General, Nato

General: Nato braucht 30 Prozent mehr militÀrische FÀhigkeiten

24.06.2024 - 14:01:29 | dts-nachrichtenagentur.de

Vor dem Gipfeltreffen in Washington Anfang Juli sieht der derzeit höchste deutsche Nato-General, Christian Badia, die Allianz noch unzureichend auf einen Angriff von außen vorbereitet.

Bundeswehr-Soldat (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Grob lĂ€sst sich sagen: Wir brauchen ein Mehr von rund 30 Prozent an FĂ€higkeiten, um der aktuellen und kĂŒnftigen Bedrohungslage gerecht zu werden", sagte Badia der "Welt". Zwar sei die Nato das erfolgreichste MilitĂ€rbĂŒndnis der modernen Geschichte, so der "Deputy Supreme Allied Commander Transformation" im Nato-Kommando in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia: "Aber sie ist neuen Bedrohungen ausgesetzt, allen voran durch Russland." Aus dem Ukraine-Krieg habe die Allianz Ableitungen getroffen, die insbesondere die Versorgungsketten und den Nachschub betrĂ€fen.

"Es hilft nichts, wenn ich ein tolles Kampfflugzeug habe, das nur fĂŒr zwei Tage logistische Reichweite hat, ich es aber fĂŒr 90 Tage oder gar zwei Jahre im Krieg brauche", sagte Badia. "Die neuen VerteidigungsplĂ€ne der Nato legen deshalb einen ganz starken Fokus auf Versorgung und Nachschub." Auch fĂŒr den Cyber- und den Weltraum gĂ€be es Lehren aus der Ukraine, "sei es in Sachen Informationskrieg oder Cyber-Defence". Das Nato-Treffen in Washington werde auch fĂŒr Deutschland die Erkenntnis bringen, dass die Bundeswehr mehr als drei Heeresdivisionen mit zehn Brigaden benötige. "Der Gipfel wird zeigen, dass es mehr braucht", sagte Badia. "Und wenn ich von einem Mehr an FĂ€higkeiten spreche, die nötig sind, dann darf ich dabei nicht nur auf den Panzer, auf das Schiff oder auf das Flugzeug schauen. Ich muss auf alles blicken, was dahinter ist, von der Munition bis zum Kraftstoff, den BrĂŒckenlegefĂ€higkeiten oder der medizinischen Versorgung." Es brauche ein Gesamtkonstrukt, "die VerbĂ€nde mĂŒssen in sich komplett homogen sein, um funktionieren zu können", sagte Badia. "Und das kostet enorm viel Geld, fĂŒr alle 32 Staaten."

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