Europa, International

EU testet Beistandsklausel fĂŒr Fall eines Angriffs

05.05.2026 - 01:54:49 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump erschĂŒttert das Vertrauen in die Nato. Die EU will deswegen ihre eigene Beistandsklausel stĂ€rken - und hat dafĂŒr jetzt eine Übung abgehalten.

  • Kann der Rat der EU effizient und schlagkrĂ€ftig reagieren, wenn es zum Angriff auf einen Mitgliedstaat kommt? (Archivbild) - Foto: Arne Immanuel BĂ€nsch/dpa
    Kann der Rat der EU effizient und schlagkrÀftig reagieren, wenn es zum Angriff auf einen Mitgliedstaat kommt? (Archivbild) - Foto: Arne Immanuel BÀnsch/dpa
  • Als ein Schreckensszenario gelten großangelegte Cyberangriffe, die die Stromversorgung lahmlegen. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    Als ein Schreckensszenario gelten großangelegte Cyberangriffe, die die Stromversorgung lahmlegen. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Kann der Rat der EU effizient und schlagkrĂ€ftig reagieren, wenn es zum Angriff auf einen Mitgliedstaat kommt? (Archivbild) - Foto: Arne Immanuel BĂ€nsch/dpa Als ein Schreckensszenario gelten großangelegte Cyberangriffe, die die Stromversorgung lahmlegen. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

In Vorbereitung auf den möglichen Fall eines großangelegten hybriden Angriffs haben Vertreter der EU-Staaten die Aktivierung der Beistandsklausel aus dem Vertrag ĂŒber die EuropĂ€ische Union durchgespielt. Wie die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten erfuhr, waren an der KrisenĂŒbung an diesem Montag die fĂŒr Sicherheitspolitik zustĂ€ndigen Botschafterinnen und Botschafter der EU-Mitgliedstaaten sowie Experten der europĂ€ischen Institutionen beteiligt. Die Ergebnisse sollen auch dazu dienen, einen Plan zur StĂ€rkung der Beistandsklausel der EU vorzubereiten.

Zum Verlauf der Übung gab es aus GeheimhaltungsgrĂŒnden zunĂ€chst keine detaillierten Informationen. BestĂ€tigt wurde lediglich, dass anhand eines fiktiven, aber realistischen Szenarios geprĂŒft worden sei, ob die Krisenreaktion und die Koordination bei hybriden Angriffen funktionieren wĂŒrden. Unter solchen Angriffen werden beispielsweise Cyberattacken auf Stromnetze, illegale DrohnenflĂŒge und Sabotageakte verstanden.

EU will unabhÀngiger von USA werden

Die Planungen fĂŒr eine StĂ€rkung der EU-Beistandsklausel laufen in der EU bereits seit lĂ€ngerem. DafĂŒr geworben hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz im Februar. Hintergrund sind BemĂŒhungen, sich unabhĂ€ngiger von den USA zu machen und dabei vor allem auf FĂ€lle vorzubereiten, in denen die Nato beispielsweise wegen eines Vetos der US-Regierung nicht tĂ€tig werden könnte.

Zudem sind nach Angaben von Diplomaten auch Szenarien denkbar, in denen die EU zusĂ€tzlich und ergĂ€nzend zur Nato eingreifen könnte. Möglich wĂ€re etwa, dass sie im Fall eines Angriffs zusĂ€tzlich mit handelspolitischen oder diplomatischen Maßnahmen Druck auf Gegner ausĂŒbt.

Beistandsklausel wurde erst einmal aktiviert

Die Beistandsklausel der EU besagt, dass im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und UnterstĂŒtzung schulden.

Artikel 42.7 ist damit noch schĂ€rfer formuliert als Artikel 5 des Nato-Vertrags. Nach diesem liegt es im Ermessensspielraum der BĂŒndnisstaaten, wie sie im Fall eines Angriffs den Alliierten zu Hilfe kommen.

Die EU-Beistandsklausel wurde bislang erst einmal aktiviert - nach den TerroranschlĂ€gen von Paris im Jahr 2015. Deutschland beteiligte sich danach deutlich aktiver am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. So wurden unter anderem Tornado-Jets fĂŒr AufklĂ€rungsflĂŒge bereitgestellt.

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