US-Midterms: Trump startet Wahlkampftour für Republikaner
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 02:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-Präsident Donald Trump hat gut einen Monat vor den wichtigen Kongresswahlen eine Wahlkampftour für die Republikaner gestartet und in Texas für den Senatskandidaten Ken Paxton geworben.
Auftakt in Texas
Bei einer Rede vor Mitarbeitern eines Lastwagen-Herstellers im texanischen Denton sagte Trump, seine Regierung leiste „phänomenale Arbeit“, verkaufe diese aber möglicherweise nicht gut. Zugleich betonte er, mit ganzem Herzen dabei zu sein und an einen Wahlsieg zu glauben.
Der Auftritt in Denton markierte den Auftakt seiner angekündigten Reise durch das Land. Noch am selben Abend reiste Trump nach Oklahoma weiter, um dort ebenfalls Wahlkampf zu betreiben.
Mehrheit im Kongress steht auf dem Spiel
Am 3. November wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner rund ein Drittel der Senatorinnen und Senatoren sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu. Die Republikaner halten derzeit eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern.
Nach der dpa-Meldung sind Trumps Beliebtheitswerte unter anderem wegen gestiegener Spritpreise infolge des Iran-Krieges seit längerem schwach. Die Demokraten hoffen deshalb, zumindest das Repräsentantenhaus zurückzuerobern.
Trump macht Wahl zu persönlichem Votum
Ein demokratischer Wahlsieg könnte Trumps Gesetzesinitiativen blockieren und Untersuchungen in Gang setzen. Trump hat die Midterms deshalb mehrfach zu einer Abstimmung über sich selbst erklärt und seine Anhänger aufgefordert, so zu tun, als kandidiere er selbst.
In Texas unterstützt der Präsident Ken Paxton. Der Republikaner will in den Senat einziehen, steht dort aber vor einem umkämpften Rennen gegen den Demokraten James Talarico. Sollte Talarico gewinnen, wäre er der erste demokratische Senator aus Texas seit mehr als drei Jahrzehnten.
Wahlkampf als Abstimmung über Trump
Trump macht die Midterms ausdrücklich zu einer persönlichen Abstimmung über seine Präsidentschaft. Das erhöht die Bedeutung der Wahlen über die einzelnen Mandate hinaus: Eine republikanische Mehrheit würde ihm ermöglichen, seine Gesetzesvorhaben im Kongress abzusichern, während ein Verlust – insbesondere im Repräsentantenhaus – politische Blockaden und Untersuchungen gegen die Regierung erleichtern könnte.
Die Ausgangslage ist für die Republikaner in mehreren Bereichen schwierig. Steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges belasten die innenpolitische Bilanz, während Trumps Zustimmungswerte laut der dpa-Meldung seit längerem schwach sind. Zugleich bleibt seine persönliche Mobilisierungskraft ein zentraler Vorteil: Der Präsident kann Aufmerksamkeit bündeln und Anhänger auch dort aktivieren, wo republikanische Kandidaten allein weniger zugkräftig wären.
Texas wird zum Prüfstein
Besonders aussagekräftig ist das Rennen in Texas. Der Staat gilt traditionell als republikanisch geprägt, doch der demokratische Kandidat James Talarico fordert Ken Paxton ernsthaft heraus. Ein demokratischer Sieg würde nicht nur einen wichtigen Senatssitz verschieben, sondern auch zeigen, dass Trumps Einfluss selbst in einer langjährigen republikanischen Hochburg Grenzen hat.
Für die Wählerinnen und Wähler geht es damit zugleich um nationale Macht und konkrete regionale Interessen. Die Sitzverteilung im Kongress entscheidet darüber, ob die Regierung Vorhaben durchsetzen kann; die Kandidaten in den Bundesstaaten werben daneben mit eigenen Themen. Trumps Tour soll diese Ebenen verbinden und die Wahl zu einer Mobilisierungsentscheidung über seine Politik machen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Panik steigt in Trump-Partei - auch wegen des Präsidenten“ (30.09.2026)
Der Bericht beschreibe eine angespannte Lage der Republikaner vor den Zwischenwahlen und hebe insbesondere Preissteigerungen sowie Schwierigkeiten in mehreren Senatsrennen hervor. Anders als die dpa-Meldung, die den Auftakt von Trumps persönlicher Wahlkampftour in den Mittelpunkt stelle, konzentriere sich der Artikel auf Wahlkampfausgaben, umkämpfte Bundesstaaten und die strategische Bedeutung von Texas.
FOCUS online: „Panischer Trump zieht alle Register, um die Midterms zu beeinflussen“ (01.10.2026)
Die Kolumne ordne Trumps Wahlkampf als Versuch ein, trotz niedriger Zustimmungswerte die Wahlauseinandersetzung zu prägen, und befasse sich zusätzlich mit Wahlkampfrhetorik, Wahlregeln und möglichen Konflikten um die Durchführung der Abstimmung. Sie bestätige damit die im dpa-Bericht beschriebene persönliche Zuspitzung der Midterms, setze den Schwerpunkt aber deutlich stärker auf demokratiepolitische Risiken und mögliche Eingriffe in den Wahlprozess.
Medienübergreifend werde Trumps zentrale Rolle im republikanischen Wahlkampf ebenso betont wie der Druck durch wirtschaftliche Probleme und umkämpfte Sitze. Unterschiede gebe es bei der Bewertung der Risiken: Während der eine Bericht vor allem Ressourcen und Wahlkarten analysiere, richte der andere den Blick auf institutionelle Konflikte; offen bleibe, ob Trumps Mobilisierungskraft die republikanischen Mehrheiten tatsächlich sichern könne.
