Südkorea, Nordkorea

USA und Südkorea kürzen Militärmanöver um die Hälfte

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 03:11 Uhr | dpa.de

US-Präsident Trump hat die gemeinsam mit Südkorea abgehaltenen Militärmanöver kritisiert. Ein besonders kritischer Teil der Übungen soll wohl vollständig entfallen. Aus Rücksicht auf Nordkorea?

  • Streitkräfte beider Länder halten derzeit nahe der Grenze zu Nordkorea ihre jährliche Militärübung ab. - Bild: Ahn Young-joon/AP/dpa
    Streitkräfte beider Länder halten derzeit nahe der Grenze zu Nordkorea ihre jährliche Militärübung ab. - Bild: Ahn Young-joon/AP/dpa
  • Treffen sich US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim demnächst wieder? - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
    Treffen sich US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim demnächst wieder? - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
Streitkräfte beider Länder halten derzeit nahe der Grenze zu Nordkorea ihre jährliche Militärübung ab. - Bild: Ahn Young-joon/AP/dpa Treffen sich US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim demnächst wieder? - Bild: Evan Vucci/AP/dpa

Südkorea und die USA werden ihre derzeit laufenden Militärübungen um die Hälfte kürzen. Wie Südkoreas Generalstab mitteilte, wird das Manöver auf Wunsch der USA bereits am Freitag enden. Ursprünglich war geplant, dass die seit Montag laufenden Militärübungen mit dem Titel «Ulchi Freedom Shield» bis zum 27. August andauern.

Laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen südkoreanischen Rundfunksenders KBS sollen die Streitkräfte beider Länder zwar wie auch in vorherigen Jahren die Verteidigung gegen einen simulierten Angriff aus Nordkorea üben. Die zuvor ebenfalls vorgesehene Gegenoffensive wurde jedoch vollständig gestrichen. Von offizieller Seite wurde dieser Punkt bislang nicht bestätigt. 

Bereits am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump in einem Post auf der Online-Plattform Truth Social angekündigt, das gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen zu lassen - weil nicht mehr genügend Zeit bleibe, um es komplett abzusagen. Er verwies dabei auf seine angeblich «sehr gute Beziehung» zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Die Militärmanöver sendeten ein «völlig unangemessenes und feindseliges Signal» an ein Land, das - solange er Präsident gewesen sei - keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe, schrieb Trump.

Südkorea im Vorfeld nicht informiert

Südkoreas Außenminister Cho Hyun machte unterdessen klar, dass die südkoreanische Regierung über Trumps Online-Post im Vorfeld nicht informiert wurde. «Weder unsere Regierung noch US-Vertreter wussten, was Präsident Trump auf Truth Social geschrieben hatte», sagte Cho während einer Parlamentssitzung.

Ungeachtet der jüngsten Entwicklungen reagierten Nordkoreas Staatsmedien mit scharfer Kritik auf die seit Montag laufenden Militärübungen. Feindliche Staaten, die die Souveränität Nordkoreas verletzten, würden «jederzeit ins Visier unserer vernichtenden Vergeltungsmaßnahmen» geraten, hieß es in einem Artikel der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, die als Sprachrohr des Machtapparats in Pjöngjang fungiert.

Der chinesische Außenminister Wang Yi, der derzeit die südkoreanische Hauptstadt Seoul besucht, sprach von einem notwendigen Richtungswechsel der US-Politik. «Die USA müssen ihre seit langem feindselige Politik gegenüber Nordkorea ändern», sagte Wang laut Südkoreas amtlicher Nachrichtenagentur Yonhap. China ist demnach bereit, eine konstruktive Rolle für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu spielen. Konkrete Maßnahmen nannte der chinesische Spitzendiplomat allerdings nicht. 

US-Zeitung: Trump will Kim im Herbst treffen

Unterdessen berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Beamte, Trump wolle Kim noch in diesem Herbst treffen. Offiziell gebe es zwar noch keine Planungen. Ein Treffen der beiden könnte demnach aber im November stattfinden, wenn sich Staats- und Regierungschefs aus aller Welt beim Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen begegnen werden. Der Gipfel ist für den 18. bis 19. November geplant.

Trump hatte Kim während seiner ersten Amtszeit mehrfach getroffen. Nach einem ersten Gipfel in Singapur 2018 endete die zweite Begegnung der beiden Staatschefs im folgenden Jahr in Hanoi in einem Eklat: Kim reiste noch vor Ende des offiziellen Programms ab. Hintergrund war ein Konflikt bei den Verhandlungen über Nordkoreas nukleare Abrüstung.

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