US-Börsen steigen nach Fed-Entscheid: Dow legt 0,2 Prozent zu
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 21:12 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMarktreaktionen und nÀchste Zinssignale
- Der Dow schloss in New York mit 52.475 Punkten und einem Plus von 0,2 Prozent.
- Der Nasdaq 100 legte auf 29.813 Punkte zu, wÀhrend der S&P 500 7.744 Punkte erreichte.
- Ein Euro kostete am Mittwochabend 1,1160 US-Dollar, Gold lag bei 4.073 US-Dollar je Feinunze.
Wall Street verarbeitet Fed-Zinspause mit Gewinnen
Die US-Börsen haben am Mittwoch nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve zugelegt. Der Dow wurde zum Handelsende in New York mit 52.475 Punkten berechnet, 0,2 Prozent höher als am Vortag.
Nasdaq und S&P 500 ebenfalls im Plus
Der Nasdaq 100 schloss bei 29.813 Punkten und damit 0,6 Prozent höher. Der S&P 500 beendete den Handel bei 7.744 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent.
Die Fed lieà ihren Leitzins zuvor unverÀndert. Der Zielkorridor bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent.
Inflation bleibt fĂŒr Fed entscheidend
Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, sprach von einem konstanten Leitzins mit falkenhaftem Wortlaut. Eine zentrale Rolle spiele, dass sich die hohen Spritpreise bislang nicht klar auf weitere GĂŒter ĂŒbertragen hĂ€tten.
Nach EinschĂ€tzung Gitzels könnten auch die in der kommenden Woche anstehenden US-Zwischenwahlen die Entscheidung beeinflusst haben. Eine Zinsanhebung hĂ€tte als Signal gegen US-PrĂ€sident Donald Trump verstanden werden können, sagte der Ăkonom.
Blick auf die nÀchste Sitzung
Gitzel rechnet bei der nĂ€chsten Sitzung im Dezember mit einer erneuten Zinsanhebung. Er begrĂŒndet dies mit der aus seiner Sicht krĂ€ftigen wirtschaftlichen AktivitĂ€t, widerstandsfĂ€higen inlĂ€ndischen Ausgaben und weiterhin hoher Inflation.
Am Devisenmarkt war der Euro am Mittwochabend stÀrker. Ein Euro kostete 1,1160 US-Dollar, wÀhrend ein Dollar 0,8961 Euro wert war.
Gold und Ăl legen zu
Der Goldpreis stieg auf 4.073 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach 117,34 Euro je Gramm und einem Plus von 0,2 Prozent.
Auch der Ălpreis legte zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 21 Uhr deutscher Zeit 115,10 US-Dollar. Das waren 1,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die Entscheidung der Federal Reserve markiert eine geldpolitische Pause in einem Spannungsfeld aus weiterhin erhöhter Inflation und einer bislang widerstandsfÀhigen US-Konjunktur. Der Zielkorridor von 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt damit unverÀndert, obwohl die Teuerung und insbesondere die Energiepreise den Druck auf die Notenbank hochhalten.
FĂŒr die FinanzmĂ€rkte ist entscheidend, dass die Fed ihre Kommunikation nicht auf eine baldige Lockerung ausrichtete. Zugleich lĂ€sst der unverĂ€nderte Satz Spielraum fĂŒr die weitere Bewertung neuer Inflations-, Arbeitsmarkt- und Wachstumsdaten. Die Marktreaktion mit moderaten Gewinnen an der Wall Street deutet darauf hin, dass Anleger den Beschluss zunĂ€chst als erwartbar und nicht als unmittelbaren Belastungsfaktor einordneten.
Inflation und Dezember-Termin im Fokus
Die nĂ€chste geldpolitische Wegmarke liegt im Dezember. Eine mögliche weitere Anhebung wĂŒrde Kredite fĂŒr Unternehmen und private Haushalte verteuern, könnte den Dollar stĂŒtzen und zugleich die Nachfrage an den AktienmĂ€rkten belasten. Bleibt die Fed dagegen bei ihrer abwartenden Haltung, hĂ€ngt die weitere Entwicklung wesentlich davon ab, ob die Preissteigerungen nachlassen, ohne dass sich die Konjunktur deutlich abkĂŒhlt.
ZusĂ€tzliche Bedeutung erhĂ€lt der Beschluss durch den zeitlichen Abstand zu den US-Zwischenwahlen. Die Notenbank muss ihre Entscheidungen unabhĂ€ngig von politischen Erwartungen begrĂŒnden; fĂŒr Anleger stehen deshalb vor allem die Inflationsentwicklung, die Energiepreise und die Signale fĂŒr den Dezember im Mittelpunkt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: âFed belĂ€sst Zinsen kurz vor US?Zwischenwahlen, zwei Mitglieder drĂ€ngen auf weiteren Anstiegâ (28.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt den unverĂ€nderten Leitzinskorridor und stellt den Dissens im Entscheidungsgremium heraus. Anders als die dts-Meldung fokussiert er stĂ€rker auf die zwei Stimmen fĂŒr eine weitere Erhöhung und die weiterhin hohe Inflation.
BR24: âFed hĂ€lt Leitzins trotz anhaltend hoher Inflation konstantâ (28.10.2026)
BR24 bestĂ€tigt die Zinspause im Korridor von 3,75 bis 4,00 Prozent und verweist auf Spekulationen ĂŒber eine erneute Anhebung zum Jahresende. Der Schwerpunkt liegt damit stĂ€rker auf dem Inflationsdruck und dem möglichen nĂ€chsten Zinsschritt als auf der Börsenreaktion.
Ăbereinstimmend steht die Zinspause im Zentrum. Unterschiede gibt es vor allem bei der Gewichtung des internen Fed-Dissenses, der Inflation und der möglichen Dezember-Entscheidung.
