Donald Trump, US-Midterms

US-Midterms: Trump rÀumt schlechte PR vor Kongresswahlen ein

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 00:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-PrÀsident Donald Trump rÀumt vor den Zwischenwahlen ein, dass seine Politik möglicherweise nicht gut vermittelt werde. Zugleich macht er die Abstimmung am 3. November erneut zu einem persönlichen Stimmungstest und will landesweit Wahlkampf betreiben.

Man mache einen guten Job, aber eine schlechte Öffentlichkeitsarbeit - sagt Trump.  - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Man mache einen guten Job, aber eine schlechte Öffentlichkeitsarbeit - sagt Trump. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

US-PrÀsident Donald Trump hat bei einem Auftritt vor BeschÀftigten eines Lastwagenherstellers im texanischen Denton erklÀrt, seine Regierung leiste zwar phÀnomenale Arbeit, verkaufe ihre Leistungen aber möglicherweise nicht gut.

Trump kritisiert Öffentlichkeitsarbeit

Trump pries vor den Mitarbeitern wie ĂŒblich seine eigene Politik und sagte anschließend, das Einzige, was schlecht laufe, sei die Öffentlichkeitsarbeit. Seine Äußerung fĂ€llt gut einen Monat vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA, bei denen seine Republikaner ihre knappe Mehrheit im Kongress verteidigen mĂŒssen.

Am 3. November werden rund ein Drittel der Sitze im Senat und sÀmtliche Sitze im ReprÀsentantenhaus neu vergeben. Trumps Politik ist laut Umfragen unter anderem wegen der gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Krieges unpopulÀr.

Demokraten hoffen auf das Abgeordnetenhaus

Die Demokraten können sich Hoffnungen machen, zumindest das Abgeordnetenhaus zurĂŒckzuerobern. Eine Mehrheit wĂŒrde ihnen ermöglichen, Gesetzesinitiativen Trumps zu blockieren und Untersuchungen einzuleiten.

Trump hat die Zwischenwahlen trotz seiner fehlenden Kandidatur wiederholt zu einer Abstimmung ĂŒber sich selbst erklĂ€rt. Bei einem Parteitag der Republikaner in Dallas forderte er seine AnhĂ€nger vor wenigen Wochen auf: «Bitte tut so, als wĂŒrde ich kandidieren».

Wahlkampf im ganzen Land

Der PrÀsident setzt damit auf seine persönliche Strahlkraft und darauf, seine AnhÀngerschaft zur Stimmabgabe zu bewegen. Vor seiner Rede in Denton sagte er Reportern, er werde im ganzen Land Wahlkampf betreiben.

Am Abend Ortszeit wollte Trump dafĂŒr noch in den US-Bundesstaat Oklahoma reisen.

Midterms als Stimmungstest

Die Zwischenwahlen am 3. November entscheiden ĂŒber alle 435 Sitze im ReprĂ€sentantenhaus sowie einen Teil des Senats. FĂŒr Trumps Republikaner steht damit die knappe Mehrheit in beiden Kammern auf dem Spiel. Ein Verlust des Abgeordnetenhauses wĂŒrde die politische HandlungsfĂ€higkeit des PrĂ€sidenten deutlich einschrĂ€nken, weil die Demokraten Gesetzesvorhaben blockieren und Untersuchungen einleiten könnten.

Trumps ungewöhnlich selbstkritische Bemerkung zur Öffentlichkeitsarbeit passt zu einer politischen Lage, in der wirtschaftliche Belastungen stĂ€rker in den Vordergrund rĂŒcken. Besonders die hohen Benzin- und Dieselpreise treffen Haushalte, Landwirtschaft und Transportgewerbe unmittelbar. Zugleich erhöhen die Folgen des Iran-Krieges den Druck auf die Regierung, konkrete Entlastungen zu liefern.

Wahlkampf mit persönlichem Risiko

Obwohl Trump selbst nicht kandidiert, macht er die Abstimmung zu einem Referendum ĂŒber seine PrĂ€sidentschaft. Das soll seine AnhĂ€nger mobilisieren, birgt aber auch ein Risiko: Wenn republikanische Kandidaten verlieren, kann das Ergebnis als Urteil ĂŒber seine Politik und seinen FĂŒhrungsstil interpretiert werden. Der geplante Wahlkampf im ganzen Land zeigt, dass Trump diese persönliche Dimension bewusst nutzt.

FĂŒr die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler sind deshalb neben den einzelnen Kandidaten auch die Kontrolle des Kongresses und die Folgen fĂŒr die verbleibende Amtszeit entscheidend. Eine verĂ€nderte Mehrheit könnte Haushaltsentscheidungen, Untersuchungen und die Umsetzung zentraler Vorhaben unmittelbar beeinflussen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Panik steigt in Trump-Partei - auch wegen des PrĂ€sidenten“ (30.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, die Republikaner seien wegen steigender Preise und schwieriger Rennen im Senat unter Druck. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf die innerparteilichen Sorgen, hohe Wahlkampfausgaben und die Frage, ob Trumps Politik die Kandidaten belaste; zugleich bestĂ€tige er die zentrale Bedeutung der Midterms fĂŒr seine politische Agenda.

n-tv: „Trumps Kraftstoff-Bumerang: US-Exportverbot fĂŒr Diesel könnte Preisschock auslösen - in den USA“ (01.10.2026)

Der Artikel schreibe, die hohen Dieselpreise verschĂ€rften den politischen Druck auf Trump und die Republikaner vor den Zwischenwahlen. Er setze den Schwerpunkt auf mögliche energiepolitische Gegenmaßnahmen und deren Nebenwirkungen, wĂ€hrend die dpa-Meldung Trumps EinschĂ€tzung seiner Öffentlichkeitsarbeit und seine geplanten Wahlkampfauftritte in den Mittelpunkt stelle.

MedienĂŒbergreifend werde die Wahl als wichtiger Stimmungstest fĂŒr Trump und seine Partei beschrieben; unterschiedlich bewertet wĂŒrden vor allem die Ursachen des politischen Drucks und die geeigneten Reaktionen. Offen bleibe, ob Trumps persönliche Mobilisierungskraft die Belastungen durch Preise und politische Konflikte ausgleichen könne.

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