Grönland, Europa

Von der Leyen trifft zu brisantem Besuch in Grönland ein

Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 17:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-PrĂ€sident Donald Trump macht keine Anstalten, seine AnsprĂŒche auf Grönland aufzugeben. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen will nun mit einem Besuch ein Zeichen setzen.

Ist bis Montag zu Gast in Grönland: EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen (r). - Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa
Ist bis Montag zu Gast in Grönland: EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen (r). - Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

Die EU will ihre Zusammenarbeit mit Grönland ungeachtet der KontrollansprĂŒche von US-PrĂ€sident Donald Trump ausbauen. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen traf am Sonntag zu einem zweitĂ€gigen Besuch auf der rohstoffreichen Arktisinsel ein. Dort soll an diesem Montag auch eine neue EU-Grönland-ErklĂ€rung unterzeichnet werden. Zudem werden Investitionszusagen in dreistelliger Millionenhöhe erwartet.

Von der Leyen teilte zu ihrer Ankunft mit, es gehe darum, eine einzigartige Partnerschaft weiter zu festigen. «Wir sind Familie», schrieb sie in sozialen Netzwerken. Grönland gehört zwar zum Königreich DÀnemark, ist aber weitgehend autonom und nicht Teil der EU.

Empfangen wurde die Deutsche auf dem Flughafen von Nuuk von dem grönlĂ€ndischen MinisterprĂ€sidenten Jens-Frederik Nielsen und der dĂ€nischen Regierungschefin Mette Frederiksen. Nielsen sagte bei einem kurzen gemeinsamen Pressetermin, der Besuch von der Leyens stehe fĂŒr eine sehr enge Freundschaft, eine gute Partnerschaft und etwas, auf dem man weiter aufbauen wolle. Als ersten großen Programmpunkt brach er mit der KommissionsprĂ€sidentin und Frederiksen zu einer Bootstour in die arktische Landschaft auf.

Trump will Grönland fĂŒr die USA

Brisant ist der Besuch von der Leyens, weil die USA unter Verweis auf Sicherheitsinteressen AnsprĂŒche auf Grönland erheben und einen Verkauf der riesigen Insel an die Vereinigten Staaten erzwingen wollen. PrĂ€sident Trump argumentiert dabei, dass DĂ€nemark die grĂ¶ĂŸte Insel der Welt nicht vor Russland und China schĂŒtzen könne. Zudem ist das Territorium mit gerade einmal knapp 57.000 Einwohnern auch wegen seiner umfassenden Vorkommen an kritischen Rohstoffen interessant.

Trump hatte zuletzt im Juli KontrollansprĂŒche auf Grönland erneuert und sie auch mit der derzeit laufenden ÜberprĂŒfung der US-TruppenprĂ€senz in Europa in Zusammenhang gebracht. Demnach könnten die USA ihren Beitrag zur Abschreckung Russlands herunterfahren, wenn fĂŒr sie keine gute Vereinbarung zur Zukunft Grönlands zustande kommt.

Zukunft von Rutte-Deal ist unklar

Unklar blieb damit zuletzt, ob sich Trump noch an eine im Januar von Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte vermittelte Absprache gebunden sieht. Diese hatte eigentlich vorgesehen, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewÀhrleisten, insbesondere durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, DÀnemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.

Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre MilitĂ€rprĂ€senz auf Grönland ausweiten dĂŒrfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht ĂŒber bestimmte Investitionen bekommen.

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