US-Truppen vollstÀndig aus dem Irak abgezogen
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 22:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas US-MilitÀr ist nach Angaben aus Bagdad vollstÀndig aus dem Irak abgezogen.
Alle verbliebenen KrÀfte verlassen das Land
Alle US-Kampftruppen und KrĂ€fte zur logistischen UnterstĂŒtzung hĂ€tten den Irak verlassen, sagte ein irakischer Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Eine offizielle BestĂ€tigung der USA lag zunĂ€chst nicht vor.
Auf den Abzug hatten sich der Irak und die USA 2024 geeinigt. Nach Angaben des Pentagons waren in den vergangenen Jahren noch rund 2.500 US-Soldaten im Irak stationiert.
Zuletzt drei US-Standorte
Zuletzt befanden sich US-KrĂ€fte noch in Erbil in der Kurdenregion, an einem StĂŒtzpunkt nahe dem Flughafen von Bagdad sowie im Regierungsviertel der Hauptstadt, der sogenannten GrĂŒnen Zone.
IS verliert Herrschaftsgebiet
Seit 2014 fĂŒhrten die USA gemeinsam mit verbĂŒndeten Staaten im Irak und in Syrien den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Der IS wurde im Irak 2017 und in Syrien 2019 militĂ€risch besiegt erklĂ€rt.
IS-Zellen sind weiterhin aktiv und verĂŒben vereinzelt AnschlĂ€ge. Die sunnitische Terrororganisation hat jedoch die groĂen Gebiete verloren, die sie einst in beiden LĂ€ndern kontrollierte.
Iran-Konflikt verschÀrft Sicherheitslage
Mit dem Iran-Krieg hat sich die Sicherheitslage im Irak erneut verschlechtert. Washington und Teheran trugen ihren Konflikt dort in den vergangenen Jahren wiederholt aus und standen mehrfach am Rand eines Krieges.
Im laufenden Iran-Krieg kam es zu Hunderten Angriffen unter anderem auf US-Einrichtungen und US-Soldaten im Irak. Auch Ziele kurdischer KrÀfte wurden angegriffen.
Feiertage zum âTag der UnabhĂ€ngigkeitâ
Der Iran und Iran-treue KrĂ€fte dĂŒrften den Abzug begrĂŒĂen. Ab Mittwoch, wenn die Frist fĂŒr den US-Abzug offiziell auslĂ€uft, sind im Irak vier offizielle Feiertage vorgesehen. Sie sollen als âTag der UnabhĂ€ngigkeitâ gefeiert werden; öffentliche Einrichtungen sollen geschlossen bleiben.
Milizen sollen spÀter eingegliedert werden
UrsprĂŒnglich sollten die mĂ€chtigen, mit dem Iran verbĂŒndeten Milizen parallel zum Abzug entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat eingegliedert werden. Der von MinisterprĂ€sident Ali al-Saidi angekĂŒndigte Schritt wurde jedoch aufgeschoben und soll nun im Juni kommenden Jahres stattfinden.
US-MilitĂ€r kehrte 2014 zurĂŒck
Die USA waren 2003 mit VerbĂŒndeten trotz internationaler Kritik in den Irak einmarschiert, um Machthaber Saddam Hussein zu stĂŒrzen. Nach dem Abzug 2011 kehrte das US-MilitĂ€r 2014 auf Gesuch der irakischen Regierung zurĂŒck, um den IS zu bekĂ€mpfen.
An dem Einsatz war seit 2015 auch die Bundeswehr beteiligt, unter anderem mit der Ausbildung irakischer Soldaten. Das aktuelle Mandat fĂŒr bis zu 500 KrĂ€fte lĂ€uft bis Januar. AuĂenminister Johann Wadephul erwartet, dass die Bundeswehr auch nach dem Ende des multinationalen Einsatzes in Erbil prĂ€sent bleiben könnte.
Ein Ende der US-Kampfmission
Der Abzug markiert einen wichtigen Einschnitt in der militĂ€rischen PrĂ€senz der USA im Irak. Washington war 2014 auf Bitten der irakischen Regierung zurĂŒckgekehrt, nachdem der Islamische Staat groĂe Gebiete im Land und im benachbarten Syrien erobert hatte. Die Terrormiliz verlor ihr Herrschaftsgebiet zwar, ihre Zellen sind jedoch weiterhin aktiv.
FĂŒr die irakische Regierung bedeutet das Ende der US-PrĂ€senz einen sichtbaren SouverĂ€nitĂ€tsgewinn. Zugleich wĂ€chst der Druck, die Sicherheit des Landes eigenstĂ€ndig zu gewĂ€hrleisten. Besonders heikel bleibt das VerhĂ€ltnis zu den mĂ€chtigen, Iran-nahen Milizen: Ihre geplante Entwaffnung und Eingliederung in staatliche Strukturen wurde verschoben. Damit bleibt offen, wie stark Bagdad das Gewaltmonopol tatsĂ€chlich durchsetzen kann.
Irak bleibt regionaler Krisenraum
Der Abzug erfolgt vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und wiederholter Angriffe auf US-Einrichtungen und andere Ziele im Irak. Das Land liegt zwischen Iran und den US-VerbĂŒndeten in der Region und kann deshalb auch ohne amerikanische Bodentruppen zum Schauplatz einer regionalen Konfrontation werden. FĂŒr Deutschland ist zudem entscheidend, wie sich die Sicherheitslage auf den Bundeswehreinsatz in Erbil auswirkt. Das Mandat lĂ€uft bis Januar; eine weitere PrĂ€senz wird politisch erwartet.
