Donald Trump, Jeffrey Epstein

Trump und Epstein: Demokraten fordern Sonderermittler

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Demokratische Abgeordnete wollen die Verbindungen des US-PrĂ€sidenten zum verstorbenen SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein untersuchen lassen. Der Vorstoß erhöht den politischen Druck vor den US-Zwischenwahlen, bei denen die Mehrheiten im Kongress auf dem Spiel stehen.

US-Kongress vor möglichen Untersuchungen

  • Demokratische Abgeordnete im Justizausschuss fordern einen unabhĂ€ngigen Sonderermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen.
  • Die Zwischenwahlen finden in gut einer Woche statt; Trump steht selbst nicht auf dem Stimmzettel.
  • Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Kongresskammern.
  • Einige Demokraten fordern die Einsetzung eines unabhĂ€ngigen Sonderermittlers, um Verbindungen von US-PrĂ€sident Donald Trump zum SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein unter die Lupe zu nehmen. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Das Gezerre rund um die Veröffentlichung der Epstein-Akten hat US-PrĂ€sident Trump unter Druck gesetzt. (Archivbild) - Bild: Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa
Einige Demokraten fordern die Einsetzung eines unabhÀngigen Sonderermittlers, um Verbindungen von US-PrÀsident Donald Trump zum SexualstraftÀter Jeffrey Epstein unter die Lupe zu nehmen. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Das Gezerre rund um die Veröffentlichung der Epstein-Akten hat US-PrÀsident Trump unter Druck gesetzt. (Archivbild) - Bild: Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

Demokraten verlangen Sonderermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen

Demokratische Abgeordnete im US-ReprÀsentantenhaus fordern einen unabhÀngigen Sonderermittler, der Verbindungen von PrÀsident Donald Trump zum SexualstraftÀter Jeffrey Epstein untersuchen soll. Ein Bericht von Mitarbeitern des Justizausschusses kommt zu dem Schluss, immer mehr Beweise legten dar, Trump sei Mitte bis Ende der 1990er Jahre aktiv an Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen beteiligt gewesen.

Bericht setzt Trump unter Druck

Trump kannte Epstein einst gut, weist aber sowohl eine Beteiligung an dessen kriminellen Machenschaften als auch Kenntnis von Epsteins Taten zurĂŒck. Die Veröffentlichung des Berichts fĂ€llt in die Endphase des Wahlkampfs vor den US-Zwischenwahlen.

In gut einer Woche wĂ€hlen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament. Trump selbst steht nicht auf dem Stimmzettel, die Midterms gelten jedoch auch als Abstimmung ĂŒber die Politik des PrĂ€sidenten.

Streit ĂŒber die Epstein-Akten

Der Umgang mit der AffÀre hatte Trump in seiner zweiten Amtszeit wiederholt Kritik eingebracht. Im PrÀsidentschaftswahlkampf hatte er die Freigabe der Akten versprochen, sich nach Amtsantritt aber lange dagegen gewehrt.

Erst unter erheblichem Druck aus Öffentlichkeit und Parlament wurden einige Unterlagen veröffentlicht. Kritiker bemĂ€ngelten anschließend, geschwĂ€rzte Passagen schĂŒtzten nicht nur Opfer, sondern auch mutmaßliche MittĂ€ter.

Epsteins Kontakte zur US-Elite

Epstein, ein vermögender Finanzier aus New York, hatte ĂŒber Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Er soll MinderjĂ€hrige unter anderem in New York und Florida selbst missbraucht haben.

Ein frĂŒheres Gerichtsverfahren und ein spĂ€teres erneutes Aufrollen des Falls fĂŒhrten nicht zu einer abschließenden AufklĂ€rung. Epstein starb 2019 in seiner GefĂ€ngniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung kommen konnte.

Seine Kontakte in die amerikanische und internationale High Society lösten immer wieder Fragen nach möglichen Verbindungen prominenter Personen aus. Auch Trumps Name geriet dabei mehrfach in den Fokus.

Demokraten setzen auf den Kongress

Die Chancen fĂŒr die Einsetzung eines unabhĂ€ngigen Sonderermittlers durch die aktuelle US-Regierung werden in dem Bericht als gering eingeschĂ€tzt. Deshalb appellieren die Demokraten an den Kongress, seine Gesetzgebungs- und Kontrollbefugnisse fĂŒr die weitere Aufarbeitung zu nutzen.

Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Parlamentskammern. Sollten die Demokraten diese Mehrheiten bei den Kongresswahlen Àndern, könnten sie Untersuchungen gegen Trump und seine Politik einleiten und den Epstein-Komplex erneut aufgreifen.

Die Forderung nach einem Sonderermittler fĂ€llt in eine politisch besonders aufgeladene Phase. Die Zwischenwahlen am 3. November entscheiden darĂŒber, ob die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im ReprĂ€sentantenhaus und im Senat behaupten können. FĂŒr die Demokraten geht es damit nicht nur um Gesetzgebung, sondern auch um die FĂ€higkeit, die Regierung zu kontrollieren und Untersuchungen einzuleiten.

Der Epstein-Komplex berĂŒhrt dabei mehrere Ebenen: den Umgang mit Opfern sexuellen Missbrauchs, die Transparenz staatlicher Akten und die Frage, ob einflussreiche Personen unabhĂ€ngig von ihrem politischen Amt untersucht werden. Trumps frĂŒhere Bekanntschaft mit Epstein und der Streit ĂŒber die Veröffentlichung der Unterlagen haben das Thema wiederholt in die politische Debatte gerĂŒckt.

Wahlkampf mit institutionellen Folgen

Sollten die Demokraten nach den Wahlen eine Kammer oder beide Kammern kontrollieren, könnten sie ihre Untersuchungs- und Kontrollbefugnisse umfassender nutzen. Das wĂŒrde den politischen Druck auf die Regierung erhöhen und könnte neue Anhörungen oder Aktenanforderungen ermöglichen. Die Forderung nach einem unabhĂ€ngigen Ermittler zeigt zugleich, dass die Demokraten den Kongress als zentralen Hebel der weiteren Aufarbeitung betrachten.

FĂŒr die Öffentlichkeit steht neben der parteipolitischen Auseinandersetzung die Transparenz der veröffentlichten Dokumente im Mittelpunkt. Entscheidend bleibt, welche Unterlagen zugĂ€nglich werden, wie der Schutz der Opfer gewĂ€hrleistet wird und ob sich aus den Akten belastbare Hinweise fĂŒr weitere Ermittlungen ergeben.

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