US-Zwischenwahlen setzen Trump bei Ă–lpreis und Ukraine unter Druck
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSFolgen für Kongress und Außenpolitik
- Moritz Schularick erwartet nach den US-Zwischenwahlen stärkeren parteiinternen Druck auf Donald Trump.
- Eine Lösung im Iran-Konflikt könnte nach seiner Einschätzung die Benzinpreise wieder auf ein normales Niveau bringen.
- Das Ergebnis könnte der Ukraine helfen, weil Trump Vorgaben des Kongresses schwerer ignorieren kann.
- Eine radikale Kehrtwende in der Handels- und Chinapolitik erwartet Schularick nicht.
US-Zwischenwahlen erhöhen Druck auf Trump
Das starke Abschneiden der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen könnte nach Einschätzung des Präsidenten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, Folgen für die Energiepreise haben. Mehr Druck aus Trumps eigener Partei könnte nach seiner Einschätzung eine Lösung im Iran-Konflikt und damit wieder niedrigere Benzinpreise begünstigen.
Iran-Konflikt im Zentrum der Preisdebatte
Schularick sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es dürfte nun mehr Druck auf Trump geben, die Benzinpreise durch eine Lösung im Iran-Konflikt auf ein normales Niveau zu bringen. Eine Entspannung im Konflikt könnte die Unsicherheit an den Energiemärkten verringern.
Ukraine könnte vom Wahlausgang profitieren
Positiv sei das Ergebnis auch fĂĽr die Ukraine, sagte Schularick. FĂĽr Trump werde es schwerer, Vorgaben des Kongresses zu ignorieren.
Demokratie und Rechtsstaat als Gewinner
Die großen Gewinner der Midterms seien die US-Demokratie und der Rechtsstaat, erklärte der Ökonom. Funktionierende Kontrollinstanzen seien auch wirtschaftlich positiv.
Keine radikale Kehrtwende erwartet
Schularick warnte zugleich vor zu hohen Erwartungen. In der Handels- und Chinapolitik nehme Trumps Handlungsspielraum zwar etwas ab, eine radikale Kehrtwende sei aber nicht zu erwarten; in der AuĂźenpolitik habe er weiter das Zepter in der Hand.
Das Wahlergebnis der US-Zwischenwahlen verändert vor allem die innenpolitischen Rahmenbedingungen für Donald Trump. Gewinnen die Demokraten Sitze im Kongress, kann die Opposition Gesetzesvorhaben erschweren, Haushaltsentscheidungen beeinflussen und die Kontrolle der Regierung intensivieren. Für die Außenpolitik bleibt der Präsident jedoch handlungsfähig, insbesondere dort, wo er sich auf exekutive Befugnisse stützen kann.
Der Zusammenhang mit dem Ölpreis verläuft über den Iran-Konflikt und die Erwartungen an die US-Regierung. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten können Transportwege, Förderung und Risikoprämien am Ölmarkt belasten; eine politische Entspannung könnte diesen Aufschlag verringern. Sinkende Rohölpreise würden mit Verzögerung auch die Kosten für Benzin und Diesel beeinflussen, wobei Wechselkurse, Raffineriemargen und Steuern den Preis an deutschen Tankstellen ebenfalls bestimmen.
Begrenzte Folgen fĂĽr Ukraine und China
Für die Ukraine kann eine stärkere Rolle des Kongresses politisch relevant sein, weil Haushaltsmittel und gesetzliche Vorgaben die Spielräume der Regierung begrenzen. Eine grundlegende Änderung der US-Handels- oder Chinapolitik folgt daraus jedoch nicht automatisch. Für Unternehmen und Verbraucher bleibt deshalb entscheidend, ob aus dem Wahlergebnis konkrete Beschlüsse zur Außenpolitik, zum Iran-Konflikt oder zur Energieversorgung entstehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Demokraten siegen bei US-Zwischenwahlen: Eine Chance für die Ukraine?“ (04.11.2026)
Der Beitrag stellt ebenfalls einen möglichen Einfluss des Wahlergebnisses auf den Ukraine-Krieg heraus. Anders als die dts-Meldung liegt der Schwerpunkt auf der Unterstützung für Kiew und weniger auf den Folgen für Öl- und Benzinpreise.
Euronews: „US-Zwischenwahlen: Trumps Niederlage verändert Europas Wirtschafts- und Finanzmärkte“ (04.11.2026)
Der Artikel verbindet Trumps Wahlniederlage mit Reaktionen an den europäischen Märkten und ergänzt damit die wirtschaftliche Perspektive. Gemeinsam ist den Beiträgen die Einschätzung, dass das Ergebnis Trumps Spielraum begrenzt; offen bleibt, welche konkreten außen- und energiepolitischen Entscheidungen folgen.
