Übersichtsstudie zu 31 Studien kommt zu dem Ergebnis, dass veganes Hundefutter und veganes Katzenfutter gut verdaulich sind
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 21:02 Uhr | irw-press.comLONDON, UK / ACCESS Newswire / 30. Juli 2026 / Eine neue wissenschaftliche Übersichtsarbeit hat ergeben, dass ernährungsphysiologisch ausgewogenes veganes Hundefutter, veganes Katzenfutter und vegetarische Tiernahrung im Allgemeinen gut verdaulich sind und weitgehend mit herkömmlicher, fleischbasierter Ernährung vergleichbar sind. Die in der Fachzeitschrift „Animals“ veröffentlichte Übersichtsarbeit untersuchte 31 bestehende Studien, in denen die Verdaulichkeit von veganer, vegetarischer und pflanzlicher Tiernahrung sowie deren Inhaltsstoffen bei Hunden und Katzen bewertet wurde.

Zweiundzwanzig Studien konzentrierten sich auf Hunde, zwei auf Katzen und sieben umfassten beide Tierarten. Die Übersichtsarbeit ergab, dass vegane und vegetarische Futtermittel über ein breites Spektrum an Studiendesigns, Futterzutaten und Verdaulichkeitsmessgrößen hinweg durchweg eine hohe Verdaulichkeit aufwiesen und in der Regel keine signifikant geringere Verdaulichkeit als herkömmliche fleischbasierte Futtermittel zeigten. Die Verdaulichkeit ist ein wichtiger Faktor, da sie angibt, wie effektiv Tiere Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen und verwerten können. Zwar sind moderne, im Handel erhältliche pflanzliche Tiernahrungsprodukte in der Regel so zusammengesetzt, dass sie alle essenziellen Nährstoffe liefern, doch könnte eine schlechte Verdaulichkeit die Nährstoffaufnahme dennoch beeinträchtigen.
Der Autor Andrew Knight, außerordentlicher Professor an der Veterinärfakultät der Murdoch University in Australien, erklärte, die Ergebnisse widerlegten die weit verbreitete Annahme, dass Hunde und Katzen pflanzliche Proteine nicht effektiv verdauen könnten.
„Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ernährungsphysiologisch ausgewogene vegane und vegetarische Tiernahrungen sowie deren wichtigste Proteinquellen von Hunden und Katzen im Allgemeinen gut verdaut werden“, sagte Professor Knight.
Die in der Übersichtsarbeit berücksichtigten Studien untersuchten eine breite Palette von Zutaten, die in veganem und pflanzlichem Tierfutter verwendet werden, darunter Weizengluten, Reisprotein, aus Soja gewonnene Zutaten, Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Kartoffelprotein, Quinoa und durch mikrobielle Fermentation hergestellte Proteine.
Einige Studien bewerteten zudem im Handel erhältliche vegane Hundefutter, die Zutaten wie Erbsen, Gerste, Hafer, Sonnenblumenöl und Linsen enthielten. Die Übersichtsarbeit ergab, dass die Verdaulichkeit insgesamt hoch blieb, selbst in Studien, in denen bestimmte pflanzliche Nährstoffe weniger gut verdaulich waren als tierische Zutaten.
Der weltweite Markt für veganes und pflanzliches Tierfutter hatte im Jahr 2024 ein Volumen von 26,9 Milliarden US-Dollar und wird voraussichtlich jährlich um 7,8 % wachsen. Dieses Wachstum wird durch das steigende Interesse an der Gesundheit von Haustieren, ökologischer Nachhaltigkeit und dem Wohlergehen von Nutztieren angetrieben. Die Unsicherheit darüber, ob Hunde und Katzen pflanzliche Proteine effektiv verdauen und verwerten können, stellt jedoch für manche Tierhalter nach wie vor ein Hindernis dar.
Professor Knight erklärte, die Ergebnisse sollten Tierhalter beruhigen, die eine ernährungsphysiologisch ausgewogene vegane Ernährung für ihre Haustiere in Betracht ziehen.
„Diese Ergebnisse sprechen für die Verwendung sorgfältig zusammengestellter veganer und vegetarischer Ernährung und widerlegen die Vorstellung, dass solche Ernährungsformen weniger gut verdaulich sind als herkömmliche, auf Fleisch basierende Ernährung.“
„Ich empfehle Tierhaltern, die Produktkennzeichnung sorgfältig zu prüfen. Dort sollte ein klarer Hinweis darauf stehen, dass das Futter ernährungsphysiologisch vollständig ist. Es sollte von einem seriösen Tierfutterhersteller stammen, der Informationen über die Maßnahmen zur Gewährleistung der ernährungsphysiologischen Vollwertigkeit bereitstellen kann, wie beispielsweise die Zusammenarbeit mit veterinärmedizinischen Ernährungsspezialisten.“
Die Übersicht deckte zudem wichtige Lücken in der Evidenz auf. Die meisten bisherigen Studien bezogen sich auf Hunde, während sich relativ wenige mit Katzen befassten. Viele konzentrierten sich zudem auf Haustiere unter realen Lebensbedingungen und nicht auf Tiere in Laborumgebungen.
Studie: https://www.mdpi.com/2076-2615/16/10/1454.
Kontaktinformationen
Prof. Andrew Knight
QUELLE: Sustainable Pet Food Foundation
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