AKTIE IM FOKUS 2: FMC-Aktien geben kräftig nach - gedämpfte Ziele, Charttechnik
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 18:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Neu: Aktie wieder im Minus, Charttechnik, Telefonkonferenz-Aussagen)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Gedämpfte Jahresziele haben den jüngsten Aufschwung der Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 am Dienstag ins Wanken gebracht. Nach schwachem Auftakt konnten die Papiere des Dialysekonzerns zur Mittagszeit zwar ins Plus drehen und ihre jüngste Erholung mit einem Hoch seit fast vier Wochen krönen. Am Nachmittag setzten aber im Zuge einer Telefonkonferenz Gewinnmitnahmen ein, die den Kurs wieder klar ins Minus drückten.
Aus dem Handel gingen die Papiere 3,6 Prozent tiefer bei 39,04 Euro. Vom Tief des Vormonats ausgehend, hatten die Titel ihre Erholung davor mit 41,54 Euro in der Spitze auf rund 15 Prozent ausgebaut. Wichtige Indikatorlinien mit verschiedener Fristigkeit liegen derzeit im Bereich von 40 Euro sehr nah beisammen, wurden aber letztlich unterschritten. Bis zum Hoch aus dem Jahr 2018 bei fast 94 Euro bleibt es noch ein weiter Weg.
Der neue Konzernchef Shervin Korangy schraubte die Ergebnisziele seiner Vorgängerin Helen Giza für das Gesamtjahr zurück. Auch für 2027 rechnet das Management mit Gegenwind, wie Korangy und Finanzchef Martin Fischer auf einer Analystenkonferenz erläuterten. Fischer rechnet auch im Schlussquartal mit Gegenwind im operativen Geschäft, vor allem durch Erstattungseffekte in den USA.
Die ersten Reaktionen von Analysten auf den Quartalsbericht untermauerten am Morgen schon keinen Optimismus. So hob Richard Felton von Goldman Sachs hervor, dass der nun präzisierte Jahresausblick der Bad Homburger im vierten Quartal einen massiven Abschwung beim operativen Ergebnis (Ebit) bedeuten würde.
David Adlington von JPMorgan sieht FMC bei den Behandlungszahlen auf dem Holzweg. Auf vergleichbarer Basis habe sich ihr Trend in den USA weiter abgeschwächt, auch wenn dies keine Überraschung gewesen sei. Das Minus habe bei 1,1 Prozent gelegen, nach minus 0,9 Prozent im zweiten Quartal und minus 0,4 Prozent zum Jahresauftakt. Damit sei auch eine negative Gewinnentwicklung in den kommenden Quartalen vorprogrammiert, so Adlington.
Das etwas bessere operative Quartalsergebnis ändert für Adlington nichts am insgesamt ungünstigen Verhältnis aus Chancen und Risiken. Es sei alleine Erstattungen aus dem US-Vergütungsmechanismus (TDAPA) zu verdanken, der den Einsatz neuartiger, innovativer Medikamente bei besonders schwer kranken Nierenpatienten begünstigt.
