Donald Trump, Pressefreiheit USA

US-PrĂ€sident Donald Trump: Ausschluss von CNN, Politico und MS NOW aus dem Weißen Haus löst Sturm der Kritik aus

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 20:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-PrĂ€sident Donald Trump hat CNN, Politico und MS NOW aus dem Weißen Haus verbannt und damit einen offenen Konflikt mit großen US-Medien ausgelöst. Die betroffenen Redaktionen ziehen vor Gericht, wĂ€hrend auch Trumps bevorzugter Sender Fox News den Schritt kritisiert.

  • Drei MedienhĂ€user planen gegen den Ausschluss vom Weißen Haus zu klagen.  - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
    Drei MedienhĂ€user planen gegen den Ausschluss vom Weißen Haus zu klagen. - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
  • CNN hĂ€tte den PrĂ€sidenten eigentlich am Montag nach New York begleitet. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa
    CNN hÀtte den PrÀsidenten eigentlich am Montag nach New York begleitet. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa
Drei MedienhĂ€user planen gegen den Ausschluss vom Weißen Haus zu klagen.  - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa CNN hĂ€tte den PrĂ€sidenten eigentlich am Montag nach New York begleitet. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump hat den Nachrichtensender CNN sowie Politico und MS NOW aus dem Weißen Haus verbannt und damit seinen Streit mit kritischen Medien deutlich verschĂ€rft.

Medienausschluss und Protest der TV-Pools

Nach dem Ausschluss von CNN, Politico und MS NOW aus dem Regierungssitz eskaliert die Fehde zwischen Trump und mehreren US-Medien. Die betroffenen HĂ€user wollen ihre Zugangsrechte gerichtlich zurĂŒckerlangen und haben Klage eingereicht, um ihre PlĂ€tze im Weißen Haus wiederzuerkĂ€mpfen. Zugleich legten große TV-Sender die engmaschige Begleitung von Terminen und Reisen Trumps im Rahmen des gemeinsamen TV-Pools aus Protest vorĂŒbergehend auf Eis.

Die eingeschrĂ€nkte Pool-Begleitung könnte dazu fĂŒhren, dass weniger lĂŒckenloses TV-Material ĂŒber den PrĂ€sidenten verfĂŒgbar ist. Bislang stellten die Pool-Sender ihre Aufnahmen anderen Redaktionen zur VerfĂŒgung, auch um Kosten zu teilen. Dieses Prinzip ist nun unmittelbar vom Konflikt betroffen.

Gemeinsame Front der großen US-Fernsehsender

Zum Poolnetzwerk gehören die großen TV-Sender ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC. CNN hĂ€tte Trump eigentlich am Montag auf seiner Reise nach New York zu den Vereinten Nationen begleitet, doch dazu kam es nicht. In der Folge erhielten andere Medien aus dem TV-Pool kein Videomaterial zu dem Termin, wĂ€hrend das Weiße Haus eigene Aufnahmen ĂŒber seinen YouTube-Kanal veröffentlichte.

In einer gemeinsamen ErklĂ€rung betonten die fĂŒnf Sender, die Öffentlichkeit habe ein grundlegendes Interesse an unabhĂ€ngigen Informationen ĂŒber ihre Regierung. Keine Regierung dĂŒrfe eine Nachrichtenorganisation allein wegen missliebiger Berichterstattung einschrĂ€nken. Bemerkenswert ist, dass sich auch Fox News dieser Position anschloss, obwohl der konservative Sender als Trumps bevorzugtes Medium gilt.

Klage der Medien gegen das Hausverbot

CNN, Politico und MS NOW haben in Washington eine Eilklage eingereicht, um das Zugangsverbot juristisch anzufechten. In ihrer gemeinsamen Mitteilung bezeichnen sie die Entscheidung als Bedrohung fĂŒr die Pressefreiheit und das Recht der Öffentlichkeit auf unabhĂ€ngigen Journalismus ohne Einmischung der Regierung. Ziel der Klage ist es, den Grundsatz zu verteidigen, dass nicht die Regierung bestimmt, worĂŒber die Presse berichtet oder was sie veröffentlicht.

Da es sich um einen Eilantrag handelt, muss sich das zustĂ€ndige Gericht zĂŒgig mit dem Fall befassen. Die Medien beantragen, das Verbot unverzĂŒglich außer Kraft zu setzen und ihren Zugang zum Weißen Haus wiederherzustellen.

Weißes Haus setzt Trumps AnkĂŒndigung um

Trump hatte bereits am Freitag erklĂ€rt, den drei Medien sei ab sofort der Zugang zum Weißen Haus untersagt. Er wirft ihnen vor, Falschnachrichten zu verbreiten, wĂ€hrend Kritiker darin einen EinschĂŒchterungsversuch und Angriff auf die Pressefreiheit sehen. Ein konkreter Anlass fĂŒr die Entscheidung wurde nicht bekannt.

Am Samstag blieb den Journalisten von CNN, Politico und MS NOW der Zugang zum GelĂ€nde verwehrt. Die Medien berichteten, dass ihnen der Zutritt verweigert wurde und damit eine zentrale Plattform ihrer Berichterstattung ĂŒber die US-Regierung verloren ging. CNN zĂ€hlt zu den bekanntesten Nachrichtensendern weltweit, Politico ist Teil des Medienportfolios des deutschen Konzerns Axel Springer.

Trump verschÀrft Ton gegen CNN und andere Medien

Wie lange die Reporter ausgesperrt bleiben, ist zunĂ€chst offen. Trump nannte keinen Zeitrahmen und drohte, das Verbot auf weitere Medien auszuweiten. Auf seiner Plattform Truth Social legte er nach und erklĂ€rte, das Weiße Haus gehe nicht gegen die freie Presse vor, sondern gegen „Fake News“, die sich seiner Darstellung nach „wie Krebs“ in den USA ausgebreitet hĂ€tten und sogar eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten.

Am Sonntag veröffentlichte Trump zudem eine Abbildung mit drei MĂŒllsĂ€cken, auf denen die Logos der betroffenen Medien zu sehen sind und die vor dem Weißen Haus platziert sind. Die Darstellung unterstreicht den konfrontativen Ton, mit dem der PrĂ€sident gegen die Sender und das Portal vorgeht.

Innenpolitischer Druck und Rolle der Pressefreiheit

In seiner zweiten Amtszeit geht Trump zunehmend hart gegen ihm missliebige Medien vor und greift Journalistinnen und Journalisten hĂ€ufig persönlich an, wenn ihm ihre Fragen oder Berichte nicht gefallen. Wohlwollende Berichterstattung hebt er dagegen regelmĂ€ĂŸig hervor und lobt sie.

Der PrÀsident steht innenpolitisch unter Druck, auch weil in gut sechs Wochen die Parlamentswahlen in den USA anstehen und seine Republikaner knappe Mehrheiten im ReprÀsentantenhaus und im Senat verteidigen wollen. In diesem Umfeld gewinnt der Streit um Zugangsrechte und Berichterstattung zusÀtzlich an Brisanz.

Verfassungsrechtlicher Rahmen der Pressefreiheit

Wie in Deutschland ist auch in den USA die Pressefreiheit verfassungsrechtlich abgesichert. Journalistinnen und Journalisten sollen in einer Demokratie ohne staatliche Einmischung berichten können. Der Erste Zusatzartikel zur US-Verfassung untersagt dem Kongress, Gesetze zu erlassen, die die Rede- oder Pressefreiheit einschrÀnken.

Der Konflikt um den Zugang von CNN, Politico und MS NOW zum Weißen Haus berĂŒhrt damit grundlegende Fragen des demokratischen Systems in den USA: Wie weit darf eine Regierung gehen, wenn sie Berichterstattung missbilligt – und welche Schutzmechanismen greifen, um unabhĂ€ngigen Journalismus zu sichern?

Konflikt zwischen Trump-Regierung und Medien verschÀrft sich

Der Ausschluss von CNN, Politico und MS NOW aus dem Weißen Haus markiert eine neue Eskalationsstufe im seit Jahren angespannten VerhĂ€ltnis zwischen Donald Trump und kritischen Medien. Bereits in seiner ersten Amtszeit griff Trump Journalisten wiederholt verbal an und stellte etablierte Redaktionen pauschal als „Fake News“ dar. Nun verbindet er diese Rhetorik mit konkreten ZugangsbeschrĂ€nkungen und dem Entzug von Hausausweisen – ein Schritt, der von US-Medien und VerbĂ€nden als Angriff auf die verfassungsrechtlich garantierte Pressefreiheit eingeordnet wird.

Juristische und institutionelle Gegenwehr

Die von CNN, Politico und MS NOW eingereichte Klage setzt an zentralen Prinzipien des Ersten Verfassungszusatzes der USA an, der Rede- und Pressefreiheit schĂŒtzt. Medienvertreter und Juristen verweisen darauf, dass Gerichte in vergleichbaren FĂ€llen bereits entschieden haben, dass Zugang zu Regierungseinrichtungen nicht willkĂŒrlich oder abhĂ€ngig von der Berichterstattung entzogen werden dĂŒrfe. Die Eilklage zielt darauf, das Verbot rasch außer Kraft zu setzen und die Regierung an eine praxisrelevante Auslegung der Verfassung zu binden. Zugleich ĂŒben auch traditionell konservative Stimmen aus dem Medienumfeld Kritik und warnen davor, unbequeme Berichterstattung mit Hausverboten zu beantworten.

Bedeutung fĂŒr Öffentlichkeit und internationale Signalwirkung

FĂŒr die US-Öffentlichkeit könnte der Konflikt unmittelbare Folgen haben: Wenn der TV-Pool seine Arbeit einschrĂ€nkt, stehen anderen Redaktionen weniger unabhĂ€ngige Bilder und Informationen aus dem Umfeld des PrĂ€sidenten zur VerfĂŒgung. Das erhöht die AbhĂ€ngigkeit von von der Regierung selbst produzierten Inhalten. International wird der Vorgang genau beobachtet, weil Maßnahmen gegen Medien im Weißen Haus als Signal wirken: Sie können anderen Regierungen als Vorlage dienen, kritische Berichterstattung freier Presse zu delegitimieren oder zu begrenzen. Vor den anstehenden Parlamentswahlen in den USA verschĂ€rft der Konflikt zudem die Debatte ĂŒber demokratische Standards, Gewaltenteilung und die Rolle unabhĂ€ngiger Medien in politischen Auseinandersetzungen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „US-Medien kritisierten Trumps Hausverbot ‚Rechtswidriger Angriff‘ auf die Pressefreiheit“ (20.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, dass der Verband der White-House-Korrespondenten das Hausverbot als Verstoß gegen den Ersten Verfassungszusatz bewerte und auf frĂŒhere Gerichtsentscheidungen verweise, nach denen Journalisten nicht willkĂŒrlich ausgeschlossen werden dĂŒrften. Zudem werde geschildert, wie einzelnen Reporterinnen der Zugang und ihre Hausausweise entzogen worden seien. Der Beitrag betone, dass auch andere große US-Medien und einzelne Fox-News-Journalisten das Vorgehen als Angriff auf Presse- und Meinungsfreiheit kritisierten.

fr.de: „‚Fiktion und LĂŒgen‘: Mit dieser Ansage feuert Trump drei Top-Medien aus dem Weißen Haus“ (19.09.2026)

Der Artikel stelle heraus, dass die betroffenen Redaktionen Trumps Schritt als möglichen Verfassungsbruch einordneten und bereits rechtliche Schritte in Aussicht stellten. Er berichte, CNN und Politico hĂ€tten angekĂŒndigt, ihre Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz energisch verteidigen zu wollen, wĂ€hrend Experten von einem besonders klaren Eingriff in die Pressefreiheit sprĂ€chen. Zugleich werde Trumps lĂ€ngerfristige Strategie beschrieben, kritische Berichte als „Fake News“ zu brandmarken und einzelne Medien gezielt unter Druck zu setzen.

MedienĂŒbergreifend werde festgehalten, dass der Ausschluss der drei HĂ€user als massiver Angriff auf die Pressefreiheit gewertet werde, wĂ€hrend sich die Schwerpunkte zwischen juristischer Bewertung, politischer Einordnung und der Beschreibung praktischer Folgen fĂŒr die Arbeit von Korrespondenten unterschieden. Offen bleibe, wie Gerichte den Fall konkret entscheiden und ob das Weiße Haus an seiner Linie festhalte.

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