USA Russland Sanktionen, Ukraine-Krieg Energie

USA Russland-Sanktionen: Kongress beschließt weitreichendes Gesetz gegen Öl- und Gasexporte

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 10:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der US-Kongress hat ein neues Sanktionsgesetz gegen Russland verabschiedet, das vor allem die Öl- und Gasexporte des Landes ins Visier nimmt. Die weitreichenden Befugnisse fĂŒr PrĂ€sident Trump könnten sowohl den Ukraine-Krieg als auch das VerhĂ€ltnis zu China und Indien beeinflussen.

  • Der Kongress hat ein Gesetz fĂŒr neue Russland-Sanktionen verabschiedet. (Archivbild) - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa
    Der Kongress hat ein Gesetz fĂŒr neue Russland-Sanktionen verabschiedet. (Archivbild) - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa
  • Trump betont immer wieder seine angeblich gute Beziehung zu Putin. (Archivbild). - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Trump betont immer wieder seine angeblich gute Beziehung zu Putin. (Archivbild). - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Trump hat Xi nach Washington eingeladen (Archivbild).  - Bild: Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa
    Trump hat Xi nach Washington eingeladen (Archivbild). - Bild: Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa
Der Kongress hat ein Gesetz fĂŒr neue Russland-Sanktionen verabschiedet. (Archivbild) - Bild: J. Scott Applewhite/AP/dpa Trump betont immer wieder seine angeblich gute Beziehung zu Putin. (Archivbild). - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Trump hat Xi nach Washington eingeladen (Archivbild).  - Bild: Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa

Der US-Kongress hat ein neues Gesetz fĂŒr verschĂ€rfte Sanktionen gegen Russland beschlossen, das vor allem die Einnahmen aus Öl- und Gasexporten des Landes treffen soll.

Kongress stÀrkt Druck auf Russland

Nach dem Senat stimmte nun auch das ReprĂ€sentantenhaus fĂŒr das Sanktionspaket, das Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter unter Druck setzen soll. Neben direkten Strafmaßnahmen gegen russische Politiker und Unternehmen zielt das Gesetz darauf ab, die russischen Öl- und Gasexporte stĂ€rker einzudĂ€mmen, mit denen Moskau seinen Krieg finanziert.

Im ReprĂ€sentantenhaus fiel die Entscheidung mit einer ĂŒberparteilichen Mehrheit von 262 zu 159 Stimmen. Sieben republikanische Abgeordnete votierten dagegen, sodass fĂŒr die Annahme des Gesetzes Stimmen der Demokraten erforderlich waren. Die Ukraine begrĂŒĂŸte den Schritt; PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach in sozialen Medien von einem Ă€ußerst wirksamen Instrument, das helfen könne, den Krieg zu beenden und Russland zu einem Frieden zu bewegen.

Weitgehende Sanktionsbefugnisse fĂŒr PrĂ€sident Trump

Das Gesetz geht nun zur Unterzeichnung an US-PrÀsident Donald Trump, der seine Zustimmung zuvor angedeutet hatte. Der Senat hatte die Vorlage bereits im Vormonat mit deutlicher Mehrheit gebilligt. Das Vorhaben trÀgt den Namen des im Juli gestorbenen Senators und Trump-Vertrauten Lindsey Graham, der als treibende Kraft hinter dem Projekt galt.

Trump erhĂ€lt durch das Gesetz unter anderem die Befugnis, die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer russischer EnergietrĂ€ger mit Sanktionen zu belegen sowie die fĂŒnf LĂ€nder zu erfassen, die Russland am stĂ€rksten dabei helfen, Energiesanktionen zu umgehen. Damit könnte sich der wirtschaftliche Druck auf LĂ€nder wie China und Indien erhöhen, die bislang große Mengen russischen Erdöls beziehen.

Zölle und Ausnahmen fĂŒr wichtige Handelspartner

ZunĂ€chst sollen die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer russischer Energie im Jahr vor Inkrafttreten des Gesetzes identifiziert werden. Auf Einfuhren aus diesen Staaten in die USA können Zölle von bis zu 100 Prozent verhĂ€ngt werden. Die Höhe der Zölle kann mit der Zeit angepasst werden, abhĂ€ngig davon, ob ein Land seine AbhĂ€ngigkeit von russischem Öl und Gas reduziert.

Die Einstufung der grĂ¶ĂŸten Importeure soll alle 180 Tage aktualisiert werden. Zugleich sieht das Gesetz Ausnahmen fĂŒr LĂ€nder vor, deren Einfuhren weniger als 15 Prozent der russischen Erdgasexporte in einem Zwölfmonatszeitraum ausmachen oder die konkrete Schritte zur Verringerung ihrer KĂ€ufe unternehmen. EuropĂ€ische VerbĂŒndete sollen nach den Angaben des demokratischen Senators Richard Blumenthal damit außen vor bleiben.

ZusÀtzliche Regelungen zu Iran-Sanktionen

Neben den Russland-Maßnahmen setzt das Gesetz auch einen Rahmen fĂŒr die VerlĂ€ngerung der US-Sanktionen gegen den Iran bis zum Jahr 2031. Damit verknĂŒpft der Kongress zwei zentrale Konfliktfelder der US-Außenpolitik in einem Paket: den Krieg Russlands gegen die Ukraine und den Umgang mit der iranischen FĂŒhrung.

Mögliche Auswirkungen auf das VerhÀltnis zu China

Bislang hatte Trump davor zurĂŒckgescheut, China direkt wegen dessen Energieimporten aus Russland unter Druck zu setzen. Auf Waren aus Indien hatte er zeitweise bereits einen Zoll von 25 Prozent wegen der KĂ€ufe russischen Öls verhĂ€ngt. In der kommenden Woche wird Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Washington erwartet, wohin Trump ihn auf seiner Chinareise eingeladen hatte.

Die beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt stehen seit lĂ€ngerem in einem erbitterten Handelskonflikt. Das neue Sanktionsgesetz könnte ein weiterer PrĂŒfstein fĂŒr das VerhĂ€ltnis werden, sollte Washington kĂŒnftig auch Pekings EnergiegeschĂ€fte mit Moskau stĂ€rker ins Visier nehmen.

Bedeutung fĂŒr die Ukraine und innenpolitische Debatte

Mit dem Beschluss sendet der Kongress ein klares Signal gegen Kremlchef Wladimir Putin und dessen seit Februar 2022 gefĂŒhrten Angriffskrieg in der Ukraine. Zugleich wĂ€chst der Druck auf den eigenen PrĂ€sidenten, diese neuen Befugnisse auch zu nutzen. Im Wahlkampf vor seiner zweiten Amtszeit hatte Trump nahegelegt, er könne den Krieg binnen eines Tages beenden; konkrete Fortschritte bei einer Vermittlung sind bislang ausgeblieben.

Trump sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, Putin nicht ausreichend unter Druck zu setzen. Dass das Gesetz nun auch die HĂŒrde im ReprĂ€sentantenhaus genommen hat, war dennoch kein SelbstlĂ€ufer. Mehrere hochrangige Demokraten hatten zwar ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine betont, kritisierten aber, dass die Zollbefugnisse des PrĂ€sidenten massiv ausgeweitet wĂŒrden, ohne eine Garantie fĂŒr zusĂ€tzliche Sanktionen gegen Russland zu enthalten.

Langes Ringen um das Sanktionspaket

Der erste Entwurf fĂŒr das Gesetz war bereits 2025 eingebracht worden, blieb jedoch lange im Senat stecken. Nach dem Tod von Lindsey Graham, der als treibende Kraft hinter dem Projekt galt, setzten seine Kollegen in der Kongresskammer auf eine zĂŒgige Verabschiedung. Diese erfolgte schließlich Anfang August, wenige Wochen nach seinem Tod.

Trump war im Juli gefragt worden, ob er das Sanktionspaket unterschreiben werde, sollte es den Kongress passieren. Er legte sich nicht eindeutig fest, deutete aber UnterstĂŒtzung an. Er verwies darauf, dass Graham die Sanktionen entschieden vorangetrieben habe und dass die Chancen gut stĂŒnden, dass das Paket umgesetzt werde.

Signal gegen Russland und Test fĂŒr Trumps Kurs

Mit dem Sanktionsgesetz setzt der US-Kongress ein deutliches Signal, dass die Vereinigten Staaten ihren Druck auf Russland im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter erhöhen wollen. Das Paket ist darauf angelegt, an einer zentralen Stelle der russischen Kriegsfinanzierung anzusetzen: den Einnahmen aus Öl- und Gasexporten. FĂŒr die Ukraine ist der Beschluss nicht nur symbolisch wichtig, sondern könnte, sollten die Befugnisse konsequent genutzt werden, tatsĂ€chlich spĂŒrbare wirtschaftliche Folgen fĂŒr Russland haben.

Belastungsprobe fĂŒr Beziehungen zu China und Indien

Indem das Gesetz ausdrĂŒcklich die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer russischer EnergietrĂ€ger und LĂ€nder, die bei der Umgehung von Energiesanktionen helfen, ins Visier nimmt, geraten große Abnehmer wie China und Indien unter Wachstumsdruck. Höhere Zölle auf Einfuhren in die USA wĂŒrden Lieferketten verteuern und könnten neue Konfliktlinien in ohnehin angespannten Handelsbeziehungen eröffnen. Zugleich versucht der Kongress, europĂ€ische VerbĂŒndete zu schonen, indem fĂŒr Staaten mit relativ geringem Anteil an russischem Erdgas sowie fĂŒr LĂ€nder mit nachweislicher Reduzierung ihrer KĂ€ufe Ausnahmen vorgesehen sind.

Innenpolitischer Druck auf Trump und offene Umsetzung

Innenpolitisch erhöht das Gesetz den Druck auf PrĂ€sident Trump, im Ukraine-Krieg eine hĂ€rtere Linie gegenĂŒber Kremlchef Wladimir Putin zu verfolgen. Der Kongress rĂ€umt ihm weitreichende Sanktionsbefugnisse ein, doch deren tatsĂ€chliche Nutzung bleibt eine politische Entscheidung. Kritische Stimmen aus den Demokraten hatten zuletzt moniert, dass das Gesetz die Zoll-Befugnisse des PrĂ€sidenten stark ausweite, ohne verbindlich sicherzustellen, dass neue Russland-Sanktionen tatsĂ€chlich verhĂ€ngt werden. FĂŒr Beobachter bleibt damit offen, ob das Instrument vor allem als Drohkulisse dient oder ob die USA ihre Wirtschaftsmacht im Energiebereich dauerhaft in eine hĂ€rtere Sanktionspraxis ĂŒbersetzen.

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