Patenschaftsnetzwerk verlangt bessere Vorsorge fĂŒr OrtskrĂ€fte
15.08.2023 - 06:40:05 | dts-nachrichtenagentur.de"Wenn der Ernstfall da ist, ist es zu spÀt, sich Gedanken zu machen", sagte Sascha Richter, Verbindungsbeauftragter des Netzwerks, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). "Das sehen wir auch jetzt wieder in Mali, Niger und Sudan."
Das Verfahren fĂŒr OrtskrĂ€fte mĂŒsse deshalb erweitert werden, auf andere LĂ€nder und auch auf Mitarbeiter weiterer deutscher Institutionen. "Sinnvoll wĂ€re, vorab und in VertrĂ€gen zu klĂ€ren, was in Krisensituationen passiert, ab welchem Punkt eine Evakuierung möglich ist", sagte Richter weiter. "Wir wollen, dass die Menschen, die fĂŒr uns arbeiten, mit Respekt behandelt und versorgt werden. Afghanistan darf sich nicht wiederholen." In Afghanistan, wo die Bundeswehr ihren bisher lĂ€ngsten Auslandseinsatz 2021 beendete, sind laut dem ehrenamtlichen Patenschaftsnetzwerk nach wie vor viele Menschen, die mit Deutschen zusammengearbeitet haben, in Gefahr. In der UnterstĂŒtzung fĂŒr die OrtskrĂ€fte von Bundeswehr, GIZ und anderen deutschen Institutionen in Afghanistan gebe es auch zwei Jahre nach der MachtĂŒbernahme der Taliban noch "eklatante LĂŒcken", erklĂ€rte Richter. Visumsberechtig seien die OrtskrĂ€fte selbst, Ehepartner und Kinder unter 18. Aber etwa eine ledige 19-jĂ€hrige Tochter, die noch im Haushalt lebt, habe kein Anrecht auf ein Visum. "Dabei ist völlig klar, dass 19-jĂ€hrige MĂ€dchen nicht allein in Afghanistan bleiben können", kritisierte Richter. OrtskrĂ€fte, die vor 2013 fĂŒr Deutschland gearbeitet haben, seien zudem weiterhin ausgeschlossen, genauso wie jene, die bei Subunternehmern angestellt waren. "Die Taliban machen da natĂŒrlich keinen Unterschied", sagte Richter. "Man hat vor zwei Jahren gezielt FlaschenhĂ€lse gebaut, sodass möglichst wenig Menschen die Möglichkeit haben, zu entkommen."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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