vereinbarung ĂŒber die Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland.

EuropĂ€ische VerbĂŒndete und Kritiker in den USA wandten sich gegen das Abkommen. Mehrere US-Senatoren, darunter Republikaner, bezeichneten es als rechtswidrig, weil der Kongress die Einfuhr russischer EnergietrĂ€ger 2022 untersagt hatte, um eine Finanzierung des russischen Krieges zu verhindern.

Waffenruhe bleibt politisch umkÀmpft

Die angekĂŒndigte Energie-Waffenruhe soll Angriffe auf Anlagen der Energieversorgung begrenzen. Damit steht ein besonders empfindlicher Teil der ukrainischen Infrastruktur im Mittelpunkt des Konflikts: BeschĂ€digte Kraftwerke und Netze treffen Haushalte, Unternehmen und die militĂ€rische Logistik unmittelbar.

Trumps Darstellung setzt beide Seiten politisch gleich, obwohl Selenskyj von einem russischen Angriff nach der AnkĂŒndigung berichtet. FĂŒr Kiew geht es deshalb nicht nur um eine begrenzte Feuerpause, sondern um die Frage, ob Washington VerstĂ¶ĂŸe Moskaus sanktioniert und die Vereinbarung praktisch durchsetzt.

Diesel-Deal erhöht den Druck

ZusĂ€tzliche Brisanz erhĂ€lt der Streit durch die von Trump angekĂŒndigten russischen Diesellieferungen. Der Vorgang verbindet Energiepreise in den USA mit der Finanzierung russischer Einnahmen und verschiebt damit die Debatte vom Schlachtfeld auf Handel, Sanktionen und innenpolitische Interessen.

Der BR-Bericht ordnet den Diesel-Deal in Trumps Suche nach niedrigeren Kraftstoffpreisen vor den US-Zwischenwahlen ein und verweist auf mögliche Folgen fĂŒr die Ukraine und Europa. Zugleich beschreibt er die Energie-Waffenruhe als Wiederholung eines frĂŒheren, ebenfalls von Trump verkĂŒndeten Ansatzes und hebt neue EU-Sanktionen gegen den russischen militĂ€risch-industriellen Komplex hervor.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Trumps Diesel-Deal und die Folgen fĂŒr die Ukraine und Europa“ (12.10.2026)

Der Bericht ordne Trumps Druck auf Kiew in die bevorstehenden US-Zwischenwahlen ein und schreibe, der PrĂ€sident wolle mit Putins Hilfe die Dieselpreise im eigenen Land senken. Er bestĂ€tige den von Selenskyj geschilderten russischen Angriff nach der VerkĂŒndung der Energie-Waffenruhe und stelle zusĂ€tzlich mögliche Folgen fĂŒr europĂ€ische Waffenlieferungen sowie neue EU-Sanktionen heraus.

Merkur: „Trump-Putin-Deal: Musk greift Selenskyj an – Europa hĂ€lt dagegen“ (11.10.2026)

Der Artikel hebe neben dem Diesel-Abkommen die öffentliche UnterstĂŒtzung Elon Musks fĂŒr Trumps Angriffe auf Selenskyj hervor. Er bestĂ€tige damit den politischen Druck auf den ukrainischen PrĂ€sidenten, setze den Schwerpunkt jedoch auf die US-innenpolitische Auseinandersetzung und die Reaktionen aus Europa.

MedienĂŒbergreifend werde der Diesel-Deal als zusĂ€tzlicher Konfliktpunkt neben der Energie-Waffenruhe beschrieben. Unterschiede lĂ€gen vor allem in der Gewichtung: WĂ€hrend BR24 die Folgen fĂŒr Energieversorgung, Sanktionen und europĂ€ische UnterstĂŒtzung betone, konzentriere sich der Merkur stĂ€rker auf die Personal- und Machtfrage rund um Selenskyj.

Disclaimer...

de | ausland | 70306721 |