Hamas, Terror

Kampf gegen die Hamas - Israel will Munition aus Deutschland

12.10.2023 - 12:28:27 | dpa.de

Wenn die Sicherheit Israels Teil der deutschen StaatsrĂ€son ist, so ist der Großangriff der Hamas nun auch ein Test fĂŒr den Willen zur Verteidigungshilfe. Es stellen sich schwierige Fragen.

  • Verteidigungsminister Boris Pistorius. - Foto: Michael Kappeler/dpa
    Verteidigungsminister Boris Pistorius. - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Israelische Soldaten sichern das GelĂ€nde in Sderot in der NĂ€he des Gazastreifens. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
    Israelische Soldaten sichern das GelÀnde in Sderot in der NÀhe des Gazastreifens. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
Verteidigungsminister Boris Pistorius. - Foto: Michael Kappeler/dpa Israelische Soldaten sichern das GelÀnde in Sderot in der NÀhe des Gazastreifens. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Israel hat die Bundesregierung nach dem Großangriff der islamistischen Hamas um Munition fĂŒr Kriegsschiffe gebeten. Über die Details werde beraten, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in BrĂŒssel am Rande eines Nato-Treffens. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen auch Blutkonserven und Schutzwesten angefragt worden seien.

Am Vorabend hatte das Verteidigungsministerium erklĂ€rt, Deutschland werde Israel zwei fĂŒr die Bundeswehr zu Ausbildungszwecken geleaste Kampfdrohnen vom Typ Heron TP zurĂŒckgeben. An der Entschlossenheit zur Hilfe ließ Pistorius am Donnerstag keinen Zweifel: «Wir stehen an der Seite der Israelis.»

Die neue Informationslage kam praktisch ĂŒber Nacht. Noch am Mittwoch hatte Pistorius gesagt, es gebe keine Hinweise darauf, dass Israel von Partnern wie Deutschland Waffen und AusrĂŒstung fĂŒr den Kampf gegen die Hamas anfragen wolle. Er sei in Kontakt mit seinem israelischen Amtskollegen Joav Galant, und auch mit dem israelischen MilitĂ€rattachĂ© gebe es einen Draht. «Beide haben bislang gesagt, dass sie keine UnterstĂŒtzung brauchen militĂ€rischer oder technischer Art. Es geht um politische UnterstĂŒtzung», sagte er in Berlin nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses.

Deutschland soll Israel den RĂŒcken freihalten

Auf mehreren KanĂ€len hatte Israel in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass die Erwartung an Deutschland nun vor allem sei, Israel politisch den RĂŒcken frei zu halten. Dass es bei einer erwarteten großen Offensive gegen die Hamas im Gazastreifen auch sehr schnell schlimme Bilder ziviler Opfer geben könnte, lehren frĂŒhere Erfahrungen.

Die Bundesregierung ist zu einem starken Signal ĂŒber Worte hinaus bereit und will tĂ€tige Hilfe leisten. Mehrere Bundesregierungen haben in der Vergangenheit versichert, dass die Sicherheit Israels Teil der deutschen StaatsrĂ€son sei. Was dies genau bedeutet und ob dann die Bundeswehr im Fall der FĂ€lle auch fĂŒr Israel kĂ€mpfen mĂŒsste, blieb lange unbeantwortet und erschien manchem als akademische Frage. Sie rĂŒhrt auch an der Urangst der Deutschen, in einen Krieg verwickelt zu werden.

Gazastreifen vom Meer aus abriegeln

In der Vergangenheit hat Israel seine Marine eingesetzt, um den Gazastreifen von der Seeseite aus abzuriegeln. Zudem können Schiffe ihre Feuerkraft fĂŒr MilitĂ€rschlĂ€ge gegen das PalĂ€stinensergebiet nutzen. Erkannte Ziele im Gazastreifen werden dann gewissermaßen von drei Seiten - Land, Luft und See - beschossen.

Die israelische Marine ist in den vergangenen Jahren mit Schiffen aus Deutschland ausgerĂŒstet worden, darunter vier Korvetten der SA'AR-6-Klasse, die bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bestellt worden waren. Das letzte der etwa 90 Meter langen und 13 Meter breiten Schiffe war 2021 in Haifa eingetroffen.

Israel erklĂ€rte, mit den Patrouillenschiffen vor allem Gas-Förderplattformen im Mittelmeer schĂŒtzen zu wollen und stattet die Korvetten selbst mit Radar- und Waffensystemen aus. In der Vergangenheit hat Deutschland vor allem U-Boote nach Israel geliefert und die Exporte auch mit Steuergeldern gefördert. Inzwischen gibt es Großprojekte auch in die andere Richtung: Deutschland bezieht Drohnen und Luftverteidigungssysteme aus Israel.

Ein umfangreiche MilitĂ€rhilfe fĂŒr Israel kann nun in Konkurrenz zur UnterstĂŒtzung der Ukraine geraten. Dies gilt umso mehr, falls bei einem lĂ€nger andauernden Konflikt nach Material ĂŒber Munition fĂŒr seegestĂŒtzte Systeme hinaus gefragt wird. Die Ressourcen sind trotz einer anlaufenden Produktion weiter knapp und Deutschland ist - Stichwort Munitionskrise - mit einem Milliardendefizit in die neue Weltlage gestartet.

USA bleiben HauptunterstĂŒtzer

Der HauptunterstĂŒtzer bleiben die USA. Nach den Massakern der Hamas an israelischen Zivilisten und der Verschleppung von Menschen in den Gazastreifen erschien Israel unerwartet wehrlos, so dass die USA einen FlugzeugtrĂ€ger, Kriegsschiffe und mehrere Kampfflugzeuge ins östliche Mittelmeer verlegen. Das wird als Warnsignal an Feinde Israels verstanden.

Zugleich richtete US-PrĂ€sident Joe Biden mahnende Worte an die israelischen MilitĂ€rplaner, die ganz offenkundig darauf abzielen, Sorgfalt bei der Vermeidung von Opfern unter der palĂ€stinensischen Zivilbevölkerung walten zu lassen. Israel mĂŒsse nach den Regeln des Krieges handele, so Biden in einer Rede: «Und es gibt Regeln des Krieges.»

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