Ukraine-Krieg, Diplomatie

Wadephul setzt auf Vermittlungsrolle der USA im Ukraine-Konflikt

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 09:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Johann Wadephul (CDU), Deutschlands Außenminister, Ă€ußert nach einem Telefonat mit US-Kollege Marco Rubio Hoffnung auf stĂ€rkeres US-Engagement fĂŒr Verhandlungslösungen im Ukraine-Krieg.

Wadephul hofft auf USA als Vermittler im Ukraine-Krieg
Johann Wadephul (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Mal ehrlich: Die USA bleiben fĂŒr deutsche Diplomaten so etwas wie der Joker im Poker um eine Lösung des Ukraine-Kriegs. Wadephul klingt offen, fast schon vorsichtig optimistisch, als er T-Online sagt: "Ich glaube weiterhin, dass die Amerikaner eine Rolle spielen können." Die Zusammenarbeit lobt er ungewohnt verbindlich: konstruktiv, positiv, so hĂ€tten es viele wohl gern. Aber – wie das eben ist bei internationalen GesprĂ€chen – was tatsĂ€chlich herausgekommen ist? Wenig Konkretes, wie er einrĂ€umt. AuffĂ€llig: Bisher, meint Wadephul, hĂ€tten eher Steve Witkoff und Jared Kushner am Ukraine-Dossier gewerkelt. Marco Rubio spielt diese Karte bislang offenbar noch nicht aus. Da schwingt ein bisschen Hoffnung mit, nun könnten sich neue AnknĂŒpfungspunkte finden. Über Fortschritte hĂ€lt er sich aber bedeckt: "Wir sind uns völlig einig, dass das ein Krieg ist, der am Verhandlungstisch beendet werden muss." Nur: Machiavelli lĂ€sst grĂŒĂŸen, wenn das eigentliche Hindernis – Wladimir Putin – damit ĂŒberhaupt nicht an Bord ist. Wadephul erinnert an das letztjĂ€hrige Treffen in Anchorage (Alaska), bei dem Trump und Putin zwar am gleichen Tisch saßen, aber ohne zĂ€hlbares Ergebnis auseinandergingen. Im Blick: Der kommende G20-Gipfel – unter amerikanischer Leitung, möglicherweise mit Putins persönlichem Erscheinen. Die Botschaft am Ende: Moskau muss sich fĂŒr echte Verhandlungen bewegen. "Fragen Sie mich nicht, wann das passiert", zieht Wadephul eine Linie. Doch eins steht fĂŒr ihn fest: "Ohne Putins Einsicht, dass militĂ€risch nichts mehr zu holen ist, bleibt das Leiden. Mein Ziel bleibt, dass dieser Moment möglichst bald erreicht wird."

Wadephul knĂŒpft seine Hoffnung auf eine Lösung des Ukraine-Kriegs an eine aktivere Rolle der USA bei kĂŒnftigen Verhandlungen – insbesondere unter einer möglichen Trump-Regierung. In seinem GesprĂ€ch mit Marco Rubio zeigte sich, dass zwar Einigkeit ĂŒber die Notwendigkeit von Verhandlungen herrscht, konkrete Fortschritte bislang aber ausbleiben. Wadephul blickt auf den kommenden G20-Gipfel als möglichen nĂ€chsten Anlass fĂŒr direkte GesprĂ€che mit Russland, betont aber, dass Moskau — und besonders Putin — bisher keinerlei Bereitschaft fĂŒr Verhandlungen erkennen lĂ€sst. ErgĂ€nzende Details aus aktuellen Quellen: Die jĂŒngsten ukrainisch-russischen Frontberichte zeigen weiterhin schwere KĂ€mpfe im Osten, insbesondere bei Charkiw und Donezk, ohne einen klaren Durchbruch fĂŒr eine Seite. Laut "Spiegel" erhöht Russland den Druck auf zivile Infrastruktur, wĂ€hrend die Ukraine verzweifelt um westliche Waffen und finanzielle UnterstĂŒtzung bittet. In den USA und Europa wĂ€chst allerdings die Diskussion, ob und wie langfristig die militĂ€rische UnterstĂŒtzung aufrechterhalten werden kann – die innenpolitische Spaltung diesseits und jenseits des Atlantiks erschwert konsistente Diplomatie und gibt Putins KalkĂŒl neue Nahrung.

  • Von der SĂŒddeutschen Zeitung erschien am 13. Juni ein ausfĂŒhrlicher Artikel zum Stand der Ukraine-GesprĂ€che, der betont, dass Europas Diplomaten mit jedem weiteren Monat Krieg mehr auf ein US-Engagement hoffen. Trotz neuer Gastgeberrollen in internationalen Formaten bleibt jedoch eine trĂŒbe EinschĂ€tzung: Moskau signalisiert allen westlichen VorstĂ¶ĂŸen zum Dialog weiterhin Desinteresse. Dabei steigen die Belastungen sowohl fĂŒr die Ukraine als auch fĂŒr die westlichen UnterstĂŒtzerlĂ€nder enorm an. Quelle: SĂŒddeutsche Zeitung
  • "Der Spiegel" (12. Juni) analysiert die wachsende Skepsis in Washington, Kiew und Berlin bezĂŒglich einer schnellen diplomatischen Lösung. Das Weiße Haus balanciert zwischen innenpolitischem Druck, Waffenlieferungen an die Ukraine und dem Risiko, offen auf Verhandlungen zu drĂ€ngen, solange Moskau nicht an seriösen GesprĂ€chen interessiert ist. Indessen warnen Experten, dass jede Lockerung westlicher RĂŒckendeckung Putins Position stĂ€rken könnte. Quelle: Der Spiegel
  • Die Deutsche Welle berichtet, dass Russland seine Angriffe auf die kritische Infrastruktur in mehreren ukrainischen Regionen in den letzten Tagen massiv verstĂ€rkt hat. PrĂ€sident Selenskyj ruft derweil die internationale Gemeinschaft dazu auf, die UnterstĂŒtzung nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern gezielt auszuweiten, da der zermĂŒrbende Stellungskrieg das Land zusehends erschöpft. Diplomaten hoffen auf neue GesprĂ€chsimpulse beim bevorstehenden G20-Gipfel, bleiben aber in ihrer EinschĂ€tzung vorsichtig. Quelle: Deutsche Welle

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