US-Kongresswahlen, Donald Trump

US-Kongresswahlen: 435 Sitze entscheiden über Trumps Mehrheit

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die US-Amerikaner stimmen über alle Sitze im Repräsentantenhaus und mehr als ein Drittel des Senats ab. Ein Machtverlust der Republikaner würde Trumps politischen Spielraum in den kommenden zwei Jahren deutlich begrenzen.

Mandate und Amtswechsel im Kongress

  • Am Dienstag werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu besetzt.
  • Zur Wahl stehen außerdem 35 der 100 Sitze im Senat.
  • Die Amtszeit der bisherigen Abgeordneten endet am 3. Januar 2027 um 12.00 Uhr.
  • Bei den Midterms werden die Machtverhältnisse im US-Parlament neu bestimmt. (Archivbild) - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa
  • Anfang November ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts der traditionelle Wahltermin in den USA. (Archivbild) - Bild: Stephanie Scarbrough/AP/dpa
  • Wie fallen dieses Mal die Mehrheiten im US-Kongress aus? (Archivbild) - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa
  • Viele Amerikaner stimmen per Briefwahl ab. (Archivbild) - Bild: Kevin E. Schmidt/Quad-City Times via ZUMA Wire/dpa
Bei den Midterms werden die Machtverhältnisse im US-Parlament neu bestimmt. (Archivbild) - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa Anfang November ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts der traditionelle Wahltermin in den USA. (Archivbild) - Bild: Stephanie Scarbrough/AP/dpa Wie fallen dieses Mal die Mehrheiten im US-Kongress aus? (Archivbild) - Bild: Lynne Sladky/AP/dpa Viele Amerikaner stimmen per Briefwahl ab. (Archivbild) - Bild: Kevin E. Schmidt/Quad-City Times via ZUMA Wire/dpa

US-Kongresswahlen entscheiden über Trumps politische Mehrheit

Bei den US-Zwischenwahlen am Dienstag entscheidet sich, ob Präsident Donald Trump weiterhin auf einen ihm wohlgesonnenen Kongress setzen kann. Die Republikaner könnten ihre knappe Mehrheit in beiden Kammern verteidigen oder verlieren.

435 Sitze im Repräsentantenhaus stehen zur Wahl

Die Wähler bestimmen alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatoren neu. In der kleineren Kammer stehen 22 republikanische und 13 demokratische Sitze zur Wahl.

Im Repräsentantenhaus verfügen die Republikaner derzeit über 218 Sitze, die Demokraten über 214. Zwei Mandate sind vakant, zudem ist Kevin Kiley nach seinem Austritt aus der Republikanischen Partei parteilos.

Neuzuschnitte verschärfen den Wettbewerb

Neue Wahlkreisgrenzen in Kalifornien, Texas, North Carolina, Ohio und New York machen den Ausgang zusätzlich schwer kalkulierbar. Beim Gerrymandering werden Wahlkreise so zugeschnitten, dass sich die Mehrheitschancen einer Partei verbessern.

Umfragen sehen die Demokraten mit Chancen auf die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Für den Senat ist das Rennen offener, weil die meisten republikanischen Sitze in Staaten zur Wahl stehen, in denen Trump 2024 deutlich gewann.

Krieg, Vertrauen und Migration prägen die Debatte

Zu den zentralen Themen gehören die Folgen des Kriegs, das gesunkene Vertrauen in politische Institutionen und die Migrationspolitik. Die Belastungen durch hohe Preise für Lebensmittel und Benzin spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Streit über Grenzkontrollen und Abschiebungen.

Nach Angaben des Election Lab der University of Florida waren am Sonntagnachmittag Ortszeit bereits gut 54 Millionen Stimmen vorzeitig abgegeben worden. Die Wahllokale öffnen am Dienstag in den frühen Morgenstunden und schließen je nach Bundesstaat zwischen 18.00 und 21.00 Uhr.

Erste Ergebnisse werden in der Nacht erwartet

Die Auszählung beginnt unmittelbar nach Schließung der Wahllokale. Verschiebungen sind möglich, weil in vielen Staaten zunächst die Stimmen vom Wahltag und anschließend Briefwahlunterlagen verarbeitet werden.

Erste Ergebnisse werden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zum Mittwoch erwartet. Bei besonders knappen Rennen kann es mehrere Tage dauern, bis die Mehrheitsverhältnisse feststehen.

Neue Amtszeit beginnt im Januar

Die amtlichen Ergebnisse werden in den folgenden Wochen von den zuständigen Wahlprüfungsämtern oder Wahlleitern der Bundesstaaten bestätigt. Die Amtszeit der aktuellen Kongressabgeordneten endet am 3. Januar 2027 um 12.00 Uhr.

Danach tritt der neu gewählte Kongress zusammen. Das Repräsentantenhaus wählt zunächst seinen Sprecher; dieses Amt hat derzeit der Republikaner Mike Johnson inne.

Mehrheiten bestimmen Trumps Spielraum

Die Midterms gelten als Abstimmung über die Politik des Präsidenten zur Hälfte seiner vierjährigen Amtszeit. Kontrollieren die Demokraten eine Kammer, könnten sie Ausschussvorsitze übernehmen, Untersuchungen einleiten und Regierungsbeamte unter Eid vorladen.

Das Repräsentantenhaus kann außerdem ein Amtsenthebungsverfahren einleiten. Über eine tatsächliche Amtsenthebung entscheidet der Senat, wofür eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist.

Wahltermin folgt langer Tradition

Seit 1845 findet die Wahl am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. Der Termin lag ursprünglich zwischen dem Ende der landwirtschaftlichen Saison und dem Winter und sollte zugleich Reisen zu den Wahllokalen ermöglichen, ohne den Sonntagsgottesdienst zu beeinträchtigen.

Die Zwischenwahlen markieren die erste landesweite Machtprobe für Donald Trump seit Beginn seiner Amtszeit. Entscheidend ist nicht nur, welche Partei einzelne Mandate gewinnt, sondern ob die Republikaner ihre Kontrolle über Gesetzgebung und parlamentarische Kontrolle behaupten können.

Besonders eng ist die Ausgangslage im Repräsentantenhaus. Schon wenige Sitzverschiebungen können dort die Mehrheitsverhältnisse verändern. Eine demokratische Mehrheit würde den Ausschüssen neue Vorsitzende geben und damit Untersuchungen, Vorladungen sowie eine intensivere Kontrolle der Regierung ermöglichen. Im Senat ist ein Machtwechsel wegen der zur Wahl stehenden Staaten schwieriger.

Folgen für Trumps Handlungsspielraum

Für die Innenpolitik wären die Mehrheiten unmittelbar bedeutsam. Der Kongress entscheidet über Gesetze, Haushaltsmittel und wichtige Personalentscheidungen. Verliert die Regierung eine Kammer, müsste sie stärker mit der Opposition verhandeln; behält sie beide, könnte Trump seine politische Agenda mit weniger institutionellem Widerstand verfolgen.

Die Ergebnisse dürften außerdem über die Tagespolitik hinausweisen. Die Wahlbeteiligung, die Auszählung der Briefwahl und knappe Rennen können die Bewertung der politischen Stimmung bis zur Präsidentschaftswahl 2028 prägen. Bei engem Ausgang bleibt zunächst offen, wann die Mehrheitsverhältnisse endgültig feststehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Focus: „Midterms: Die US-Kongresswahlen im Ticker – Michigan: Demokratin Stevens unterstützt Republikaner Rogers“ (01.11.2026)

Der Ticker berichte über eine überraschende Unterstützung für einen republikanischen Senatskandidaten in Michigan. Damit rücke ein einzelner Bundesstaat als Beispiel für die Unwägbarkeiten des Senatsrennens in den Mittelpunkt.

BR: „Trump absolviert letzte Wahlkampfauftritte“ (01.11.2026)

Der Bericht konzentriere sich auf Trumps letzte Wahlkampfauftritte und bestätige die Bedeutung der Abstimmung für beide Kongresskammern. Anders als der Focus-Bericht stelle er den Endspurt des Präsidenten und die formalen Eckdaten der Wahl heraus.

Beide Beiträge verdeutlichten die knappe politische Ausgangslage und die Bedeutung einzelner Rennen. Unterschiede lägen vor allem im Schwerpunkt: Während der Focus den Senat und einen Vorgang in Michigan beleuchte, richte der BR den Blick auf Trumps Wahlkampfabschluss.

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