US-MilitĂ€r kontert Klagen ĂŒber MissstĂ€nde auf FlugzeugtrĂ€ger
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 04:14 Uhr | dpa.de
Das US-MilitĂ€r hat Berichte ĂŒber MissstĂ€nde auf dem im Nahen Osten eingesetzten FlugzeugtrĂ€ger «USS Abraham Lincoln» zurĂŒckgewiesen. Der FlugzeugtrĂ€ger weise unter allen der US Navy eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das fĂŒr die Region zustĂ€ndige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im MilitĂ€r bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist.
Von Centcom hieĂ es weiter, die Matrosen und Marines blieben widerstandsfĂ€hig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hĂ€tten. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des FlugzeugtrĂ€gers ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August ĂŒber Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden, hieĂ es weiter. Centcom sprach von Falschberichterstattung.Â
Iranische Medien hatten berichtet, bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bord des FlugzeugtrĂ€gers seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Stimmung an Bord sei angespannt.Â
Berichte zu fehlender Seife, verstopften Klos und psychischen Problemen
Der Senator aus dem Bundesstaat Connecticut, Richard Blumenthal, hatte die US-Regierung zuvor auf der Plattform X aufgefordert, sie solle erklĂ€ren, was sie tue, um die StreitkrĂ€fte an Bord zu unterstĂŒtzen. «Weitverbreitete Berichte ĂŒber VersorgungsengpĂ€sse, Probleme bei den SanitĂ€ranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln», hieĂ es weiter.
Fehlende Seife und verstopfte Klos sind demnach nicht einmal das schlimmste Problem: Bei Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen, hieĂ es in der offiziellen Anfrage. Es seien «Sicherheitsbedenken hinsichtlich der AuĂendecks» geĂ€uĂert worden und, ebenfalls unschön fĂŒr die Besatzung: Störungen im Postverkehr hĂ€tten dazu gefĂŒhrt, dass viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete ĂŒber Monate auf dem Transportweg verloren gegangen seien.
Derweil forderte der MinderheitsfĂŒhrer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, auf der Plattform X den sofortigen Rauswurf von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Als dieser nominiert worden sei, habe jeder gewusst, dass er völlig inkompetent sei. «Jetzt zahlen unsere tapferen Matrosen dafĂŒr auf schreckliche und unfassbare Weise den Preis.»
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FlugzeugtrÀger soll ersetzt werden
Laut Medienberichten soll der FlugzeugtrÀger aus dem Nahen Osten abgezogen und durch die «USS George Washington» ersetzt werden. Das berichteten das «Wall Street Journal» sowie die US-Sender CNN und NBC News unter Berufung auf Insider. Laut CNN war der Austausch der Schiffe allerdings bereits vor den Beschwerden geplant.
Mit der aus dem SĂŒdchinesischen Meer abgezogenen «USS Abraham Lincoln» und ihren Begleitschiffen hatte das US-MilitĂ€r bereits Anfang Januar seine PrĂ€senz im Nahen Osten ausgebaut. Am 28. Februar hatten die USA und Israel MilitĂ€rschlĂ€ge gegen den Iran begonnen. Seither ist der FlugzeugtrĂ€ger im Arabischen Meer im Einsatz, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische HĂ€fen anzulaufen oder zu verlassen.
