Baerbock telefoniert mit Irans AuĂenminister
Veröffentlicht am: 14.09.2023 um 01:46 Uhr | dpa.de
BundesauĂenministerin Annalena Baerbock hat erstmals seit anderthalb Jahren mit dem iranischen AuĂenminister Hussein Amirabdollahian telefoniert. Das AuswĂ€rtige Amt teilte ĂŒber den Twitter-Nachfolger X mit, bei dem Austausch gestern sei es um eine Reihe von Themen gegangen, bei denen «unterschiedliche Haltungen» besprochen worden seien.
«Der Austausch war offen, deutlich und klar.» Ein besonderer Fokus des GesprĂ€chs der AuĂenministerin, die gerade die USA bereist, habe auf «deutschen KonsularfĂ€llen» gelegen. Es war das erste GesprĂ€ch Baerbocks mit dem Iraner seit der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz im Februar 2022.
«Es war ein offenes, aber es war auch ein sehr direktes und ein klares GesprĂ€ch. Das braucht es auch», sagte Baerbock am Rande eines Besuchs beim Taktischen Ausbildungskommando der Bundesluftwaffe im texanischen Wichita Falls. «Aufgrund der SensibilitĂ€t» könne sie ĂŒber Details zu den deutschen KonsularfĂ€llen «im Einzelfall nichts sagen».
Deutsch-Iraner zum Tode verurteilt
Mehrere Deutsche sind im Iran inhaftiert. Dazu gehört die Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi, die im Oktober 2020 festgenommen und dann wegen «Propaganda gegen den Staat» verurteilt wurde.
Ein weiterer Deutsch-Iraner, Djamshid Sharmahd, wurde wegen TerrorvorwĂŒrfen zum Tode verurteilt. BefĂŒrchtet wird, dass der Iran die Todesstrafe tatsĂ€chlich vollstreckt. Sharmahds Angehörige bestreiten die VorwĂŒrfe vehement. Baerbock hatte Teheran aufgefordert, das «absolut inakzeptable» Urteil rĂŒckgĂ€ngig zu machen.
Die Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran sind angespannt. Nach den landesweiten Protesten im Herbst 2022 Ă€uĂerte Baerbock offen Kritik am gewaltsamen Vorgehen der iranischen Staatsmacht. Zwischenzeitlich verschĂ€rften sich auch die Worte aus Teheran. Immer wieder warfen iranische Politiker der Bundesrepublik vor, sich in innere Angelegenheiten der Islamischen Republik einzumischen.
