USA, Iran

Trump attackiert Merz: «Hat keine Ahnung, wovon er spricht!»

28.04.2026 - 21:03:35 | dpa.de

US-Präsident Trump und Bundeskanzler Merz pflegen ein gutes Verhältnis zueinander – eigentlich. Doch der Iran-Krieg überschattet das harmonische Miteinander.

  • US-Präsident Trump greift Bundeskanzler Merz an. (Archivfoto) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    US-Präsident Trump greift Bundeskanzler Merz an. (Archivfoto) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • US-Präsident Trump greift Bundeskanzler Merz an. (Archivfoto) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    US-Präsident Trump greift Bundeskanzler Merz an. (Archivfoto) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
US-Präsident Trump greift Bundeskanzler Merz an. (Archivfoto) - Foto: Kay Nietfeld/dpa US-Präsident Trump greift Bundeskanzler Merz an. (Archivfoto) - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Nach deutlicher Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der US-Offensive gegen den Iran hat US-Präsident Donald Trump ihn massiv verbal angegriffen. «Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!», schrieb Trump mit Blick auf Merz (CDU) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei kein Wunder, «dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!». Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge, und lobte sein eigenes Vorgehen.

Eigentlich pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein gutes Verhältnis zueinander. So sieht sich Merz selbst als einen von wenigen Politikern, die einen guten Zugang zu Trump haben. Bereits mehrfach war er zudem im Weißen Haus zu Gast, die Treffen verliefen ohne Auseinandersetzung.

Merz sieht keine US-Exit-Strategie

Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. «Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben», sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

«Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen», sagte der Bundeskanzler weiter. Die Amerikaner seien im Iran «ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen». Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. «Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln», sagte Merz. «Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.»

Trump liegt mit Europäern wegen Iran-Krieg im Clinch

Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So war der britische Premierminister Keir Starmer bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Unter anderem wegen der aus seiner Sicht fehlenden UnterstĂĽtzung im Iran-Krieg griff Trump den Premier verbal immer wieder an. Auch die aus Trumps Sicht mangelnde UnterstĂĽtzung aus Deutschland fĂĽr den Krieg dĂĽrfte fĂĽr seine Kritik an Merz beigetragen haben.

Großbritannien, Frankreich und Deutschland wollen nicht in den Krieg der USA und Israels gegen den Iran hineingezogen werden. Stattdessen schwebt ihnen nach dem Krieg eine neutrale Marine-Mission zur Sicherung der derzeit blockierten Straße von Hormus vor, um so den Schiffsverkehr wieder zu ermöglichen.

Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist eine wichtige Schifffahrtsroute, vor allem fĂĽr den Ă–lhandel. Die Blockade belastet daher die Weltwirtschaft.

Auch bei anderen Konflikten geht Merz einen anderen Weg 

Auch bei anderen schwelenden Konflikten ging Merz in Opposition zu Trump. Mit Blick auf eine mögliche US-Intervention in Kuba sagte er: «Von Kuba geht trotz aller Probleme, die dieses Land mit dem kommunistischen Regime innenpolitisch hat, keinerlei erkennbare Gefährdung für Drittstaaten außerhalb Kubas aus». Er sehe nicht, «auf welcher Grundlage hier eine Intervention stattfinden sollte.» Trump hatte Kuba offen mit einer «Übernahme» gedroht.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂĽr. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 69254593 |

Weitere Meldungen

US-Benzinpreis steigt auf höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Dabei hatte es Präsident Trump seinen Wählern ganz anders versprochen. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA klettern die Spritpreise wegen des Kriegs im Iran deutlich. (Wirtschaft, 29.04.2026 - 00:56) weiterlesen...

Streit über Iran: Trump greift Merz an US-Präsident Donald Trump hat in der Auseinandersetzung über den Krieg der USA und Israels gegen den Iran Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf kritisiert."Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn der Iran eine Atomwaffe besitzt", behauptete Trump am Dienstag auf seiner persönlichen Plattform. (Ausland, 28.04.2026 - 21:21) weiterlesen...

Trump attackiert Merz: «Keine Ahnung, wovon er spricht!». Doch der Iran-Krieg überschattet das harmonische Miteinander. US-Präsident Trump und Bundeskanzler Merz pflegen ein gutes Verhältnis zueinander – eigentlich. (Ausland, 28.04.2026 - 21:18) weiterlesen...

Ă–lpreise steigen erneut deutlich - Emirate verlassen die Opec Der Ă–lpreise haben angesichts der weiterhin stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA erneut deutlich zugelegt. (Boerse, 28.04.2026 - 16:10) weiterlesen...

Weltbank: Höhere Düngerpreise belasten Lebensmittelangebot Der Krieg im Iran trifft die Ärmsten der Welt: Die Exportbeschränkungen von Gas bremsen die Produktion von Dünger – das kann fatale Folgen für Millionen von Menschen haben. (Wirtschaft, 28.04.2026 - 15:30) weiterlesen...

Ă–lpreise steigen erneut deutlich - Keine Verhandlungsfortschritte bei Iran-Krieg Der Ă–lpreise haben angesichts der weiterhin stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA erneut deutlich zugelegt. (Boerse, 28.04.2026 - 10:34) weiterlesen...