Venezuela, Niederlande

Venezuela tritt aus Internationalem Strafgerichtshof aus

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:41 Uhr | dpa.de

Benachteiligung des Globalen SĂŒdens lautet der Vorwurf, mit dem Venezuela seinen Austritt aus dem Weltstrafgericht begrĂŒndet. Dieses hatte gegen die Regierung in Caracas ermittelt.

  • Die venezolanische Regierung unter Delcy RodrĂ­guez hat den Austritt ihres Landes beim Internationalen Gerichtshof erklĂ€rt. (Archivbild) - Bild: Jhonn Zerpa/Presidencia Miraflores/dpa
    Die venezolanische Regierung unter Delcy Rodríguez hat den Austritt ihres Landes beim Internationalen Gerichtshof erklÀrt. (Archivbild) - Bild: Jhonn Zerpa/Presidencia Miraflores/dpa
  • Venezuela hat seinen Austritt beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erklĂ€rt. (Archivbild) - Bild: Peter Dejong/AP/dpa
    Venezuela hat seinen Austritt beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erklÀrt. (Archivbild) - Bild: Peter Dejong/AP/dpa
Die venezolanische Regierung unter Delcy Rodríguez hat den Austritt ihres Landes beim Internationalen Gerichtshof erklÀrt. (Archivbild) - Bild: Jhonn Zerpa/Presidencia Miraflores/dpa Venezuela hat seinen Austritt beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erklÀrt. (Archivbild) - Bild: Peter Dejong/AP/dpa

Venezuela hat seinen Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angekĂŒndigt. Auf Anweisung der amtierenden PrĂ€sidentin Delcy RodrĂ­guez habe Venezuela dem UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres «seine feste und unwiderrufliche Entscheidung mitgeteilt, (...) den endgĂŒltigen Austritt aus dem IStGH einzuleiten», erklĂ€rte der venezolanische Außenminister FĂ©lix Plasencia auf der Plattform X. 

Die Regierung des sĂŒdamerikanischen Landes begrĂŒndete ihren Schritt damit, dass der Gerichtshof im niederlĂ€ndischen Den Haag die LĂ€nder des Globalen SĂŒdens benachteilige. «Venezuela ist der Ansicht, dass das Vorgehen des Gerichtshofs auf einer nachweislichen geografischen Voreingenommenheit beruht, die dazu gefĂŒhrt hat, dass sich seine Arbeit unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig stark auf afrikanische und lateinamerikanische LĂ€nder konzentriert hat», heißt es in der ErklĂ€rung. 

Plasencia warf dem Gericht eine «Verfolgung des venezolanischen Volkes» vor. Die Institution verschÀrfe Ungleichheiten, die die internationale Justiz eigentlich beseitigen sollte. 

Seit Jahren Ermittlungen gegen Venezuela

Das Weltstrafgericht ermittelt seit Jahren wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Venezuela. Dabei geht es um die gewaltsame UnterdrĂŒckung von Protesten durch SicherheitskrĂ€fte und MilitĂ€r vor neun Jahren. Im Dezember vorigen Jahres schloss die Staatsanwaltschaft des IStGH ihr BĂŒro in Caracas, da es keine ausreichende Kooperationsbereitschaft sah. Das venezolanische Parlament beschloss daraufhin, den Austritt des Landes auf den Weg zu bringen. 

Der Austritt eines Staates beim Internationalen Strafgerichtshof tritt nach dem Rom-Statut ein Jahr nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem der UN-GeneralsekretĂ€r die formelle Mitteilung erhalten hat. Das Rom-Statut begrĂŒndet die ZustĂ€ndigkeit des Gerichts fĂŒr Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen der Aggression.

de | ausland | 69865164 |