Trump zu Nordkoreas Atomwaffen: Kim ist mein Freund
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 02:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-PrÀsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un trotz dessen umfangreicher nuklearer FÀhigkeiten als Freund bezeichnet und erklÀrt, solange er im Amt sei, werde es Kim gut gehen.
Trump verweist auf persönliche Beziehung
Auf die Frage einer Journalistin in Washington, warum der Iran keine Atomwaffen besitzen dĂŒrfe, Nordkorea aber schon, sagte Trump, Kim sei sein Freund. Kim verfĂŒge ĂŒber nukleare KapazitĂ€ten, ĂŒber umfangreiche, ziemlich umfangreiche nukleare KapazitĂ€ten.
Trump begrĂŒndete seine Haltung mit dem persönlichen VerhĂ€ltnis zu dem nordkoreanischen Machthaber. Kim respektiere ihn und möge ihn, sagte der US-PrĂ€sident.
Pjöngjang reagiert bislang nicht auf Angebote
Nordkoreas FĂŒhrung betont zwar regelmĂ€Ăig das gute VerhĂ€ltnis zwischen Kim und Trump. Auf konkrete GesprĂ€chsangebote des US-PrĂ€sidenten ging Pjöngjang bislang jedoch nicht ein.
Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers, hatte zuletzt erklĂ€rt, Kim habe gute Erinnerungen und GefĂŒhle gegenĂŒber Trump. Forderungen nach einer Denuklearisierung Nordkoreas wies sie zugleich als realitĂ€tsfern zurĂŒck.
Atomstreit mit Iran und Streit um Hormus
Eine konkrete Bereitschaft Nordkoreas zu einem neuen Gipfeltreffen mit Trump ist bislang nicht erkennbar. Beide Politiker hatten sich wÀhrend Trumps erster Amtszeit mehrfach getroffen.
Im Konflikt mit Iran pocht Trump weiterhin darauf, dass Teheran keine Atomwaffe besitzen darf. Das Atomprogramm ist einer der zentralen Streitpunkte in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Daneben geht es um die blockierte StraĂe von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten fĂŒr den weltweiten Ălhandel.
Unterschiedliche MaĂstĂ€be in der Atompolitik
Trumps ĂuĂerung stellt keinen formalen Kurswechsel der US-Regierung dar, macht aber eine politische Unterscheidung sichtbar: WĂ€hrend Washington Teheran weiterhin am Erwerb einer Atomwaffe hindern will, behandelt der PrĂ€sident Nordkoreas bestehende nukleare FĂ€higkeiten als Teil der RealitĂ€t. Als BegrĂŒndung nennt er nicht AbrĂŒstung, sondern seine persönliche Beziehung zu Kim Jong Un.
Diese Beziehung entstand wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit. Beide trafen sich mehrfach, doch die GesprĂ€che fĂŒhrten nicht zu einer ĂŒberprĂŒfbaren Denuklearisierung Nordkoreas. Pjöngjang weist Forderungen nach einer vollstĂ€ndigen Aufgabe seines Atomprogramms weiterhin zurĂŒck. Damit liegt der Schwerpunkt möglicher Kontakte eher auf Krisenbegrenzung, RĂŒstungskontrolle oder einem Einfrieren weiterer Schritte als auf der vollstĂ€ndigen Beseitigung des nordkoreanischen Arsenals.
Folgen fĂŒr Iran und die regionale Sicherheit
FĂŒr die Iran-Verhandlungen ist die Aussage politisch besonders heikel. Sie kann den Eindruck verstĂ€rken, dass persönliche NĂ€he zu Trump und strategische Macht unterschiedlich bewertet werden. Teheran könnte daraus ableiten, dass der Besitz nuklearer FĂ€higkeiten langfristig eine bessere Ausgangslage schafft; zugleich dĂŒrfte Washington an der Forderung festhalten, Irans Atomprogramm zu begrenzen.
Die festgefahrenen GesprĂ€che werden zusĂ€tzlich durch den Streit ĂŒber die StraĂe von Hormus belastet, eine zentrale Route fĂŒr den weltweiten Energiehandel. Jede weitere Eskalation dort kann Transportkosten, Ălpreise und damit auch Verbraucher in Europa treffen. FĂŒr SĂŒdkorea, Japan und die USA bleibt parallel entscheidend, ob aus Trumps GesprĂ€chsangebot an Pjöngjang konkrete Verhandlungen entstehen oder ob die persönliche Diplomatie ohne sicherheitspolitische Vereinbarung bleibt.
