Trump warnt Huthi nach Angriff auf Riad vor Konsequenzen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 19:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-Warnung vor den Zwischenwahlen
- Trump schrieb auf Truth Social, die Huthi griffen Saudi-Arabien wahrscheinlich auf GeheiĂ des Iran an.
- Der US-PrĂ€sident verwies auf die Zwischenwahlen in drei Wochen und kĂŒndigte an, die Miliz danach nicht zu vergessen.
- Bei einem Angriff auf den Flughafen von Riad wurden am Samstag mindestens 13 Menschen getötet und 300 weitere verletzt.
US-PrÀsident Donald Trump hat die Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen auf das benachbarte Saudi-Arabien verurteilt und der Gruppe Konsequenzen angedroht.
Trump macht Iran verantwortlich
âDie Huthi benehmen sich Ă€uĂerst schlechtâ, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er verwies auf US-Bombardements im Vorjahr und erklĂ€rte, die Miliz sei nun wahrscheinlich auf GeheiĂ des Iran wieder aktiv.
Nach Darstellung des US-PrĂ€sidenten zielten die Angriffe zudem darauf, die Ălpreise in die Höhe zu treiben. Er verband den Vorwurf mit den in drei Wochen anstehenden wichtigen Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten.
Warnung an die Huthi
Trump sagte, jemand solle der Miliz erklĂ€ren, dass er selbst nicht bei den Wahlen antrete. Danach fĂŒgte er hinzu: âAber ich werde nach den Wahlen da sein und ich werde niemals vergessen!â
Schwerer Angriff auf Riad
Saudi-Arabien wird im erneut eskalierten Krieg im Jemen immer wieder von den Huthi angegriffen. Am Samstag starben bei dem verheerendsten Angriff auf das Land seit rund zehn Jahren am Flughafen von Riad mindestens 13 Menschen, 300 weitere wurden verletzt.
Die USA sind ein wichtiger VerbĂŒndeter Saudi-Arabiens und haben Truppen auf einer Luftwaffenbasis in dem WĂŒstenstaat stationiert. Das Königreich war in der Vergangenheit auch mit Angriffen auf seine Ăl-Infrastruktur konfrontiert.
ZurĂŒckhaltung bei US-Angriffen
Trump sah bislang von neuen US-Luftangriffen im Jemen ab. Das US-MilitÀr hatte dort 2024 und 2025 wiederholt Huthi-Ziele bombardiert, damals vor allem zum Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer.
Die Huthi griffen Schiffe an, versenkten sie teilweise oder entfĂŒhrten sie. Vor dem Hintergrund der Zwischenwahlen und der UnpopularitĂ€t des Iran-Krieges gilt ein neuer US-MilitĂ€reinsatz im Jemen fĂŒr Trump als politisch riskant.
Zwischen Warnung und direktem Eingreifen
Trumps ErklÀrung verbindet die Verurteilung der Huthi-Angriffe mit einer bewusst offengelassenen militÀrischen Option. Die Drohung, die Miliz nach den Zwischenwahlen nicht zu vergessen, richtet sich damit zugleich an die Huthi, an Saudi-Arabien und an die US-Innenpolitik.
FĂŒr Washington entsteht ein strategisches Dilemma: Die USA sind sicherheitspolitisch eng mit Saudi-Arabien verbunden und unterhalten dort Truppen. Ein amerikanischer Angriff auf Huthi-Ziele könnte den VerbĂŒndeten demonstrativ unterstĂŒtzen, zugleich aber eine weitere Front im Nahen Osten eröffnen und US-Einrichtungen sowie den Schiffsverkehr im Roten Meer zusĂ€tzlichen Risiken aussetzen.
Ălpreise und regionale Folgen
Die Huthi-Angriffe treffen nicht nur FlughĂ€fen und zivile Infrastruktur. Saudi-Arabien gehört zu den zentralen Akteuren des globalen Energiemarkts, sodass eine lĂ€nger andauernde GefĂ€hrdung von FlughĂ€fen, Ăl- und Hafenanlagen die Versicherungs- und Transportkosten erhöhen könnte. Trumps Hinweis auf die Ălpreise macht diesen wirtschaftlichen Zusammenhang ausdrĂŒcklich zum politischen Thema.
FĂŒr Reisende und Unternehmen in der Region bedeutet die Eskalation zunĂ€chst mehr Unsicherheit bei Flugverbindungen und Sicherheitslagen. FĂŒr den Jemen drohen zugleich neue VergeltungsschlĂ€ge und eine weitere VerschĂ€rfung des seit Jahren andauernden Konflikts. Entscheidend wird sein, ob die USA bei diplomatischem Druck und militĂ€rischer Abschreckung bleiben oder erneut direkt im Jemen angreifen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: âDonald Trump nach Angriff auf Saudi-Arabien: »Wir handeln schnell«â (11.10.2026)
Der Bericht hebt hervor, Trump habe nach dem Angriff auf den Flughafen von Riad einen US-Einsatz gegen die Huthi nicht ausgeschlossen. Er ordne die ĂuĂerung in die hohe Opferzahl und die wiederholten Angriffe auf den King-Khalid-Flughafen ein; anders als die dpa-Meldung lege der Beitrag den Schwerpunkt auf Trumps frĂŒhere AnkĂŒndigung einer schnellen Entscheidung.
tagesschau.de: âAngriffe auf Saudi-Arabien: Huthi drohen mit weiterer Eskalationâ (11.10.2026)
Der Bericht schreibe, die Huthi hĂ€tten weitere Angriffe angekĂŒndigt und Reisende sowie Fluggesellschaften vor saudischen FlughĂ€fen gewarnt. Er richte den Blick stĂ€rker auf die regionale Sicherheitslage, die Suche Saudi-Arabiens nach VerbĂŒndeten und die möglichen Folgen einer direkten US-Beteiligung.
Beide Berichte bestÀtigten die Eskalation nach dem Angriff auf Riad und Trumps offene Haltung zu einem möglichen Eingreifen. Unterschiede lÀgen vor allem im Schwerpunkt: Der SPIEGEL betone die amerikanische Entscheidungsfrage, wÀhrend tagesschau.de die weiteren Drohungen und die regionale Ausweitung hervorhebe.
