Trump trifft Venezuelas PrĂ€sidentin RodrĂguez erstmals persönlich
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-PrĂ€sident Donald Trump und Venezuelas geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sidentin Delcy RodrĂguez haben sich am Dienstagabend am Rand der UN-Generaldebatte in New York erstmals persönlich getroffen.
GesprÀch ohne Presse
Die Begegnung fand unter Ausschluss der Ăffentlichkeit statt. US-AuĂenminister Marco Rubio bezeichnete sie als kurz, aber wichtig. Die USA wollten Venezuela beim wirtschaftlichen Wiederaufbau und bei der Stabilisierung des Landes unterstĂŒtzen; zugleich sollten die Voraussetzungen fĂŒr freie und faire Wahlen geschaffen werden.
RodrĂguez schrieb anschlieĂend auf der Plattform X, die GesprĂ€che hĂ€tten der StĂ€rkung der bilateralen Beziehungen gedient. Nach ihren Angaben ging es auĂerdem um eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Bergbau und Sicherheit.
UnterstĂŒtzung nach Erdbeben
Die venezolanische PrĂ€sidentin dankte Trump und seiner Regierung zudem fĂŒr die Hilfe nach den schweren Erdbeben in Venezuela Ende Juni. AuĂerdem wĂŒrdigte sie die UnterstĂŒtzung bei der Wiedereingliederung ihres Landes in multilaterale Organisationen.
AnnÀherung nach Maduros Gefangennahme
Die USA hatten Anfang des Jahres den langjÀhrigen venezolanischen Staatschef Nicolås Maduro und dessen Ehefrau bei einem Angriff auf Venezuela gefangen genommen. Beide sitzen derzeit in einem New Yorker GefÀngnis wenige Kilometer vom UN-GebÀude entfernt. Ihnen soll wegen einer angeblichen Verwicklung in das internationale DrogengeschÀft der Prozess gemacht werden.
RodrĂguez war zuvor VizeprĂ€sidentin unter Maduro und ĂŒbernahm anschlieĂend als geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sidentin die FĂŒhrung Venezuelas. Seitdem arbeitet das Land enger mit den USA zusammen, die auf die groĂen Ălvorkommen zugreifen wollen.
Ăl als zentraler Streitpunkt
Ende August teilte Trump mit, dass eine Vereinbarung mit RodrĂguez getroffen worden sei. Demnach hĂ€tten sich die USA ĂŒber ein privates Unternehmen die mehrheitliche Kontrolle ĂŒber mehr als 65 Milliarden Barrel Ălreserven gesichert. Das entspreche rund einem FĂŒnftel der geschĂ€tzten venezolanischen Vorkommen.
Diplomatische AnnÀherung mit klaren Interessen
Das Treffen markiert einen sichtbaren Bruch mit der bisherigen Konfrontation zwischen Washington und Caracas. Nach Maduros Gefangennahme liegt die politische Verantwortung in Venezuela nun bei Delcy RodrĂguez, die zuvor zu seiner FĂŒhrung gehörte. Dass Trump sie am Rand der UN-Generaldebatte empfing, verleiht der Ăbergangsregierung internationale Aufmerksamkeit und signalisiert zugleich, dass die USA auf eine praktische Zusammenarbeit setzen.
Im Mittelpunkt stehen dabei Interessen auf beiden Seiten. Venezuela verfĂŒgt ĂŒber groĂe Ălreserven sowie weitere Rohstoffe, benötigt nach Jahren politischer und wirtschaftlicher Krise aber Investitionen, StabilitĂ€t und eine RĂŒckkehr in internationale Strukturen. Die US-Regierung verbindet ihre UnterstĂŒtzung nach den Angaben zum Treffen mit der Erwartung freier und fairer Wahlen. Damit wird wirtschaftliche Kooperation mit einer politischen Bedingung verknĂŒpft.
Offene Fragen zur Machtordnung
FĂŒr die Bevölkerung sind vor allem die Folgen fĂŒr Versorgung, Sicherheit und politische Teilhabe entscheidend. Eine stĂ€rkere Zusammenarbeit im Energiesektor könnte Einnahmen und Investitionen fördern, zugleich aber neue AbhĂ€ngigkeiten schaffen, wenn die Kontrolle ĂŒber Ressourcen ĂŒberwiegend bei auslĂ€ndischen Unternehmen liegt. Offen bleibt, wie und wann ein Wahlprozess organisiert wird und welchen Einfluss RodrĂguez nach einer möglichen Neuordnung behalten soll.
