Familie, Deutscher

Familie: Deutscher im GefÀngnis in Kuba schwer verletzt

08.12.2023 - 10:11:06 | dpa.de

Wegen Aufruhrs wurde der Deutsch-Kubaner Luis Frómeta Compte auf der Karibikinsel zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nun wurde er offenbar Opfer eines Angriffs im GefÀngnis. Seine Familie ist in Sorge.

Die Töchter sowie die Ehefrau des inhaftierten Deutsch-Kubaners Luis Frómeta Compte. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die Angehörigen eines in Kuba inhaftierten Deutschen sorgen sich um dessen Zustand, nachdem dieser im GefÀngnis geschlagen und schwer verletzt worden sein soll. «Unsere Familie durfte ihn immer noch nicht sehen. Warum?», schrieb die Dresdnerin Janie Frómeta am Donnerstag in sozialen Medien. Eine Woche zuvor hatten vier MithÀftlinge ihren Vater, den Deutsch-Kubaner Luis Frómeta Compte, nach ihren Angaben im GefÀngnis zusammengeschlagen und ihm die Nase mit einer Rasierklinge aufgeschnitten.

Luis Frómeta Compte ist einer von Hunderten Menschen, die auf der sozialistischen Karibikinsel wegen ihrer Teilnahme an Protesten im Juli 2021 inhaftiert wurden. Er war zu Besuch bei Angehörigen in Havanna, filmte eine Demonstration mit dem Handy, wurde festgenommen und wegen Aufruhrs zu 15 Jahren Haft verurteilt.

FrĂłmeta Compte war 1985 als Gastarbeiter nach Dresden gezogen. Seit 1997 ist der Forstfacharbeiter deutscher StaatsbĂŒrger. Der 61-JĂ€hrige muss sich im HochsicherheitsgefĂ€ngnis Combinado del Este laut seiner Frau Silke FrĂłmeta Compte eine Zelle mit 30 Schwerverbrechern teilen.

HintergrĂŒnde der Attacke unklar

Die HintergrĂŒnde der Attacke am 30. November waren unklar. Nach Angaben von Janie FrĂłmeta ist ihr Vater im GefĂ€ngnis auf der Krankenstation. Seinen Angehörigen werde seit dem Vorfall kein Besuch gewĂ€hrt, sie hĂ€tten nur am Montag kurz mit ihm telefonieren können.

Vor zwei Wochen war der EU-Menschenrechtsbeauftragte Eamon Gilmore zu GesprĂ€chen in Kuba. Der Regierung gegenĂŒber habe er den Aufruf der EU bekrĂ€ftigt, die inhaftierten Demonstranten freizulassen, sagte er. Wenige Tage zuvor war einer der HĂ€ftlinge gestorben - Aktivisten zufolge an einer Atemwegserkrankung, die nicht behandelt worden sei.

Die kubanische Regierung antwortete nicht auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur nach dem Gesundheitszustand von FrĂłmeta Compte. Dessen konsularische Betreuung verweigern die Behörden der deutschen Botschaft in Havanna. Man begleite den Fall aber eng und setze sich intensiv fĂŒr ihn ein, hieß es aus dem AuswĂ€rtigen Amt.

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