US-PrĂ€sident Trump verbannt CNN aus WeiĂem Haus â Medien klagen gegen Hausverbot
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-PrĂ€sident Donald Trump hat den TV-Sender CNN sowie Politico und MS NOW aus dem WeiĂen Haus verbannt und damit seinen eskalierenden Streit mit kritischen Medien weiter verschĂ€rft.
Medien klagen gegen Hausverbot
Nach dem Entzug des Zugangs fĂŒr CNN, Politico und MS NOW ziehen die betroffenen Redaktionen vor Gericht, um ihre PlĂ€tze im WeiĂen Haus zurĂŒckzuerlangen. Sie sehen in dem Verbot eine Bedrohung fĂŒr die Pressefreiheit und das Recht der Ăffentlichkeit auf unabhĂ€ngigen Journalismus ohne Einmischung der Regierung. Die Klage ist als Eilantrag eingereicht, ein Gericht in Washington soll das Hausverbot zĂŒgig prĂŒfen und nach Willen der Medien umgehend untersagen.
TV-Pool setzt Begleitung des PrÀsidenten aus
Die Entscheidung Trumps bleibt nicht ohne Folgen fĂŒr die tĂ€gliche Berichterstattung. Die groĂe Gruppe von Fernsehsendern, die als Pool im Rotationsprinzip Reisen und Termine des PrĂ€sidenten begleitet, stoppte aus Protest ihre engmaschige TV-Begleitung. Da CNN Teil dieses Pools ist, stellen ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC derzeit kein gemeinsames Videomaterial ĂŒber Trump zur VerfĂŒgung. Das WeiĂe Haus verbreitete Aufnahmen von Trumps Abflug zur UN-Vollversammlung in New York ĂŒber seinen eigenen Youtube-Kanal.
Gemeinsame Stellungnahme und SolidaritÀt
In einem gemeinsamen Statement betonten die fĂŒnf TV-Sender, die Ăffentlichkeit habe ein grundlegendes Interesse an unabhĂ€ngigen Informationen ĂŒber ihre Regierung. Keine Regierung solle eine Nachrichtenorganisation einschrĂ€nken, nur weil sie deren Berichterstattung missbillige. AuffĂ€llig ist, dass sich auch Fox News dem Protest anschloss, obwohl der Sender als Trumps bevorzugter Kanal gilt und hĂ€ufig wohlwollend ĂŒber ihn berichtet.
New York Times verweigert Bildmaterial
ZusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung erhalten CNN, Politico und MS NOW von der âNew York Timesâ. Die Zeitung war fĂŒr den fotografischen Pool am Montag vorgesehen, verweigert aber aus SolidaritĂ€t die Weitergabe und Veröffentlichung der an diesem Tag entstandenen Bilder. Auf der Plattform X bezeichnete sie die betroffenen HĂ€user als âungerecht ins Visier genommenâ und begrĂŒndete ihre Entscheidung mit dem Ausschluss der Kollegen aus dem WeiĂen Haus.
Eilantrag gegen Trumps Entscheidung
Parallel zur Protestaktion reichten CNN, Politico und MS NOW in Washington Klage ein. In einer gemeinsamen ErklĂ€rung kritisieren sie das Hausverbot als Angriff auf die Pressefreiheit und den Grundsatz, dass die Regierung nicht bestimme, worĂŒber die Presse berichte oder was sie veröffentliche. Der Eilantrag zielt darauf, den Zugang zum WeiĂen Haus schnell wiederherzustellen und eine gerichtliche KlĂ€rung herbeizufĂŒhren.
Trump begrĂŒndet Verbot mit âFake Newsâ
Trump hatte am Freitag verkĂŒndet, den drei Medien sei ab sofort der Zugang zum WeiĂen Haus untersagt, und ihnen vorgeworfen, Falschnachrichten zu verbreiten. In New York sprach er von einer Verpflichtung, Medien mit angeblichen âFake Newsâ den Zugang zu verweigern. Einen konkreten Anlass nannte er nicht, Kritiker sehen darin einen EinschĂŒchterungsversuch und Angriff auf die Pressefreiheit. Am Samstag wurde Journalistinnen und Journalisten aller drei Medien der Zutritt zum GelĂ€nde verwehrt.
MĂŒllsĂ€cke und drastische Rhetorik
Auf seiner Plattform Truth Social verschĂ€rfte Trump den Ton erneut. Er erklĂ€rte, das WeiĂe Haus gehe nicht gegen die freie Presse vor, sondern gegen âFAKE NEWSâ, die sich âwie Krebsâ ausgebreitet hĂ€tten und sogar eine Bedrohung fĂŒr die nationale Sicherheit darstellten. Zudem veröffentlichte er eine Abbildung, auf der drei MĂŒllsĂ€cke mit den Logos von CNN, Politico und MS NOW vor dem WeiĂen Haus zu sehen sind.
Wachsende HĂ€rte gegen kritische Berichterstattung
In seiner zweiten Amtszeit hat Trump seinen konfrontativen Kurs gegenĂŒber kritischen Medien deutlich verschĂ€rft. Journalisten, deren Fragen ihm missfallen, attackiert er regelmĂ€Ăig verbal, wĂ€hrend er wohlwollende Berichterstattung ausdrĂŒcklich lobt. Der PrĂ€sident steht innenpolitisch unter Druck, denn in rund sechs Wochen finden in den USA Parlamentswahlen statt, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im ReprĂ€sentantenhaus und im Senat verteidigen wollen.
Pressefreiheit als Verfassungsprinzip
Wie in Deutschland ist auch in den USA die Pressefreiheit verfassungsrechtlich geschĂŒtzt. Der erste Zusatzartikel zur US-Verfassung untersagt dem Kongress, Gesetze zu erlassen, die Rede- oder Pressefreiheit einschrĂ€nken. Die nun eingereichte Klage der Medien zielt darauf, dieses Prinzip im Streit um das Hausverbot aus dem WeiĂen Haus konkret zu verteidigen und die Grenzen der Regierungsbefugnisse gegenĂŒber kritischen Medien gerichtlich klĂ€ren zu lassen.
Angriff auf etablierte Regeln der politischen Berichterstattung
Der Ausschluss von CNN, Politico und MS NOW aus dem WeiĂen Haus bedeutet mehr als eine einzelne Streitfrage zwischen PrĂ€sident und Journalisten. Er greift direkt in das ĂŒber Jahrzehnte eingespielte System der gemeinsamen Berichterstattung ein, bei dem groĂe TV-Sender im Pool-Verfahren Reisen und Termine des PrĂ€sidenten begleiten und das Bildmaterial anderen Medien zur VerfĂŒgung stellen. Wenn dieser Pool aus Protest aussetzt, entstehen InformationslĂŒcken, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger gerade in politisch angespannten Zeiten treffen.
Pressefreiheit als juristische und politische Konfliktlinie
Die von den betroffenen Medien eingereichte Klage knĂŒpft an eine lĂ€ngere Reihe von Auseinandersetzungen um ZugangsbeschrĂ€nkungen in der Trump-Ăra an. Schon zuvor hatten Medien und VerbĂ€nde MaĂnahmen des PrĂ€sidenten als verfassungswidrige Eingriffe in die durch den ersten Zusatzartikel geschĂŒtzte Pressefreiheit kritisiert. Mit dem Eilantrag gegen das Hausverbot wird die Frage zugespitzt, ob die Regierung einzelnen kritischen Medien systematisch den Zugang zu zentralen politischen Orten verweigern darf, ohne gegen die Verfassung zu verstoĂen. Der Fall dĂŒrfte damit auch Signalwirkung fĂŒr weitere Konflikte zwischen Regierung und Medien entfalten.
Innenpolitischer Druck und mediale Gegenstrategien
Der Schritt des PrĂ€sidenten fĂ€llt in eine Phase, in der die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im Kongress verteidigen mĂŒssen und Kritik an Trumps Regierungsstil wĂ€chst. Die SolidaritĂ€tsaktionen anderer Sender und der âNew York Timesâ, die ihr Material vorĂŒbergehend zurĂŒckhalten, zeigen, dass groĂe Teile der US-Medienlandschaft den Ausschluss nicht als isolierten Vorgang, sondern als Teil einer grundlegenden Auseinandersetzung um den Umgang mit kritischer Berichterstattung verstehen. FĂŒr Leserinnen und Leser in Deutschland verdeutlicht der Fall, wie eng demokratische Kontrolle, institutionalisierte PressezugĂ€nge und die Möglichkeit unabhĂ€ngiger Berichterstattung miteinander verknĂŒpft sind â und wie schnell diese Strukturen unter politischen Druck geraten können.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau.de: âUS-PrĂ€sident Trump verbietet CNN Zugang zum WeiĂen Hausâ (19.09.2026)
Der Bericht hebe hervor, dass Trump CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum WeiĂen Haus entziehe und dies mit angeblichen âErfindungen und LĂŒgenâ begrĂŒnde. Aus Sicht der tagesschau werde der Schritt als Teil einer breiteren Kampagne gegen kritische Medien beschrieben, in der Experten von einer Gefahr fĂŒr Rede- und Pressefreiheit sprechen. Das Medium stelle zudem frĂŒhere ZugangsbeschrĂ€nkungen gegen andere Medien in einen gröĂeren Kontext, wodurch die Eskalation des aktuellen Konflikts unterstrichen werde.
Der Beitrag konzentriere sich auf die Reaktion der groĂen US-Sender, die ihre Berichterstattung im Rahmen des TV-Pools einschrĂ€nkten. Nach Darstellung des Artikels betonten die Sender in einer gemeinsamen Stellungnahme, keine Regierung dĂŒrfe Medien allein wegen missliebiger Berichterstattung beschneiden, und kĂŒndigten Klagen der betroffenen HĂ€user an. WĂ€hrend die Fakten zum Hausverbot bestĂ€tigt wĂŒrden, lege der Bericht den Schwerpunkt stĂ€rker auf die praktischen Folgen fĂŒr die Informationslage und den politischen Zeitpunkt kurz vor den Zwischenwahlen.
MedienĂŒbergreifend zeige sich damit Ăbereinstimmung darin, dass Trumps Vorgehen als Angriff auf die Pressefreiheit und als Bruch mit etablierten Zugangsregeln bewertet werde. Unterschiede lĂ€gen vor allem im Fokus: WĂ€hrend die tagesschau den verfassungsrechtlichen Rahmen und frĂŒhere Konflikte betone, rĂŒcke der Deutschlandfunk die koordinierte Antwort der Sender und die möglichen Auswirkungen auf die laufende Berichterstattung in den Vordergrund.
