Tichanowskaja ruft aus Exil zu Widerstand in Belarus auf
09.08.2023 - 19:42:24 | dpa.de
Drei Jahre nach der gefĂ€lschten PrĂ€sidentschaftswahl in Belarus hat OppositionsfĂŒhrerin Swetlana Tichanowskaja zum Widerstand gegen Machthaber Alexander Lukaschenko aufgerufen.
«Wir haben einen langen Weg vor uns. Aber jeder kleine Schritt bringt unseren Sieg nÀher», sagte die 40-JÀhrige in einer Videobotschaft aus dem Exil. «Belarus wird ein freies, unabhÀngiges, demokratisches Land sein, ein stolzes Mitglied der Familie europÀischer Nationen.»
Bei der Wahl im August 2020 hatte Langzeitherrscher Lukaschenko sich nach FĂ€lschungen der Wahlergebnisse erneut zum Sieger erklĂ€rt. Tichanowskaja kandidierte damals anstelle ihres inhaftierten Mannes Sergej. In Wahllokalen, in denen die AuszĂ€hlung halbwegs frei beobachtet werden konnte, lag sie vor Lukaschenko. Wegen dieser Wahl erlebte die Ex-Sowjetrepublik 2020 die gröĂte Protestwelle ihrer Geschichte; Hunderttausende Menschen gingen auf die StraĂe. Lukaschenko schlug das Aufbegehren brutal mit Polizeigewalt nieder.
Tichanowskaja erinnerte an das Schicksal «mehrerer Tausend politischer Gefangener». Von ihrer inhaftierten Mitstreiterin Maria Kolesnikowa gibt es seit einem halben Jahr kein Lebenszeichen mehr aus dem GefĂ€ngnis. Moskauer unterstĂŒtzte damals Lukaschenko. Dieser stellte sein Land dann als Aufmarschgebiet fĂŒr den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zur VerfĂŒgung. «Das Regime hat unser Land zum Komplizen in den Kriegsverbrechen des Kremls gemacht», sagte Tichanowskaja.
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