RAF Fairford, US-Bomber

US-Bomber: USA ziehen alle Langstreckenbomber von RAF Fairford ab

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 23:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA haben alle auf dem britischen StĂŒtzpunkt RAF Fairford stationierten Langstreckenbomber zurĂŒck in die Vereinigten Staaten beordert. PrĂ€sident Donald Trump begrĂŒndet den Schritt mit Bedrohungen, die möglicherweise mit dem Iran in Verbindung stehen.

Das Pentagon hat alle US-Bomber in die Heimat zurĂŒckbeordert. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Das Pentagon hat alle US-Bomber in die Heimat zurĂŒckbeordert. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Die USA haben nach einem Vorfall am britischen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt RAF Fairford alle dort stationierten Langstreckenbomber in die Vereinigten Staaten zurĂŒckbeordert.

Trump spricht von Bedrohungen

US-PrĂ€sident Donald Trump sagte in Washington, es habe Bedrohungen gegeben. Die Verantwortlichen stĂŒnden vermutlich mit dem Iran in Verbindung, sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen.

Das Pentagon bestĂ€tigte, dass sĂ€mtliche US-Bomber von RAF Fairford zu ihren HeimatstĂŒtzpunkten zurĂŒckgekehrt seien. Aus GrĂŒnden der operativen Sicherheit habe das Verteidigungsministerium Bewegungen von Ressourcen und StreitkrĂ€ften zuvor nicht in Echtzeit kommentiert.

Britischer StĂŒtzpunkt gilt als sicher

Die britische Regierung erklĂ€rte, der StĂŒtzpunkt sei sicher. FĂŒr den Schutz britischer und auslĂ€ndischer MilitĂ€rbasen gebe es bewĂ€hrte Verfahren. Zu militĂ€rischen Operationen anderer Staaten Ă€ußere sich die Regierung nicht.

Trump und Rubio deuten Abzug unterschiedlich

Außenminister Marco Rubio hatte den Abzug zuvor nicht unmittelbar mit mutmaßlichen Terrordrohungen in Verbindung gebracht. Die Verlegung militĂ€rischer Ressourcen sei grundsĂ€tzlich nichts Ungewöhnliches, sagte er. Zugleich verwies er auf dokumentierte Ereignisse der vergangenen Woche.

Nach Informationen der „New York Times“ fĂŒhrten neue Drohungen gegen RAF Fairford zum Abzug. Demnach gab es Hinweise auf einen vom Iran unterstĂŒtzten Anschlag. Die US-StreitkrĂ€fte hatten im MĂ€rz zusĂ€tzliche Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen den Iran flexibler agieren zu können.

VerdÀchtige nahe der Basis festgenommen

Ende September waren fĂŒnf MĂ€nner nahe dem StĂŒtzpunkt aufgegriffen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat und VerstĂ¶ĂŸen gegen das Sprengstoffgesetz verdĂ€chtigt, befinden sich inzwischen aber unter strengen Auflagen wieder auf freiem Fuß. Ein sechster VerdĂ€chtiger mit iranisch-britischer StaatsbĂŒrgerschaft wurde spĂ€ter ebenfalls vorĂŒbergehend festgenommen und anschließend freigelassen.

Der britische Premierminister Andy Burnham bestĂ€tigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran. Rubio sprach von der Beteiligung eines auslĂ€ndischen Akteurs. Nach Angaben des „Wall Street Journal“ und der „New York Times“ waren zuletzt rund zwölf B-1-Bomber in Fairford stationiert.

Pentagon betont Einsatzbereitschaft

Das Pentagon erklĂ€rte, die Piloten der US-Bomberflotte mit B-1-, B-2- und B-52-Maschinen seien weiterhin bereit, prĂ€zise weltweite Angriffe durchzufĂŒhren.

Ein StĂŒtzpunkt mit strategischer Funktion

RAF Fairford ist fĂŒr die USA ein wichtiger Standort in Europa. Die Basis ermöglicht den Einsatz strategischer Bomber nĂ€her am europĂ€ischen und nahöstlichen Operationsraum. Im MĂ€rz waren zusĂ€tzliche Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt worden, um im Krieg gegen den Iran flexibler agieren zu können. Nach Angaben des Pentagons stehen die Besatzungen auch nach der RĂŒckkehr in die USA fĂŒr weltweite PrĂ€zisionsangriffe bereit.

Sicherheitslage verschÀrft sich

Der Abzug folgt auf mehrere sicherheitsrelevante VorgĂ€nge rund um die Basis. Ende September wurden fĂŒnf MĂ€nner festgenommen, die der Vorbereitung einer terroristischen Tat und VerstĂ¶ĂŸen gegen das Sprengstoffgesetz verdĂ€chtigt werden. Ein weiterer VerdĂ€chtiger mit britisch-iranischer StaatsbĂŒrgerschaft wurde anschließend ebenfalls vorĂŒbergehend festgenommen. Alle sechs kamen unter Auflagen frei.

Die politische Brisanz liegt in den unterschiedlichen Deutungen aus Washington: WĂ€hrend Donald Trump von Bedrohungen sprach und einen möglichen Zusammenhang mit dem Iran herstellte, ordnete Marco Rubio die Verlegung vorsichtiger als militĂ€rische Rotation ein. FĂŒr Großbritannien bedeutet der Fall zusĂ€tzlichen Druck, den Schutz auslĂ€ndischer Truppen und strategischer Infrastruktur sicherzustellen. FĂŒr die Öffentlichkeit bleibt entscheidend, ob die Ermittlungen konkrete AnschlagsplĂ€ne und eine auslĂ€ndische Steuerung belegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Ermittlungen wegen Terrorverdacht: USA ziehen Bomber von britischem StĂŒtzpunkt ab“ (05.10.2026)

Der Bericht bestĂ€tige den vollstĂ€ndigen Abzug der Langstreckenbomber und ordne ihn in die Ermittlungen wegen mutmaßlicher AnschlagsplĂ€ne ein. Anders als die dpa-Meldung betone er zusĂ€tzlich, dass britische Behörden einen möglichen Iran-Bezug sĂ€hen, wĂ€hrend Teheran eine Beteiligung zurĂŒckweise.

DER SPIEGEL: „RAF Fairford: USA ziehen alle Bomber vom britischen StĂŒtzpunkt Fairford ab – offenbar hastig“ (05.10.2026)

Der Artikel hebe die Eile des Abzugs hervor und berichte, einige Maschinen seien gestartet, bevor Tankflugzeuge vorbereitet gewesen seien. Er bestĂ€tige damit den sicherheitsbedingten Abzug, setze den Schwerpunkt aber stĂ€rker auf die operative Dringlichkeit und die offenen Fragen zur möglichen iranischen UnterstĂŒtzung.

Beide Berichte stimmten im Abzug aller Bomber und im Zusammenhang mit den Ermittlungen ĂŒberein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: WĂ€hrend tagesschau.de die behördlichen Ermittlungen und die ZurĂŒckweisung aus Teheran hervorhebe, konzentriere sich der SPIEGEL auf das Tempo der militĂ€rischen Reaktion.

Disclaimer...

de | ausland | 70237426 |