US-Börsen, Nasdaq 100

US-Börsen: Nasdaq 100 verliert 1,4 Prozent, Dow legt zu

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:22 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Dow Jones legte leicht zu, während S&P 500 und Nasdaq 100 nachgaben. Belastet wurden vor allem Halbleiterwerte durch neue Zweifel an den Geschäftsaussichten von OpenAI sowie durch den starken Ölpreisanstieg.

US-Börsen uneinheitlich - Nasdaq deutlich schwächer
New York Stock Exchange - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die US-Börsen haben den Donnerstag uneinheitlich beendet: Der Dow Jones stieg um 0,1 Prozent auf 51.232 Punkte, während der S&P 500 rund 0,5 Prozent verlor. Der Nasdaq 100 gab deutlich um 1,4 Prozent auf etwa 30.726 Punkte nach.

Halbleiterwerte unter Druck

Die Aktien der Halbleiterhersteller Nvidia, Micron und Intel verloren deutlich an Wert. Auslöser war ein Bericht der Financial Times, wonach der Jahresumsatz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI geringer ausfallen könnte als bislang angenommen.

Zusätzlich belasteten die hohen Ölpreise die Märkte. US-Präsident Donald Trump dementierte zugleich Berichte, wonach die USA noch vor den Zwischenwahlen Iran angreifen könnten, und verwies auf produktive Gespräche mit Teheran sowie hohe Ölmengen, die durch die Straße von Hormus fließen.

Euro und Gold legen zu

Der Euro notierte am Donnerstagabend bei 1,1214 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8917 Euro.

Gold verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 4.133 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Preis von 118,49 Euro pro Gramm.

Brent steigt ĂĽber 103 Dollar

Der Ă–lpreis zog stark an. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete gegen 22 Uhr deutscher Zeit 103,90 US-Dollar und damit 3,6 Prozent mehr als am vorherigen Handelstag.

Der Handelstag zeigt, wie empfindlich die US-Aktienmärkte auf das Zusammenspiel von Energiepreisen, Zinsen und Erwartungen an den KI-Sektor reagieren. Der Dow Jones behauptete sich knapp im Plus, während der technologielastige Nasdaq 100 deutlich nachgab. Damit konzentrierte sich der Verkaufsdruck vor allem auf Unternehmen, deren Bewertungen stark von weiter hohen Wachstumserwartungen bei künstlicher Intelligenz abhängen.

Der Ölpreisanstieg auf mehr als 103 Dollar je Barrel erhöht zugleich den Inflationsdruck. Steigende Energiekosten können die Gewinnmargen energieintensiver Unternehmen belasten und die Nachfrage dämpfen. Für die Kapitalmärkte ist zudem entscheidend, ob höhere Verbraucherpreise die US-Notenbank zu einem länger straffen Zinskurs zwingen. Höhere Renditen auf Staatsanleihen machen Aktien im Vergleich weniger attraktiv und treffen besonders wachstumsorientierte Technologiewerte.

KI-Erwartungen und geopolitisches Risiko

Der Bericht über einen möglicherweise niedriger ausfallenden OpenAI-Jahresumsatz verstärkt die Debatte über die wirtschaftliche Tragfähigkeit der milliardenschweren KI-Investitionen. In den vergangenen Tagen standen zusätzlich Pläne großer Technologieunternehmen für umfangreiche Fremdfinanzierungen im Fokus. Das erhöht die Aufmerksamkeit für Verschuldung, Kapitalbedarf und die Frage, wann sich Investitionen in Rechenzentren und Chips tatsächlich in entsprechenden Erträgen niederschlagen.

Parallel bleibt die Lage am Persischen Golf ein zentraler Marktfaktor. Hohe Preise und Risiken für Transporte durch die Straße von Hormus können die weltweite Energieversorgung verteuern. Trumps Dementi zu einem möglichen Angriff auf Iran wirkt deshalb unmittelbar auf die Risikoeinschätzung der Anleger, ändert aber nichts daran, dass geopolitische Nachrichten und Ölnotierungen die Kurse kurzfristig stark bewegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Der Börsen-Tag Donnerstag, 8. Oktober 2026“ (08.10.2026)

Der Bericht bestätigt den Druck durch den kräftigen Ölpreisanstieg und beschreibt fallende Kurse an der Wall Street, besonders bei Technologie- und Halbleiterwerten. Als zusätzlichen Schwerpunkt nennt er hohe Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sowie Sorgen über den Kapitalbedarf von KI-Unternehmen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Zu viel Unsicherheit DAX fällt unter 25.000 Punkte“ (08.10.2026)

Der Marktbericht ordnet die internationalen Kursverluste in einen Zusammenhang aus hohen Ölpreisen, steigenden Zinsen und geopolitischen Risiken ein. Anders als die dts-Meldung richtet er den Blick auf den deutschen Aktienmarkt und thematisiert zusätzlich Berichte über mögliche US-Optionen gegenüber Iran sowie die Unsicherheit über die Erträge der KI-Investitionen.

Beide Beiträge verbinden die schwächere Marktstimmung mit höheren Energie- und Finanzierungskosten. Unterschiede ergeben sich beim regionalen Schwerpunkt und bei der Gewichtung: Während n-tv die Wall Street und die Finanzierung des KI-Ausbaus hervorhebt, stellt tagesschau.de die Folgen für Europa und die geopolitische Eskalationsgefahr stärker heraus.

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