Amplifon-Aktie: Gewinnplus trifft auf GN-Hearing-Übernahme
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:04 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSMargen und Ausblick im Fokus
- Amplifon steigerte im dritten Quartal die organische Entwicklung und die bereinigten Ergebnisgrößen.
- Für 2026 bestätigt das Management organisches Wachstum von mehr als 3 Prozent und eine höhere bereinigte EBITDA-Marge.
- Die Vorbereitung der Übernahme von GN Hearing läuft nach Unternehmensangaben planmäßig.
Amplifon hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, für das dritte Quartal und die ersten neun Monate eine deutlich stärkere Profitabilität gemeldet. Die organische Entwicklung blieb positiv, während das Fit4Growth-Programm und operative Hebel die Margen stützten. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Hörgeräteanbieter in seiner Unternehmensmitteilung.
Ergebnis wächst schneller als Umsatz
Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 2,1 Prozent auf 575,0 Millionen Euro. Das organische Wachstum lag bei 3,6 Prozent. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 7,0 Prozent auf 114,8 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 20,0 Prozent. Das bereinigte EBIT legte um 21,9 Prozent auf 52,2 Millionen Euro zu; die EBIT-Marge stieg um 150 Basispunkte auf 9,1 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn wuchs um 38,7 Prozent auf 26,6 Millionen Euro.
Für die ersten neun Monate meldete Amplifon einen Umsatz von 1.760,8 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA stieg um 4,5 Prozent auf 412,8 Millionen Euro, die Marge lag mit 23,4 Prozent um 80 Basispunkte über dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 11,5 Prozent auf 222,0 Millionen Euro, der bereinigte Nettogewinn um 16,9 Prozent auf 128,2 Millionen Euro.
Fit4Growth belastet Erlöse
Die Entwicklung zeigt den Zielkonflikt des laufenden Umbauprogramms: Effizienzmaßnahmen verbessern die Profitabilität, dämpfen aber teilweise das Umsatzwachstum. Amplifon bezifferte den negativen Beitrag von Fit4Growth zu den Erlösen der ersten neun Monate auf 3,3 Prozentpunkte. Dazu zählen unter anderem die Optimierung des Filialnetzes, die Beendigung eines US-Vertrags im Managed-Care-Geschäft und die Veräußerung oder Schließung belastender Aktivitäten.
Auch die Cash-Generierung verbesserte sich. Der bereinigte freie Cashflow stieg in den ersten neun Monaten um 138,6 Prozent auf 79,1 Millionen Euro. Die bereinigte Berichterstattung schließt ungewöhnliche, seltene oder nicht zum normalen Geschäft gehörende Effekte aus.
GN Hearing bleibt strategischer Treiber
Parallel arbeitet Amplifon an der geplanten Übernahme von GN Hearing. Vorstandschef Enrico Vita erklärte, die Integrationsplanung verlaufe nach Zeitplan und solle die Bereitschaft zum Abschluss der Transaktion sicherstellen. Der Vollzug bleibt für Ende 2026 vorgesehen und hängt von den erforderlichen Genehmigungen sowie weiteren Bedingungen ab.
Für 2026 rechnet Amplifon weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum von mehr als 3 Prozent. Zudem soll sich die bereinigte EBITDA-Marge in der Größenordnung von 100 Basispunkten verbessern. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Margenfortschritte im Schlussquartal anhalten und die Vorbereitung der Transaktion planmäßig vorankommt.
Der Realtime-Kurs der Amplifon-Aktie lag am Mittwoch, 4. November 2026, um 09:02 Uhr bei Lang & Schwarz bei 11,66 Euro.
Amplifon im Überblick
- Unternehmen: Amplifon S.p.A.
- ISIN: IT0004056880
- Kurs: 11,66 Euro bei Lang & Schwarz, 4. November 2026, 09:02 Uhr Berliner Zeit
- Quartalsperiode: drittes Quartal 2026
- Ausblick: organisches Wachstum über 3 Prozent und Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um rund 100 Basispunkte
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