Ukraine, Russland

Viele Tote bei Angriff auf Munitionslager bei Kiew

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 13:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei der Attacke auf das Depot kommen Dutzende Menschen ums Leben. Eigentlich soll in der NĂ€he von Wohngebieten keine Munition gelagert werden - deshalb ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

  • Bei einem russischen Drohnenschlag auf ein Munitionslager hat es bei der ukrainischen Hauptstadt Kiew viele Tote gegeben. (Archivbild) - Bild: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
    Bei einem russischen Drohnenschlag auf ein Munitionslager hat es bei der ukrainischen Hauptstadt Kiew viele Tote gegeben. (Archivbild) - Bild: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
  • Russland greift die Ukraine immer wieder mit Drohnen und Raketen an. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Russland greift die Ukraine immer wieder mit Drohnen und Raketen an. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • Kiew und das Umland kommt wegen stĂ€ndigen Luftangriffen seit Tagen nicht zur Ruhe. (Archivbild) - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
    Kiew und das Umland kommt wegen stÀndigen Luftangriffen seit Tagen nicht zur Ruhe. (Archivbild) - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
  • Kiew und das Umland kommt wegen stĂ€ndiger Luftangriffen seit Tagen nicht zur Ruhe. - Bild: Ukrainian Emergency Service/via Ap/dpa
    Kiew und das Umland kommt wegen stÀndiger Luftangriffen seit Tagen nicht zur Ruhe. - Bild: Ukrainian Emergency Service/via Ap/dpa
Bei einem russischen Drohnenschlag auf ein Munitionslager hat es bei der ukrainischen Hauptstadt Kiew viele Tote gegeben. (Archivbild) - Bild: Mindaugas Kulbis/AP/dpa Russland greift die Ukraine immer wieder mit Drohnen und Raketen an. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa Kiew und das Umland kommt wegen stÀndigen Luftangriffen seit Tagen nicht zur Ruhe. (Archivbild) - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa Kiew und das Umland kommt wegen stÀndiger Luftangriffen seit Tagen nicht zur Ruhe. - Bild: Ukrainian Emergency Service/via Ap/dpa

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager sind westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens 37 Menschen getötet worden. «Es gibt erhebliche SchÀden an der umliegenden Infrastruktur: WohnhÀuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschÀdigt», schrieb PrÀsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. 

Auch in der SĂŒdukraine - im von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet Odessa und der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim - kamen Menschen bei gegenseitigen Angriffen ums Leben.

Über 300 RettungskrĂ€fte im Einsatz

Bei dem Angriff auf das Munitionslager am Freitagabend wurden nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, auch mehr als 40 Menschen verletzt. Mehr als 300 RettungskrÀfte waren demnach im Einsatz. PrÀsident Selenskyj zufolge wurden fast 400 Menschen in Sicherheit gebracht. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde bei dem Angriff auf das knapp fĂŒnf Kilometer von der Stadtgrenze Kiews entfernte Dorf Myla ein UnternehmensgelĂ€nde getroffen. Selenskyj nannte keine Details, schrieb aber: «Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht neben HĂ€usern und anderen WohngebĂ€uden geben.» Er verwies auf eingeleitete Strafverfahren.

Hauptstrecke nach Westen komplett gesperrt

Bereits in der Nacht hatte die Staatsanwaltschaft ĂŒber Ermittlungen wegen «dienstlicher FahrlĂ€ssigkeit» und einen russischen Drohnenangriff informiert. Nach russischen Angaben war ein Munitionslager mit Einzelteilen fĂŒr weitreichende Drohnen das Ziel des Angriffs.

Die Hauptverbindungsstrecke von Kiew Richtung Westen musste in der Folge auf einem mehrere Kilometer langen Abschnitt fĂŒr die Lösch- und Rettungsarbeiten komplett gesperrt werden. Erst in den Mittagsstunden am Samstag konnte der Verkehr nach Polizeiangaben auf der zweispurigen Schnellstraße einspurig in beide Richtungen wieder aufgenommen werden. Auf in den sozialen Netzwerken veröffentlichten Videos waren Feuer und Explosionen in der AbenddĂ€mmerung zu sehen. 

Regierungschef Serhij Korezkyj verwies auf einen Ă€hnlichen Vorfall Anfang Juli in Wyschnewe am sĂŒdwestlichen Stadtrand von Kiew. «Im fĂŒnften Kriegsjahr werden ein und dieselben Fehler begangen - das ist kriminelle FahrlĂ€ssigkeit», schrieb er auf Telegram. Nach offiziellen Angaben wurden damals bei der Explosion eines Munitionsdepots mindestens neun Menschen getötet.

Kiew und das Umland kommen seit Tagen aufgrund stÀndigen Luftalarms wegen anfliegender Drohnen oder Raketen kaum zur Ruhe. Am Samstagmorgen kam Gouverneur Tkatschenko zufolge im Landkreis Boryspil westlich von Kiew ein 14-jÀhriges MÀdchen bei einem weiteren Drohnenangriff ums Leben.

Russische Angriffe auch auf SĂŒdukraine

Das russische MilitĂ€r griff nach ĂŒbereinstimmenden Angaben auch Ziele im sĂŒdukrainischen Gebiet Odessa an. Ein Mensch sei getötet und weitere drei seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. FĂŒnf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschĂ€digt worden. Alle BrĂ€nde konnten demnach gelöscht werden. 

Zuvor hatte die Verwaltung des Landkreises Ismajil, in dem sich die DonauhÀfen des Landes befinden, vor russischen Drohnen gewarnt. Anlagen der Transportinfrastruktur seien beschÀdigt worden.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau galt der Angriff dem Donauhafen Ismajil. Ziel seien Tanklaster und Entladestellen fĂŒr Treibstoff gewesen. Die FlusshĂ€fen unweit der DonaumĂŒndung sind fĂŒr den ukrainischen Außenhandel aufgrund regelmĂ€ĂŸiger russischer Angriffe auf die Seeroute zu den ukrainischen SchwarzmeerhĂ€fen wieder wichtiger geworden. 

Auch Tote nach ukrainischen Angriffen

Im sĂŒdwestrussischen Grenzgebiet Belgorod wiederum kamen nach Regierungsangaben bei ukrainischen Angriffen drei Menschen ums Leben. Weitere 14 seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit. Das ukrainische MilitĂ€r habe unter anderem Drohnen, Raketenwerfer und Artillerie eingesetzt. 

Zudem wurde bei ukrainischen Drohnenangriffen auf der von Russland bereits 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet. Weitere drei seien verletzt worden, schrieb der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram. 26 Drohnen wurden demnach abgeschossen. An knapp ein Dutzend HÀusern habe es SchÀden gegeben. 

Die Ukraine wehrt sich seit ĂŒber viereinhalb Jahren mit westlicher UnterstĂŒtzung gegen die russische Invasion. Zuletzt stiegen die zivilen Opferzahlen bei den gegenseitigen russisch-ukrainischen Angriffen.

Disclaimer...

de | ausland | 70019947 |