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AKTIEN IM FOKUS: KI-Sorgen belasten Siemens & Co trotz ABBs RekordauftrÀgen

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 13:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Am deutschen Aktienmarkt ist am Dienstag vor Höhepunkten der Berichtssaison von Tech- und KI-Unternehmen die NervositÀt gewachsen.

Am deutschen Aktienmarkt ist am Dienstag vor Höhepunkten der Berichtssaison von Tech- und KI-Unternehmen die NervositĂ€t gewachsen. Hinzu kommt ein teilweiser Stimmungswandel im Bereich KĂŒnstliche Intelligenz (KI).

Die Aktien von Siemens DE0007236101 und anderen auf Automatisierung, Elektrifizierung und Energietechnik spezialisierten Unternehmen haben trotz rekordhoher AuftragseingĂ€nge des Schweizer Konkurrenten ABB CH0012221716 krĂ€ftig nach. Außerdem gerieten einmal mehr Papiere europĂ€ischer Chiphersteller unter Druck.

Im schwachen Dax DE0008469008 waren Siemens, Infineon DE0006231004 und Hochtief weit hinten mit Kursverlusten von mehr als 3 Prozent, Siemens Energy DE000ENER6Y0 verlor ĂŒber 2 Prozent.

Im EuroStoxx sah es Ă€hnlich aus: Hier verloren ASML NL0010273215 und Schneider Electric FR0000121972 um die 3 Prozent und im Cac 40 FR0003500008 ging es fĂŒr STMicro NL0000226223 und Legrand um etwas mehr als 3 Prozent abwĂ€rts. Mit minus 5,7 Prozent hielten im SMI CH0009980894 die Papiere von ABB die rote Laterne.

Allerdings: Die meisten der heutigen Verlierer stehen mit Blick auf das laufende Jahr immer noch gut da, hauptsĂ€chlich Halbleiteraktien. Das Jahresplus von Infineon liegt immer noch bei etwas ĂŒber 35 Prozent, das von ASML bei fast 60 Prozent und das von STMicro sogar bei knapp 70 Prozent. Unter den Elektrotechnik-Spezialisten belĂ€uft sich der bisherige Jahresgewinn von ABB auf knapp 20 Prozent. Siemens und Siemens Energy stehen mit einem Plus von 7 beziehungsweise 8 Prozent immer noch besser als der Dax da, dessen Gewinn auf 2,5 Prozent zusammengeschrumpft ist.

Und geht der Blick noch weiter in die Vergangenheit. So dĂŒrfe nicht vergessen werden, dass Aktien mit KI-Bezug seit einigen Jahren fast ausschließlich den Weg nach oben gekannt hĂ€tten, gab ein Börsianer zu bedenken. Gigantische Investitionsvorhaben einiger Mitglieder der "Mag 7" - Alphabet US02079K3059, Amazon US0231351067, Meta US30303M1027 und Microsoft US5949181045 - seien wesentliche Treiber hinter der Rally von Chip- und Energieinfrastruktur-Aktien gewesen.

Nun aber machen sich Sorgen breit, denn die Zweifel an der ProfitabilitĂ€t der enormen Investitionen nehmen zu. Obendrein lassen die inflationsbedingt steigenden Marktzinsen auch die Kreditrisiken steigen. Der Optimismus hinsichtlich einer Fortsetzung des KI- und Halbleiterbooms schwindet. DafĂŒr dĂŒrfte auch der trotz starker Überzeichnung desaströse Börsengang des KI-Infrastruktur- und Neocloud-Dienstleisters Elice KR70158S0002 in SĂŒdkorea an diesem Morgen ein Beleg sein. Entsprechend dĂŒrfte etwa der US-Neocloud-Anbieter CoreWeave US21873S1087, der zuletzt wegen Sorgen ĂŒber seinen möglichen Finanzbedarf unter Druck geraten war, weiter im Fokus stehen. Auch Applied Digital US0381692070 könnten einen Blick wert sein.

An diesem Abend und am Mittwoch nach US-Börsenschluss richtet sich das Interesse jedoch auf die echten Schwergewichte im Techsektor: SpaceX US84615Q1031 wird als erstes ĂŒber das abgelaufene Quartal berichten. Am Tag darauf folgen Meta, IBM US4592001014, Lam Research US5128073062 und Bloom Energy US0937121079 am Mittwoch besonders im Fokus.

Barclays-Analyst George Featherstone verwies in seiner an diesem Dienstag veröffentlichten Studie zu Rechenzentren-AusrĂŒstern auf eine kolpotierte Vereinbarung zwischen dem KI-Softwareunternehmen Anthropic und dem Cloud-Infrastrukturanbieter Nscale ĂŒber einen enormen Zukauf an KI-Rechenleistung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen ĂŒber GesprĂ€che der beiden Unternehmen berichtet. Dieser Deal lege nahe, so erklĂ€rte der Analyst, dass sich die zuletzt ĂŒbermĂ€ĂŸig hohe Gewinne erzielende Lieferkette von ihrer vermeintlich unbegrenzten FĂ€higkeit verabschieden mĂŒsse, Preise zu erhöhen und Margen auszuweiten.

Featherstone sieht entsprechend hohe Risiken fĂŒr Anbieter im Bereich Energiedienstleistungen und nennt dabei namentlich etwa Siemens Energie, Siemens, ABB und Schneider, "deren Renditen und Margenausweitungen in den vergangenen Jahren nahezu parabolisch verliefen, wĂ€hrend gleichzeitig erhebliche neue KapazitĂ€ten geschaffen werden".

Doch ganz vorbei scheint die Stimmung fĂŒr KI dennoch nicht. Vielmehr richtet sich das Interesse inzwischen verstĂ€rkt auf Aktien von Unternehmen, die durch den Einsatz von KI profitieren, etwa aus dem Bereich Versicherung oder Gesundheit.

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de | DE0007236101 | AKTIEN | boerse | 70372572 |