US-Midterms 2026, Donald Trump

US-Midterms: Demokraten greifen nach Trumps Kongressmehrheit

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Millionen US-Amerikaner entscheiden über alle Sitze im Repräsentantenhaus und mehr als ein Drittel des Senats. Eine Niederlage in beiden Kammern würde Trumps politische Kontrolle über den Kongress beenden.

US-Kongress bestimmt Trumps Handlungsspielraum

  • In New York öffneten die ersten Wahllokale um 6.00 Uhr, später folgten unter anderem Ohio und Michigan.
  • Bis kurz vor Öffnung lagen knapp 58,7 Millionen vorgezogene Stimmabgaben vor.
  • Zur Wahl stehen 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 Sitze im Senat.
  • Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa
  • Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
  • In den USA laufen die Parlamentswahlen. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament.  - Bild: Julio Cortez/AP/dpa Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa In den USA laufen die Parlamentswahlen. - Bild: Eric Gay/AP/dpa

US-Midterms entscheiden über Trumps Kongressmehrheiten

Millionen Menschen in den USA haben am Dienstag über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat abgestimmt. Die Zwischenwahlen gelten zugleich als Urteil über die bisherige Politik von Präsident Donald Trump und werden die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit prägen.

Demokraten hoffen auf Mehrheit im Repräsentantenhaus

In einigen Ostküstenstaaten wie New York öffneten die Wahllokale bereits um 6.00 Uhr, wenig später folgten unter anderem Ohio und Michigan. Umfragen zufolge könnten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, während die Kräfteverhältnisse im Senat offen waren.

Trump sagte dem Sender Fox News am Wahltag: «Ich glaube, dass die Ergebnisse besser sein werden, als man denkt». Erste Ergebnisse wurden nach mitteleuropäischer Zeit erst in der Nacht zum Mittwoch erwartet. Wann die Mehrheitsverhältnisse endgültig feststehen, war zunächst unklar.

Iran-Krieg belastet Wahlkampf

Zu den zentralen Themen gehörten neben der Migrationsdebatte die Folgen von Trumps Krieg gegen den Iran. Nach dem Angriff des US-Militärs gemeinsam mit Israel kam der Rohstoffhandel in der Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen; unterbrochene Lieferketten und Angriffe trieben die Ölpreise nach oben.

In der Nacht vor der Wahl griff das US-Militär den Iran erneut an. Trump bestätigte den Angriff und erklärte, Ziel sei eine neu fertiggestellte Luftabwehrstellung gewesen. Er bezeichnete das Vorgehen als kleinen Angriff und sagte: «Es war kein Krieg».

Was eine Mehrheit im Kongress verändern könnte

Bei den Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu bestimmt. Die Mehrheitspartei stellt die Vorsitzenden der Ausschüsse und kann damit Untersuchungen einleiten oder Regierungsbeamte unter Eid vorladen.

Das Repräsentantenhaus kann ein Impeachment-Verfahren einleiten. Über eine tatsächliche Amtsenthebung entscheidet anschließend der Senat, wofür eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig wäre.

Trump stellt sich auf schwieriges Ergebnis ein

Trump hatte seine Anhänger vor der Abstimmung aufgefordert, so zu tun, als stehe er selbst zur Wahl. Am Tag vor den Midterms verwies er zugleich darauf, dass die Regierungspartei bei Zwischenwahlen häufig Mandate verliere.

Ob Trump eine Niederlage anerkennen würde, blieb politisch ein Thema. Er sagte, er werde das Ergebnis akzeptieren, sofern die Wahlen «ehrlich» durchgeführt würden. Das Justizministerium setzte nach eigenen Angaben erstmals in allen 50 Bundesstaaten Wahlbeobachter ein; rund 1.000 Menschen sollten die Einhaltung der Wahlrechtsgesetze prüfen.

Die US-Zwischenwahlen entscheiden nicht über das Präsidentenamt, können aber die politischen Handlungsmöglichkeiten des Weißen Hauses deutlich verändern. Bei der Abstimmung werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. Schon der Verlust einer Kammer würde die Republikaner ihrer vollständigen Kontrolle über den Kongress berauben.

Für die Demokraten wäre eine Mehrheit vor allem deshalb bedeutsam, weil sie dann Ausschüsse führen, Untersuchungen anstoßen und Regierungsvertreter vorladen könnten. Das Repräsentantenhaus kann zudem ein Impeachment-Verfahren einleiten; für eine tatsächliche Amtsenthebung im Senat wäre allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Ein solcher Ausgang gilt daher als politisch deutlich schwerer erreichbar als die Einleitung eines Verfahrens.

Preise und Außenpolitik im Fokus

Die Wahl fällt in eine Phase, in der wirtschaftliche Belastungen und der Iran-Krieg die innenpolitische Debatte prägen. Höhere Energie- und Lebensmittelpreise können die Zustimmung zur Regierungspartei schwächen, während der Krieg zugleich Fragen nach Dauer, Kosten und Folgen des militärischen Vorgehens aufwirft.

Das Ergebnis dürfte damit über die Sitzverteilung hinausweisen. Eine republikanische Mehrheit würde Trumps innen- und außenpolitischen Kurs im Kongress absichern; ein demokratischer Kontrollgewinn könnte Untersuchungen, Blockaden bei Gesetzesvorhaben und neue Auseinandersetzungen über die Regierungspolitik auslösen. Die endgültige Bewertung hängt auch davon ab, wann die knappen Rennen ausgezählt sind.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Republikanern droht Machtverlust: Grafiken zeigen ihre Ergebnisse live bei den Midterms 2026“ (03.11.2026)

Der Beitrag ordne die Abstimmung als Entscheidung über die bisherige republikanische Kontrolle beider Kongresskammern ein und begleite die Ergebnisse laufend. Damit liege sein Schwerpunkt stärker auf der Machtverteilung als auf den außenpolitischen Folgen des Iran-Kriegs.

tagesschau: „Zwischenwahlen in den USA: Bleibt das Land regierbar?“ (03.11.2026)

Der Beitrag stelle die wirtschaftlichen Belastungen durch Trumps Zölle und den Iran-Krieg in den Mittelpunkt und skizziere ein mögliches politisches Patt. Beide Beiträge verbinde die Erwartung, dass die Wahl Trumps verbleibende Amtszeit prägen könne; offen bleibe die konkrete Sitzverteilung in den beiden Kammern.

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