Gericht verurteilt NobelpreistrÀger Yunus zu Haftstrafe
01.01.2024 - 15:02:57 | dpa.de
Ein Gericht in Bangladesch hat den FriedensnobelpreistrĂ€ger Muhammad Yunus zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er mit dem gemeinnĂŒtzigen Teil seiner Firma Arbeitsrecht verletzt haben soll. Zudem mĂŒssten der 83-jĂ€hrige Erfinder des Mikrokredits sowie drei weitere FĂŒhrungskrĂ€fte seines Betriebs je ein BuĂgeld von 30.000 Taka (247 Euro) bezahlen, hieĂ es am Montag von dem Gericht in der Hauptstadt Dhaka.
Yunus UnterstĂŒtzer kritisierten das Urteil. Es sei politisch motiviert. Verwiesen wurde darauf, dass Yunus einst Ambitionen hatte, eine eigene Partei zu grĂŒnden. Er habe damit die zunehmend autokratisch auftretende Premierministerin Sheikh Hasina provoziert.
Yunus und seiner Grameen Bank wurden im Jahr 2006 der Friedensnobelpreis verliehen, weil er mit kleinen Darlehen vielen Menschen geholfen hat, der Armut zu entfliehen.
Premierministerin Hasina wirft ihm hingegen vor, Steuern zu vermeiden und mit seinen Krediten «das Blut der Armen zu saugen». Menschenrechtsorganisationen werfen der 76-jÀhrigen Regierungschefin vor, gezielt ihre politische Opposition auszuschalten - besonders vor der anstehenden Wahl Ende der Woche.
Das Gericht erlaubte es Yunus und den anderen drei Verurteilten, zunĂ€chst gegen Kaution auf freiem FuĂ zu bleiben, bis sie bei einem höheren Gericht in Berufung gehen. Der NobelpreistrĂ€ger wies alle Anschuldigungen zurĂŒck.
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