Xi und Putin betonen Freundschaft in Peking
20.05.2026 - 08:23:05 | dpa.deWenige Tage nach dem Besuch von US-PrĂ€sident Donald Trump haben Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin in Peking ihre Freundschaft und enge Zusammenarbeit betont. Vor der GroĂen Halle des Volkes begrĂŒĂte Xi den Kremlchef mit militĂ€rischen Ehren und rotem Teppich. Auf Bildern chinesischer Staatsmedien waren auch Kinder mit russischen und chinesischen FĂ€hnchen zu sehen.Â
Die Bilder erinnerten in ihrer staatlichen Choreografie an den Empfang Trumps wenige Tage zuvor. Auch den US-PrÀsidenten hatte Xi in Peking mit vielen freundlichen Worten empfangen. Nun demonstrierten China und Russland demonstrativ NÀhe.
Freundschaftsvertrag verlĂ€ngertÂ
Xi verwies zum Auftakt der GesprĂ€che auf die langjĂ€hrige gute Nachbarschaft beider Staaten. Angesichts einer von Unruhe geprĂ€gten internationalen Lage mĂŒssten China und Russland ihre umfassende strategische Zusammenarbeit vorantreiben. Putin sagte, die Beziehungen beider LĂ€nder seien einer «der wichtigsten stabilisierenden Faktoren auf der internationalen BĂŒhne». Beide Seiten verlĂ€ngerten auch ihren seit 25 Jahren bestehenden Vertrag ĂŒber gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit.
Der russische PrÀsident hob die Bedeutung seines Landes als verlÀsslicher Energielieferant in Krisenzeiten hervor. «Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten behÀlt Russland weiterhin seine Rolle als zuverlÀssiger Lieferant von Rohstoffen bei, wÀhrend China als verantwortungsbewusster Abnehmer dieser Rohstoffe auftritt», sagte Putin. Er lud Xi auch zu einem Gegenbesuch 2027 nach Russland ein.
Xi ruft zu Waffenstillstand im Nahen Osten aufÂ
Mit Blick auf die Nahost- und Golfregion sagte Xi nach chinesischen Angaben, ein umfassender Waffenstillstand sei dringend nötig, Verhandlungen seien besonders wichtig. Eine frĂŒhe Lösung des Konflikts könne helfen, Störungen der Energieversorgung, der Lieferketten und der internationalen Handelsordnung zu verringern.Â
Zumindest in den öffentlich transportierten Aussagen der beiden PrĂ€sidenten spielte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zunĂ€chst keine Rolle.Â
Freundliches Treffen mit Trump
Putins Besuch sorgt auch deshalb fĂŒr Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte. Die Reise des russischen PrĂ€sidenten war nach Kremlangaben allerdings bereits zuvor geplant worden.
Xi hatte Trump zum Abschluss seines Besuchs auch nach Zhongnanhai eingeladen, dem abgeschirmten Sitz der chinesischen FĂŒhrung. Umso genauer wurde nun beobachtet, wie Xi den russischen PrĂ€sidenten empfĂ€ngt und welche NĂ€he beide demonstrieren. Der Besuch ermöglicht Peking, zwei Botschaften zugleich zu senden: China will die Beziehungen zu den USA nach dem Trump-Besuch stabilisieren, hĂ€lt aber gleichzeitig an der engen Partnerschaft mit Russland fest.
Was der Besuch den beiden PrÀsidenten bringt
«Der Besuch dient beiden PrĂ€sidenten», sagte Johann Fuhrmann, Leiter des AuslandsbĂŒros China der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Putin brauche die RĂŒckendeckung seines wichtigsten Partners - Bilder, die StabilitĂ€t vermitteln. «Denn er steht zweifellos unter Druck, nicht nur wirtschaftlich», sagte Fuhrmann. «Dass ukrainische Drohnen inzwischen Moskau erreichen können, verunsichert natĂŒrlich auch die eigene Bevölkerung.»
Die russischen AtomstreitkrĂ€fte begannen am Dienstag, dem Tag der Abreise Putins, als Machtdemonstration und wohl auch als eine Art zusĂ€tzlichen Schutz fĂŒr einen ungestörten Flug des PrĂ€sidenten, ein GroĂmanöver. Die Ăbung ist bis diesen Donnerstag angesetzt, wenn Putin wieder in Russland sein will. Moskau war zuletzt wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Es gab Tote und Verletzte und schwere Zerstörungen.
Xi wiederum könne laut Fuhrmann zeigen, dass sich das Zentrum der Weltpolitik weiter in Richtung Peking verschiebe. Die groĂen StaatsmĂ€nner geben sich bei ihm die Klinke in die Hand: erst Trump, jetzt Putin. «Die Botschaft ist klar: An Peking, aber auch an Xi persönlich, kommen weder Washington noch Moskau vorbei.»
Russland will mehr Energie verkaufen
Ein wichtiges Thema war die Energiezusammenarbeit. Russland ist nach Moskauer Regierungsangaben fĂŒhrender Energieexporteur fĂŒr China: Im Jahr 2025 wurden 101 Millionen Tonnen Erdöl und 49 Milliarden Kubikmeter Erdgas ĂŒber Pipelines und in Form von FlĂŒssigerdgas geliefert.
«Die Lokomotive in der russisch-chinesischen Zusammenarbeit ist die Kooperation im Energiebereich», sagte Putin. Trotz ungĂŒnstiger Ă€uĂerer Faktoren zeige die wirtschaftliche Zusammenarbeit Russlands und Chinas eine gute Dynamik. Im vergangenen Vierteljahrhundert sei der Handel beider LĂ€nder um das 30-fache gewachsen und liege seit Jahren solide ĂŒber 200 Milliarden US-Dollar, sagte Putin.
Moskau treibt PlĂ€ne fĂŒr neue Pipeline voranÂ
Russland will seine Lieferungen nach China ausbauen. Dabei könnte auch die seit langem verhandelte Gaspipeline «Kraft Sibiriens 2» eine Rolle spielen, die russisches Gas ĂŒber die Mongolei nach China bringen soll. FĂŒr Moskau wĂ€re das Projekt nach dem Wegfall groĂer Teile des europĂ€ischen Marktes strategisch wichtig. Peking kann jedoch aus einer Position der StĂ€rke verhandeln.
«Ob es nun belastbare Fortschritte gibt, wird am Ende maĂgeblich darĂŒber entscheiden, ob der Kreml den Besuch als Erfolg verkaufen kann», sagte Fuhrmann. Die russische Seite erwarte Bewegung bei der Planung der Pipeline, sagte auch der fĂŒr Energiefragen zustĂ€ndige Vize-Regierungschef Alexander Nowak in Peking. Der Chef des russischen Gasriesen Gazprom, Alexej Miller, gehört der Delegation ebenfalls an.
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