US-Gesandter: Hilfsstopp sollte Ukraine eine Lehre sein
07.03.2025 - 02:36:35 | dpa.de
Die amerikanische MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine musste nach Darstellung des US-Sondergesandten Keith Kellogg eingestellt werden, um die ukrainische FĂŒhrung an den Verhandlungstisch zu bewegen. «Ich kann es am besten so beschreiben, als wĂŒrde man einem Maultier mit einem Kantholz auf die Nase hauen», sagte Kellogg bei einer Veranstaltung des Council on Foreign Relations. «So bekommt man ihre Aufmerksamkeit.» Er betonte, dass es sich um einen vorĂŒbergehenden Hilfsstopp handele â nicht um ein endgĂŒltiges Ende der UnterstĂŒtzung.
Kellogg deutete in diesem Zusammenhang an, dass die Entscheidung möglicherweise auch Auswirkungen auf die VerbĂŒndeten der USA habe. «Ich weiĂ, dass die Alliierten ⊠auch alles, was mit der US-UnterstĂŒtzung zu tun hat, gewissermaĂen pausiert haben», sagte er. Ob er damit meinte, dass auch die Weitergabe von US-Geheimdienstinformationen durch andere westliche Staaten eingeschrĂ€nkt wurde, war unklar.
Ukrainer «haben sich das selbst zuzuschreiben»
Mit Blick auf den jĂŒngsten Eklat im WeiĂen Haus erklĂ€rte der Sondergesandte, der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj habe die Situation völlig falsch eingeschĂ€tzt. «Offen gesagt haben sie sich das selbst zuzuschreiben», sagte er ĂŒber die Ukrainer. Es sei ein Fehler gewesen, US-PrĂ€sident Donald Trump öffentlich davon ĂŒberzeugen zu wollen, sich klar gegen Russland zu positionieren. Der Republikaner sei «sehr groĂmĂŒtig» gewesen und die Eskalation «völlig vermeidbar». Der Stopp der US-Hilfen sei jedoch keine persönliche Rache Trumps, sondern ein strategischer Schritt, betonte Kellogg. Es zeige «einen bestimmten Verhandlungsstil».
Trump hatte im Wahlkampf wiederholt behauptet, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden zu können. Dazu sagte Kellogg nun: «Wir haben nicht gesagt, an welchem Tag und in welchem Jahr.» Er betonte, Selenskyj mĂŒsse nun den Rohstoff-Deal unterzeichnen. Auf den Hinweis, dass dieser sich bereits dazu bereit erklĂ€rt habe, entgegnete Kellogg: «Es besteht ein Unterschied zwischen dem Angebot, es zu tun - und es tatsĂ€chlich zu tun.»
Lob fĂŒr Russlands Verhandlungsbereitschaft
Auf die Frage, welcher Druck auf Russland ausgeĂŒbt werde, wollte Kellogg â wie bereits andere Regierungsvertreter â keine eindeutige Antwort geben. Er rĂ€umte jedoch ein, dass es noch Raum gebe, Moskau stĂ€rker unter Druck zu setzen. Gleichzeitig deutete er an, dass es von russischer Seite bereits eine Verhandlungsgrundlage gebe, wĂ€hrend dies bei der Ukraine unklar sei.Â
Insgesamt Ă€uĂerte sich der Sondergesandte wohlwollend ĂŒber die Verhandlungsbereitschaft des Kremls. Zwischen dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin habe es in Moskau ein fast dreistĂŒndiges GesprĂ€ch gegeben und Trump habe mit Putin telefoniert, sagte Kellogg â wĂ€hrend die Ukrainer das Oval Office mit leeren HĂ€nden verlassen hĂ€tten.
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